Adrians Lust und Leid - Das Sportinternat - Teil 6

von T.S. Marian
veröffentlicht am 24.06.2022
© T.S. Marian, mannfuermann.com
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Alpha Männer / Bareback / Das erste Mal / Große Schwänze / Junge Männer / Muskeln / Romantik / Sportler

Epilog

Zwei Jahre später

Ne me quitte pas

Il faut oubier

Tout peut s’oublier

Qui s’enfuit déjà

Oublier le temps

Des malentendus

Et le temps perdu

A savoir comment

 

Oublier ces heures

Qui tuaient parfois

A coups de pourquoi

Le coeur du bonheur

Ne me quitte pas

Ne me quitte pas

Ne me quitte pas

Ne me quitte pas.

Zum fünften Mal hörte ich jetzt diesen Jacques-Brel-Klassiker. Ich starrte auf die Brandung mit den Earpods im Ohr. Schon um vier Uhr dreißig war ich von Canberra hier rausgefahren. Saß in meinem Neopren-Shorty auf einem Basaltbrocken direkt im Meer etwa achtzig Meter vom Strand in der Nähe von Townsville, Queensland. Noch war es relativ ruhig, auch wenn die Sonne, bereits seit Stunden Strand und Meer aufwärmte. Einige Touristenboote fuhren vom Hafen zum Great Barrier Reef hinaus. Sanfter Tauchtourismus wurde das genannt. Aber große Flächen des einst größten Korallenriffs waren bereits abgestorben. Trotzdem war es immer noch beeindruckend. Auch für mich, der es regelmäßig sah, weil ich hier den praktischen Teil meines Studiums absolvierte.

Heute war Samstag. Ich war nicht wegen des Studiums da. Heute zog es mich aus anderen Gründen hier her. Es war ein besonderer Tag. Ein Jahrestag. Gestern hatte ich noch mit meiner Familie in Basel ein Facetime-Gespräch. Heute erwartete ich auch einen Anruf. Aus Italien. Um neun Uhr hiesiger Ortszeit. In Mailand würde es da gerade mal ein Uhr morgens sein.

Zum hundertsten Mal schaute ich auf meine Taucheruhr, kontrollierte den Akku des Iphones, griff in den Neoprenbeutel, den ich beim Tauchen stets um die Hüften trug und kontrollierte, ob die beiden Gegenstände auch wirklich da waren. Vor drei Wochen hatte ich das Paket aus Italien erhalten. Und bis dahin auf meinem Schreibtisch in meiner Studentenwohnung in Canberra aufbewahrt. Noch knapp zwanzig Minuten.

Aber gehen wir mal ruhig zwei Jahre zurück. Sonst versteht ihr ja nichts. Zurück nach Lausanne.

*

Das letzte Mal sah ich Alex bei der Abschlusszeugnisvergabe. Bei der großen Maturafeier eine Woche später war ich bereits in Australien. Ich hatte mich für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden, bevor ich studieren wollte. Und in Australien gab es Forschungsgruppen für Meeresbiologie, die entsprechende FSJler als Hiwis suchten. Sehr begehrt, aber mein Notendurchschnitt und das Renommee der Schule öffneten problemlos alle Türen. Besser konnte es für mich nicht laufen.

In dem Jahr veränderte sich alles. Ich wurde endlich erwachsen. Muskulös durch die ständige körperliche Arbeit. Mein blasser Teint ausgetauscht gegen eine satte Bräune. Ich machte meinen Tauch-und Surfschein. Und ich lernte meine Sexualität richtig kennen. Ohne Druck, ohne Geheimnisse, dafür mit sämtlichen Facetten. Es war zwar nicht so, dass ich mich durch die australische Gay-Community vögelte, aber ich war auch nicht gerade zölibatär, wenn Ihr versteht, was ich meine.

Alles das ließ zwar meine Erinnerung und manchmal auch Sehnsucht an und nach Alex nicht verschwinden, aber doch ein klein wenig verblassen. Immer seltener sah ich mich nach ihm auf den diversen Social Medias um. Sein Vertrag bei dem Regionalverein wurde zwar verlängert, aber er stagnierte auch irgendwie. Philippe hingegen stieg stetig auf und wurde sogar von einem Erstligisten in Italien gekauft. Heiko bekam einen Posten im Unternehmen seines Vaters, studierte daneben und verlobte sich mit einem Model aus einer Schweizer Castingshow.

Ich überlegte gerade mein FSJ noch um ein weiteres halbes Jahr in Townsville, Queensland zu verlängern, wollte danach an der Universität von Canberra mein Studium beginnen, als ich eine Mail meiner Eltern mit einem angehängten Zeitungsartikel aus Lausanne erhielt.

