Unsere liebsten Nachbarn ziehen in ein Seniorenheim. Ein neuer Nachbar zieht ein.
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Die Freude über den ersten Schnee war unbeschreiblich. Es war eine Ewigkeit her, seit wir solch eine Schneemenge hatten. Für meinen Jungen war es sein erstes Mal überhaupt. Schon am Frühstückstisch konnte er kaum stille sitzen, seine Augen strahlten wie Sterne. Mit dem Schlitten, eingepackt in warme Kleidung, tauchten wir in die weiße Pracht ein. Er tobte voller Freude im Schnee und baute begeistert mit mir einen Schneemann, bevor wir uns in den nahegelegenen Wald aufmachten. Auf dem Schlitten zog ich ihn den Berg hinauf, um gemeinsam die Abfahrt hinunter zu rodeln. Ivo ist alles für mich. Dank einer fürsorglichen Chefin habe ich meine Arbeit so gestaltet, dass ich viel Zeit mit ihm verbringen kann. Das war nicht immer so. Früh geheiratet, kam Ivo ein halbes Jahr später zur Welt. Unsere Ehe verlief größtenteils gut. Doch als meine Frau erneut schwanger wurde, wir freuten uns riesig auf unser Baby, lief einiges aus dem Ruder. Ivo war stolz und konnte es kaum erwarten. Als Sonja unser ungeborenes Kind verlor, veränderte sich die Stimmung in unserer Familie schlagartig. Die sonst so schöne Beziehung (auch sexuell) zwischen meiner Frau und mir verschlechterte sich von Tag zu Tag. Sie wurde launisch und stritt mit mir über unbedeutende Dinge. Ivo war am meisten davon betroffen, zu jung, um die Situation zu begreifen. Meine Frau entfernte sich emotional von uns beiden, was uns sehr traurig machte. Wenn diese Ehe noch zu retten war, musste ich handeln, nachdem Freunde mich auf die Veränderung bei meiner Frau aufmerksam gemacht hatten. Ich nahm mir vor, am folgenden Tag mit ihr zu reden, doch sie kam mir zuvor. Sie verließ Ivo und mich und hinterließ nur einen Zettel.

 

„Ich kann nicht mehr und verlasse euch für immer. Ich nehme nur meine persönlichen Sachen mit. Handy und Hausschlüssel liegen neben dem Zettel. Ihr braucht mich nicht zu suchen, Sonja.“

Das ist nun fast vier Jahre her, inzwischen ist Ivo 6 Jahre alt und ich bin gefühlt um das doppelte gealtert. Grauer Haaransatz an den Seiten, kleine Falten im Gesicht und einen Dreitagebart. Ansonsten bin ich von großer Statur, schlang und am Körper behaart. Mein Sohn hält mich auf Trab, so komme ich täglich an die frische Luft und bin fit. Seitdem meine Frau verschwunden ist, habe ich keine Beziehung anfangen oder gar ein one Night Stand gehabt. Das heißt nicht, dass ich keine Lust auf Sex hätte, aber im Moment brauche ich es nicht. Ach so, ich darf mich vorstellen, ich heiße David und Freunde nennen mich „Davie“.

Wie zuvor erwähnt, es lag der erste Schnee nach langen Jahren, Ivo und ich hatten riesigen Spaß beim Rodeln. Allmächtig zogen die Temperaturen wieder an, es wurde früh dunkel, was mein Sohn garnicht passte. Am liebsten wäre er noch Stunden gerodelt, doch wir mussten los. Meine Schwiegermutter, zu der wir den Kontakt innig hielten, hatte etwas Kuchen und für Ivo Kakao bereitgestellt. Schwiegermutter konnte sich das mit ihrer Tochter nicht erklären, zumal wir bei ihr ein und aus gingen. In ihr fand ich nach dem frühen Tod meiner Eltern gewissermaßen auch eine Ersatzmutter. Und was Ivo anging. Sie liebte ihn. In seiner Gegenwart fühlte sie sich jung und Ivo liebte sie genauso. Das Einzige, was wir bei unseren Besuchen vermieden, wir sprachen kein Wort über Sonja. Schwiegermutter hatte, so wie sie mir sagte, mit ihrer Tochter abgeschlossen. Traurig, aber wahr. Wir wurden herzlich empfangen, wobei mein Sohn die liebevolle Umarmung seiner Oma sichtlich genoss. Das Wohnzimmer war nicht groß, aber umso mehr, gemütlicher. Seitlich vom Wohnzimmerfenster auf der rechten Seite hatte Schwiegermama den Platz für den Tannenbaum schon freigeräumt. Wie jedes Jahr stand dort der Weihnachtsbaum mit den vielen bunten Kugeln, den echten Kerzen und oben auf ein goldener Engel. Mein Sohn fieberte dieser Zeit entgegen, denn jedes Jahr waren wir bei Oma, die uns mit ihren Köstlichkeiten verwöhnte. Bis Weihnachten hatten wir noch Zeit. Der Schnee blieb liegen, was uns täglich nach draußen zog.

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Meine Eigentumswohnung hatte ich vom Erbe meiner Eltern gekauft, das Haus von ihnen in Wismar, hatte ich ausräumen, modernisiert und renovieren lassen, um es anschließend zu vermieten. Natürlich hätte ich auch nach Wismar ziehen können, aber meine Arbeitsstelle war nun mal in Hamburg. Hier hatte ich Sonja kennengelernt und hier kam unser Sohn zur Welt. Am Stadtrand von Hamburg stand ein Gebäudekomplex mit mehreren Eigentumswohnungen und den Tiefgaragen. Dazu ein kleiner Park mit Spielplatz für die Kids. Nicht weit entfernt war ein Wochenmarkt und kleine Geschäfte zum Einkaufen. Seit einiger Zeit stand die uns gegenüberliegende ETW leer. Das ältere Ehepaar, zudem wir einen ausgezeichneten Kontakt hatten, hatte sich entschieden, in ein Seniorenheim zu ziehen, mit einem ambulanten Pflegedienst, der jederzeit für sie abrufbar war. Ivo mochte die beiden in besonderem Maße, zumal er mehrmals allein bei ihnen war, wenn es bei mir beruflich nicht anders ging. Für uns beide war das komisch, weil sie sich so entschieden haben, denn sie waren mehr als nur Nachbarn. Einmal die Woche besuchten wir die beiden. Wenn mein Sohn und ich den Eingangsbereich des Heimes betraten, strahlten die Leute, weil Ivo immer am Lachen war und furchtlos auf sie zuging. Im hauseigenen Café trafen wir unsere Nachbarn, klönten miteinander, wobei mein Sohn einen besonderen Stellenwert genoss. Sie verwöhnten ihn mit Kleinigkeiten, knuddelten ihn herzlich und überschütteten ihn mit ihrer Liebe.

Ihre ETW wollten sie über einen Makler vermieten lassen, um sich mit den Mieteinnahmen einen Teil ihrer Kosten im Seniorenstift zu finanzieren. Eigentlich brauchten sie das nicht, weil sie Geld für diesen Luxus genug hatten. Beide waren Beamte im höheren Dienst, 45 Jahre verheiratet, aber leider ohne Kinder. Als wir als kleine Familie unsere Wohnung bezogen, hatten sie sich bei uns persönlich vorgestellt und waren von Anfang an in unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Ivo hatte es ihnen besonders angetan. Wann immer sie Zeit hatten, nahmen sie Ivo zu sich, gingen mit ihm im Kinderwagen spazieren. Zweimal im Jahr machten sie Reisen. So haben Sie die Welt gesehen und von jeder Reise brachten sie Ivo etwas mit. Als Sonja uns verlassen hatte, waren sie sofort zur Stelle, hatten sich rührend um Ivo gekümmert, um mich zu entlasten. Was ich an ihnen schätze, ihre Offenheit und Treue zu uns und wie sie miteinander umgehen. Kein schlechtes Wort über Sonja ging von ihren Lippen, sie akzeptierten das so und das war’s.

 

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Mit meiner Chefin hatte ich ausgemacht, in der bevorstehenden Vorweihnachtszeit die Nachmittage früher gehen zu können. Sie kannte meinen Sohn und ich möchte meinen, dass sie vernarrt in ihn war. Sie war verheiratet, hatte eine pubertierende Tochter, mehr wollte ich nicht wissen. Dass sie ein Auge auf mich warf, war mir nicht bewusst, vielleicht auch deswegen, weil sie mir nicht gefiel. Sicher, sie war nett und nicht schlecht gekleidet, was ihr fehlte, Gefühle zeigen können. Es ging nichts von ihr aus, was mich hätte reizen können.

Ich holte Ivo vom Kindergarten ab, der schon auf mich wartete. Es war sein letzter Tag. Einige Tränen kullerten den anderen Kindern und auch Bernd herunter. Bernd war ein hervorragender Erzieher, den die Kinder über alles liebten. Aber so ist das im Leben, einer geht und andere kommen nach. Ivo war traurig, da er zu den älteren Kindern im Kindergarten gehörte und ihm der Abschied schwerfiel. Mir war bewusst, wie schwierig das für ihn sein würde. Deshalb nahm ich ihn mit zum Pizzaessen, was seine Stimmung sofort hob.