»Junger aufstrebender Fußballer bei Motoradunfall ums Leben gekommen.« Auf dem Foto eine mir bekannte vollkommen zerstörte Harley Davidson. Augenblicklich meldete ich mich krank. Nicht für einen, nein, für fünf Tage.

Alex war tot. Mein Alex. Mein großer Schwarm und meine Nemesis. Wie konnte das sein? Alex erschien mir immer als unverletzbar, als unsterblich. In dem Artikel stand wenig. Er sei auf gerader Fahrbahn gegen einen Baum geprallt. Man gehe davon aus, dass Alexandre W. einem Tier ausweichen wollte und dabei die Kontrolle über das Krad verloren habe. Komisch sei zwar, dass die Polizei keinerlei Bremsspuren gefunden hätte, aber für einen möglichen Suizid gäbe es ebenfalls keine ausreichenden Hinweise. Die prominente und wohlhabende Familie W. habe sich jede Spekulation verbeten und war zu keiner Stellungnahme bereit.

 

Ich durchforschte augenblicklich das Internet, aber außer trauernden Kommentaren einiger seiner Fans auf Alex Accounts und einer großen Traueranzeige der Familie entdeckte ich nichts. Die Urnenbeisetzung in der Familiengruft sollte im engsten Kreis stattfinden. Enger Familienkreis, nun gut! Ja, was sollte ich auch dort? Auch wenn ich natürlich sofort dieses Bedürfnis hatte. Aber in anderthalb Monaten reiste ich ohnehin zurück. Dann wäre ja immer noch Zeit. Schließlich war der Idiot bereits tot, nicht sterbenskrank.

Meine Eltern in Basel wunderten sich nicht schlecht über die äußerlichen Veränderungen an mir bei meiner Rückkehr, jetzt live und in Farbe. Zwei Tage später reiste ich nach Lausanne, buchte mich in einer kleinen Frühstückspension ein. Auf dem Friedhof angekommen, erkundigte ich mich nach der Grabstätte. Wie sollte es auch anders sein, es war eine imposante Familiengruft, in der Alex bestattet war. Marmor, Säulen, Vergoldungen. Verdammte Scheiße. Prunk an allen Ecken und Kanten. »Mann, würde Alex das hassen und verachten«, murmelte ich halblaut vor mich hin. Auf einer kleinen Bank neben dem protzigen Mausoleum nahm ich Platz, als ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Philippe Demarque lächelte mich an, zog mich hoch und umarmte mich.

»Wow! Du sehen fantastisch aus, Adrian. So anders. So ...«

»... so männlich? Wolltest Du das sagen?«

»Non, non. So erwachsen, ist es, was isch sage wolle.«

»Danke. Du aber auch, Philippe. Du auch. Was machst Du hier? Ist das etwa ein Zufall?«

Er schüttelte den Kopf. Kurz: Durch Alex ehemalige Whatsapp-Gruppe der Schule war er an meine ehemalige Rufnummer und an die meiner Schwester gelangt. Da ich jetzt eine australische Prepaid-Karte und Nummer hatte, blieb ihm nur der Umweg über meine Schwester. Durch sie hätte er von meiner Rückkehr aus Australien und meinem geplanten Besuch in Lausanne erfahren. Auf meine Frage, ob er glauben würde, dass Alex Selbstmord begangen hätte, wiegte er unentschieden den Kopf. Er wüsste es wirklich nicht. Er kramte einen wattierten Umschlag hervor, auf dem »Für Adrian persönlich« stand. Er habe schon vor einiger Zeit diesen Brief von Alex erhalten und nie geöffnet. Ein USB-Stick und ein schlichter Notizzettel steckten drin, auf dem stand: »Adrian, ich habe Dich belogen. Ich konnte die Aufnahmen einfach nicht löschen. Es tut mir alles sehr leid. Alex.« Mehr nicht. Ich wusste, was es war. Ein paar Tränen liefen mir stumm übers Gesicht.

Philippe legte ganz kurz den Arm um mich, zog ihn aber augenblicklich zurück, da andere Friedhofsbesucher in der Nähe waren. Der einfachheitshalber gebe ich jetzt alles, was er dann sagte auf Deutsch wieder.

»Er hat Dich geliebt, Adrian. Ich glaube, Du warst der einzige Mensch, den Alexander je geliebt hat. Ich habe ihn auch geliebt, aber mich hat er nie so angesehen wie Dich. Das Problem war nur: Du warst offen schwul. Gefährlich für ihn und seine Ambitionen. Aber ihn und mich vereinte unser Geheimnis als schwule Fußballer. Wirklich geliebt hat er Dich. Das war mir schon früh klar, deshalb haben wir uns auch irgendwann getrennt. Wenn wir zwei miteinander schliefen, lagst Du als Dritter immer zwischen uns.