Gegen 22:30 Uhr, mein Sohn schlief derweil, wurde es im Treppenhaus sehr laut und aus der Wohnung gegenüber dröhnte laute Musik. Ich hatte nicht mitbekommen, dass ein neuer Bewohner eingezogen war, aber die Musik war zu laut und es war nach 22:00 Uhr. Mir war primär wichtig, dass Ivo Ruhe zum Schlafen hatte. Als ich meine Haustür öffnete, drang die laute Musik voll durch. Zugegeben, sie gefiel mir, aber sie war einfach zu laut. Nachdem ich lange geklingelt hatte, öffnete mir ein auffälliger Typ (tuntiger ging es wirklich nicht) die Tür. Unerwartet umarmte er mich, gab mir Küsse auf beide Wangen und bat mich einzutreten.

Zu meiner Überraschung sah ich mehr Männer als Frauen, die tanzten, sich unterhielten und reichlich Alkohol konsumierten. Verwirrt von dem Getümmel suchte ich nach dem Gastgeber, was sich jedoch als unmöglich erwies. Stattdessen wurde ich von jeden männlichen Wesen überschwänglich begrüßt, bekam Küsse aufgedrängt, zum Tanzen aufgefordert und man drängte mir Drinks auf, während meine Suche nach dem Hausherren scheiterte. Ich habe nichts gegen homosexuelle Menschen und mich nie wirklich mit ihnen beschäftigt, jetzt waren sie in großer Zahl da und so unterschiedlich in ihrem Auftreten, das verwirrte schon ein wenig, als ich mich zum Ausgang begab. Jemand hatte den guten Einfall, die Musik leiser zu drehen, was mich beruhigte und beim Hinaustreten sah ich mich noch einmal um. Einige Männer lagen sich in ihren Armen, küssten sich leidenschaftlich und innig, ein Pärchen Mann und Frau lagen halb auf dem Sofa und schmusten miteinander herum. Das war nicht mein Ding, also verschwand ich in meine Wohnung. Die Nacht verlief anders als erwartet – keine lauten Geräusche aus der Nachbarwohnung.

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Es war Samstagmorgen, und wie immer kam Ivo zu mir ins Bett gehüpft, kitzelte mich, kuschelte sich in mich hinein, und gelegentlich flogen auch mal das eine oder andere Kissen umher. Es macht mich glücklich, so mit meinem Sohn umzugehen und zu sehen, wie fröhlich er dabei ist. Ich kann ihm zwar nicht die Mutter ersetzen, aber meine Schwiegermutter war und ist für ihn gleichzeitig Oma und Mutter. Manchmal wenn er traurig war, weil ihm seine Mutter fehlte, war es besonders schlimm, wie sollte ich ihm erklären, dass Sonja uns verlassen hatte. In diesen Momenten litten wir gleichermaßen, jeder auf seine Art.

Unser gemeinsames Frühstück am Wochenende wurde zu einem Ritual, Ivo im Schlafanzug und ich im T-Shirt und Boxer, stellten alles fürs Frühstück zusammen. Ungezwungen und mit guter Laune, ein wenig Musik aus dem Radio, genossen wir unsere Zeit. Hier machten wir Pläne für den Tag. Nun stand die weihnachtliche Zeit vor uns, mit viel Schnee und Sonnenschein. Sicherlich fehlte mir Sonja, aber mit jedem Jahr, das sie nicht zugegen war, entfernte ich mich immer mehr von ihr und Ivo wurde zu meinem Lebensinhalt. Der Schnee lag meterhoch, die Kamine roch man von Weitem und kleine Schneeflocken fielen herab. Noch waren wir mit dem frühstücken nicht fertig. Ivo hielt es kaum auf dem Stuhl aus, als es an unserer Haustür klingelte. Im Schlafanzug sprang er auf und rannte zur Tür. Das war nichts Ungewöhnliches, weil Schwiegermutter oder das ältere Ehepaar von nebenan öfter zu einem Kurzbesuch vorbeikamen. Irritiert war ich, als Ivo einen Herren im Schlepptau hatte und ihn ohne Bedenken an unseren Küchentisch platzierte. Ich muss erwähnen, dass mein Sohn, was andere Menschen anbelangte, ein sehr feines Gespür entwickelt hatte. Eine Eigenart, die meine Mutter immer hatte! Natürlich spielte auch Ivos Charme eine Rolle. Manchmal habe ich Angst, dass ihm das zum Verhängnis werden könnte, doch er weiß genau, was er sich selbst zutrauen kann. Wenn es brenzlig wird, weiß er sich zu helfen und macht sich bemerkbar. Das macht mich mächtig stolz auf ihn.

 

Nun saß dieser Mann, den wir nicht kannten, an unserem Frühstückstisch. Ich in meinem Shirt und Boxer, mein Sohn im Schlafanzug, was den Mann in keiner Weise zu irritieren schien, wohl aber zum Grinsen brachte. Ich versuchte mich zu entschuldigen, da fiel er mir ins Wort.

„Ich möchte mich wegen gestern Abend entschuldigen, weil es so laut war. Ich hatte keine Ahnung, dass mich die Leute besuchten und gleich eine Party daraus machten.“

Ich weiß nicht, warum ich gleich seine Entschuldigung annahm und Ivo ihn auch noch zum Frühstücken einlud, die er dankbar angenommen hat. Der Mann wuselte in Ivos Haaren, der sich gebauchpinselt fühlte und langte auch schon zu. So ganz gefiel mir das nicht, zwar hatte ich das Gefühl ihn schon gesehen zu haben, konnte ihn nicht zuordnen, bis er aufstand und sich vorstellte.

„Ich bin Elias und der neue Nachbar von ihnen.“

Jetzt wusste ich, wo ich ihn gesehen habe. Beim Hinausgehen seiner Wohnung sah ich Elias in einer Ecke mit einer Frau stehen. Er gab mir seine Hand und dann geschah das Unglaublichste in meinem Leben. Unsere Hände berührten sich zu einem Händedruck, dem dann so eine Art von Blitz durch meinen Körper jagte. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Aber es kribbelte im gesamten Körper, was nicht schlecht war. An einer Stelle, an der ich es nie vermutet hatte, traf dieses Kribbeln besonders heftig auf. Meine Eier fingen an zu zucken und zogen sich in meinem Sack zusammen. Nur gut, dass ich keinen Ständer bekommen habe, das wäre eine Katastrophe für mich gewesen. Ob es Elias genauso traf, konnte ich nicht eruieren, da ich mit mir beschäftigt war. Ich muss wohl hochrot im Gesicht ausgesehen haben, denn Ivo und auch Elias feixten sich einen. Ich benötigte eine Zeit, um zu mir zu kommen. Dann brachte mich Ivo wieder in Verlegenheit, weil er die Idee hatte, Elias zum Rodeln einzuladen. Das passte mir nicht, doch mein neuer Nachbar war schneller und bejahte die Einladung meines Sohnes, damit stand es 1:0 für die beiden.

Ivo drängte nach draußen, während Elias in seiner Wohnung verschwand, um sich warme Kleidung anzuziehen. Ich kannte den Kerl überhaupt nicht, wäre es da nicht besser gewesen, den neuen Nachbarn erst einmal vernünftig kennenzulernen? Wer war er, lebt er mit einer Frau oder allein in dieser Wohnung und was sollten all die Kerle an dem Abend in seiner Wohnung?

Mein Sohn und ich waren fürs Rodeln gewappnet. Ich versuchte noch, um die Situation mit Elias herumzukommen, der stand, ich muss es zugeben, perfekt in Winterkleidung da. Ivo schnappte sich seine Hand und los ging’s. Wie selbstverständlich saß mein Kleiner auf dem Schlitten, der Nachbar nahm sich die Schnur und zog Ivo durch den weißen Schnee. Mir kam das alles wie ein Traum vor, das war nicht real, doch das Lachen von Ivo holten mich aus dem Traum heraus. Jetzt setzte mein klischeehaftes Denken ein, ich machte mir Sorgen, dass dieser „Mann“ Böses im Schilde führte und sich an meinen Sohn heranmachen wollte. Schlagartig veränderte sich meine Laune. Zu allem Übel verstanden sich die beiden super, was mich fast auf die Palme brachte. Wir waren oben auf dem Berg angekommen, da sollte es mit dem Schlitten nach unten gehen. Mein Sohn platzierte sich nach vorn auf dem Schlitten und bat Elias hinter ihm Platz zu nehmen, mir platzte der Kragen. Das ging von meinem Sohn zu weit, er ließ mich dumm stehen und das wollte ich mir nicht gefallen lassen und schubste kurzerhand unseren neuen Nachbarn weg, setzte mich hinten auf und stieß uns ab. Doch das ging nach hinten los, denn so richtig freuen konnten wir uns beide nicht. Unten angekommen, schaute mich Ivo fragend an, er sprach kein Wort mit mir und ich fühlte mich furchtbar. Es blieb bei diesem herunterfahren. Ivo hatte keine Lust mehr und wollte nach Hause. Solche Situationen kannte ich von meinem Sohn schon, dann war er ungenießbar und verkroch sich in sein Zimmer. Die Stimmung wurde nicht besser, selbst mit Kakao und Kuchen konnte ich ihn nicht dazu bewegen, aus seinem Zimmer zu kommen. Was hatte ich getan, ich habe meinen Nachbarn weggeschubst, weil ich nicht wollte, dass er meinen Platz einnimmt. War das alles? Wenn Ivo in so einer Phase war, fühlte ich mich auch nicht gut, saß meistens allein im Wohnzimmer, hörte Musik und las in einem Buch.