Mannomann, Dein Gesichtsausdruck auf dem Video spricht Bände. Ja, ja, ich habe sie beide gesehen. Als ich Alex einmal beim Wichsen überrascht habe, wollte ich wissen, zu was er sich da ständig einen runterholt. Ich bin nicht blind. Auch in seinem Blick auf dem Video auf dem Boot war es deutlich zu sehen. Nicht einmal ganz am Anfang hatte er für mich diese Sehnsucht und Liebe in seinen Augen. Aber er konnte es Dir wohl nicht gestehen. Vielleicht, weil er dann keine Chance mehr gehabt hätte, es vor sich selbst zu leugnen. Keine Ahnung. Mag auch völliger Schwachsinn sein. Was weiß ich schon? Ich bin ja nur ein dummer Kicker und kein Psychologe.«

»Kommst Du denn damit gut klar, dass Du es verheimlichst, Philippe?«, musste ich nachsetzen. Er lächelte etwas traurig. »Nein, nicht besonders gut, aber ich werde meiner Karriere nicht einen solchen Felsbrocken in den Weg legen. Feige, nicht wahr, Adi? Aber ich kann einfach nicht.«

 

Ich nickte: »Immerhin begreife ich jetzt endlich, warum Ihr beiden auf dem Feld ein solches Team gewesen seid. Perfekte Harmonie.«

»Ja, auf dem Feld schon. Ansonsten eher selten perfekt. Weißt Du noch die Sache mit dem Jungen aus Romanel?«

»Meinst Du diesen Yves?«

»Ja, es hat da eine sehr hässliche Sache gegeben. Yves Eltern haben Wochen später Anzeige wegen Vergewaltigung und Missbrauchs ihres minderjährigen Sohnes erstattet. Gut, da lief es auf Aussage gegen Aussage hinaus und die Strafanzeige wurde zurückgewiesen, aber das hat trotzdem Alex Karriere gewaltig geschadet. Obwohl seine Familie ihn und sich mit viel Geld und einem Spitzenanwalt aus dem Skandal zogen.«

»Was für ein kleines Arschloch!«, stieß ich hervor.

»Na ja«, lächelte Philippe sanft. »Das kann man sicher auch anders sehen, oder?«

Ich erwiderte nichts. Gemeinsam sahen wir den wenigen Wolken hinterher, die über Lausanne hinwegzogen.

»Also, war Alex schwul, oder?«

Philippe nickte.

»Ja, das war er. Sogar ganz sicher. Weißt Du, Adrian, mit wem er seine ersten Erlebnisse hatte? Hast Du eine Idee?«

»Keine Ahnung. Mit Dir?«

Er lachte kurz auf.

»Nein, mit Heiko.«

»Was? Mit Heiko von Slaten? Hat Alex Dir das erzählt?«

»Ja, hat er. Er und Heiko kannten sich schon, seit sie zehn waren. Sie sind gemeinsam aufs Internat gekommen. Hat Alex Dir nie ihr gemeinsames Versteck gezeigt?«

»Du meinst doch nicht, dieses Verließ unter der Schule?«

»Doch, genau das. Warte, ich zeige Dir mal etwas. Hab ich auf Alex Computer gefunden. Ja, und bevor Du fragst, ich hatte sein Passwort. Hier, schau mal.«

Philippe klickte auf seinem Smartphone auf Dateien und rief eine ganze Menge Fotos auf. Erneut schossen mir die Tränen in die Augen, als ich einen ungefähr dreizehnjährigen Alex sah, der seinen besten Kumpel Heiko umarmte. Im Hintergrund sah man deutlich das alte Gemäuer mit den versteckten Nischen darin. Auf einem der Fotos hatten beide Jungs die Hosen runtergelassen und hielten ihre erigierten Schwänze in den Händen. Allerdings war nur das Gesicht von Alex zu sehen. Offensichtlich hatten sie bei der Aufnahme, den Winkel falsch eingeschätzt. Auf einem anderen Bild nahm Alex gerade den Steifen von Heiko in den Mund. Alle anderen Fotos waren unverfänglich und zeigten einfach nur zwei beste Freunde, die sich umarmten.

»Wieso hatte er denn bloß die Bilder aufbewahrt?«, fragte ich Philippe, der den Kopf schüttelte.

»Nicht Alex hatte die Fotos gemacht. Heiko war es. Und er hat sie benutzt, um Alex unter Druck zu setzen. Zumindest habe ich es so verstanden. Alex sagte, er sei zeitweise der Diener, der Leibeigene von Heiko gewesen. Deshalb hat Alex es auch klaglos hingenommen, dass man ihn aus der Schulmannschaft disste.«

»Heiko hat ihn erpresst?« Ich war entsetzt.