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Das Telefon klingelte und meine Chefin war am anderen Ende der Leitung. Das klang nicht gut, denn ein Mitarbeiter war erkrankt und ich musste für ihn am nächsten Vormittag einspringen. Jetzt saß ich in der Bredouille, denn Oma war zu ihrer Freundin nach Brandenburg gefahren, der Kindergarten war zu, was nun? Durch das Telefonat kam Ivor aus seinem Zimmer, setzte sich zu mir und gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass meine Aktion auf dem Berg falsch war. Das war mein Sohn, er brachte es eindeutig auf den Punkt, wenn er etwas für falsch hielt. Ich musste mir wirklich eingestehen, dass er nicht Unrecht hatte. Durch mein klischeehaftes Denken hatte ich Elias in eine Schublade gesteckt, das mich dazu brachte, ihn auf dem Berg wegzuschubsen. Das war mies und egoistisch von mir. Ivo war erst 6 Jahre alt, aber sein Gespür, was Menschen anbelangte, verblüffte mich immer wieder. Im Kindergarten tat er sich mit den Kindern zusammen, die gefühlt das Nachsehen hatten. Bernd, dem Erzieher fiel das besonders auf, wie Ivo mit den anderen Kindern umging. Er und seine Frau, mit ihren drei Kindern waren öfter bei uns zu Besuch und er war mit Leidenschaft in seinem Beruf tätig.

Wir bereiteten unser Abendessen vor, setzten uns und langsam taute Ivo wieder auf. Ich entschuldigte mich für mein Verhalten oben auf dem Berg, versuchte ihm auch zu erklären, warum ich es tat. Da ich nicht wusste, wie Ivo damit umgehen würde, versuchte ich es zu umschiffen. Dass Elias vielleicht schwul sein und sich an ihm vergreifen könnte, wollte ich ihm so nicht sagen. Ivo durchschaute meine Absicht und brachte es wieder auf den Punkt. „Und wenn er schwul wäre, ist mir egal, er ist einfach nett.“

Ivos Worte hallten nach, mir wurde klar, mich bei Elias zu entschuldigen. Mit Herzklopfen klingelte ich bei Elias, der mir die Tür öffnete. An dem Tag, wo die Party stattfand, hatte ich von der Wohnungseinrichtung keine Vorstellung. Bei genauen betrachten, fiel mir auf, wie sauber seine Wohnung war. Alles hatte seinen Platz, nichts war überkandidelt. Die Möbel waren modern, die Fenster mit Plissees ausgestattet, einige Grünpflanzen standen in Ecken. Ich reichte ihm meine Hand, gewissermaßen als Entschuldigung hin und bekam erneut einen Blitzschlag, der mir in Mark und Bein ging. Elias gab mir zu verstehen, dass es nicht seine Absicht sei, sich zwischen ihnen zu stellen und kann es sehr gut verstehen, dass ich ihn weggeschubst hatte. Er öffnete eine Flasche Rotwein, reichte mir ein Glas und wir stießen auf gute Nachbarschaft an. Im Verlauf des Abends, es war schon Mitternacht, die Flasche war leer, erfuhr ich von ihm, dass er sich von seiner langjährigen Freundin getrennt habe und jetzt allein in diese Wohnung lebe. Ich musste wieder rüber, weil ich Ivo nicht so lang allein lassen wollte. Bevor ich Elias verließ, gab ich ihm einen Schlüssel zu meiner Wohnung und verabredete mit ihm, dass er mit Ivo den Vormittag verbringen sollte. Das wäre für meinen Sohn sozusagen, das Nachholen zum Rodeln mit Elias.

Wir verabschiedeten uns mit einer Umarmung, mir war warm von dem Rotwein, da durchzog mich wieder dieser Blitzschlag. Es kribbelte im ganzen Körper. Und noch etwas reizte meine Sinne. Elias muss es ebenso ergangen sein, denn unsere Umarmung war so eng, dass sich unsere Beulen berührten.

 

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