»Ich denke schon. Ansonsten hätte Alex sich nicht so für ihn eingesetzt bei der Schülersprecherwahl damals. Ihr Verhältnis war nicht wirklich das Beste. Auch wenn sie es nach außen so aussehen ließen. Alex wurde von Heiko gewaltig benutzt.«

Ich musste an meine ersten Begegnungen mit Heiko und Alex in der Umkleidekabine denken. Als er damals davon sprach, sich von einem Mann einen blasen zu lassen. Hatte er da wohl eigentlich Alex im Sinn? Hatte Alex sich auch diesbezüglich von Heiko erpressen lassen? Wusste Heiko, dass Alex eigentlich schwul war und nutzte das schamlos aus?

»Dann ...«, stotterte ich empört heraus, »dann war ich eigentlich nur der Punchingball für Alex, um mit mir das zu machen, was Heiko mit ihm tat.«

»Quatsch, Adrian. Nein, das heißt, vielleicht am Anfang. Vielleicht hat er am Anfang Dich so behandelt. Aber spätestens nach Deinem Outing, hatte Alex garantiert eine andere Meinung von Dir. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass er schon gleich zu Beginn Gefühle für Dich hatte. Hast Du etwa nie bemerkt, wie oft er Deine Nähe gesucht hat? Im Unterricht? Im Flur? Oder wenn er wusste, dass Du bei einem Spiel bist? Glaubst Du wirklich, er hat sein Shirt für die Mädchen ausgezogen? Es hat mir immer einen Stich ins Herz versetzt, weil wir schon heimlich ein Paar waren, aber er hat immer so lang damit gewartet in die Mannschaftskabine zu kommen, bis er Dich in den Gängen sah. Nur dann war er zufrieden. Und wehe, Du warst mal nicht bei einem Spiel. Dann war seine Laune genauso miserabel wie sein Spielehrgeiz. Oder erinnerst Du Dich noch an die Party am Seeufer? Was glaubst Du eigentlich, warum ich bereits so früh verschwunden war?«

 

»Ehrlich gesagt, habe ich Dich dort gar nicht gesehen, Philippe.«

»Nein, weil ich mich im Hintergrund aufgehalten habe. Aber ich habe Alex beobachtet, wie er sich bewusst in Deine Nähe gesetzt hat, wie er für Dich sich das weite Muskelshirt anzog. Er wollte Dich provozieren und Dir imponieren.«

»Das ist mir, ehrlich gesagt, nie aufgefallen. Also, dass es speziell für mich war. Vielleicht irrst Du Dich ja, Philippe. Er war eigentlich andauernd herablassend zu mir.«

»So wie ich auch. Adrian, es gehörte zur Tarnung. Verdammt, glaubst Du vielleicht, ich hätte auf diesem Parkplatz in Romanel wirklich gern dieses Spielchen mitgemacht? Meinen Bizeps von Dir küssen zu lassen? Alex wollte unbedingt diesen Körperkontakt mit Dir haben. Alex brauchte es auch für sein Ego. Er brauchte diese Machtdemonstration nach außen für die Schwäche in seinem Inneren. Wie sehr er dabei auf Deinen und meinen Empfindungen herumtrampelte, war ihm wahrscheinlich nicht klar.«

Die Erinnerungen an diesen Tag und die folgende Nacht stiegen sehr bildhaft in mir hoch. Mit einem langen Seitenblick schaute ich mir Philippe das erste Mal, seit wir uns hier getroffen hatten, richtig an. Diese Augen, diese sehr klaren stahlblauen Augen. Seine lockigen Haare hatte er gekürzt und er trug einen eleganten Sommerblazer zu einer engen schwarzen Jeans, die seine langen Beine zusätzlich betonten. Das enge T-Shirt unter dem Blazer verbarg kaum seine Muskeln am Bauch. Sie schimmerten durch den Stoff durch. Eigenartig, dass ich hier an Alex Grabstätte plötzlich wieder von den erotischen Gefühlen Philippe gegenüber eingeholt wurde.

»Es tut mir sehr leid, dass Alex Dich so schlecht behandelt hat, Philippe«, unterbrach ich ihn in seinem Redefluss.

»Ach, ist schon gut. Wir haben uns da auch manchmal gegenseitig nichts geschenkt.«

»Nein, ich hätte nie mit Alex ..., wenn ich geahnt hätte, dass Du und er ..., bitte, Philippe, das musst Du mir glauben. Weißt Du, die Nacht, als Du uns überrascht hast in der Trainingshalle, da ...«

»Adrian, ich hab Hunger. Ich hab hier den halben Tag gewartet, weil mir Deine Schwester natürlich nicht sagen konnte, wann genau Du hier erscheinst. Magst Du mit mir etwas essen gehen? In meinem Hotel gibt es ein sehr gutes Restaurant und ich würde Dich gerne einladen, wenn Du magst?«

»Du musst mich nicht einladen, Philippe, ich kann sehr gut ...«

»Ich weiß, dass ich das nicht muss, Adrian, aber es würde mich sehr freuen. Ich kann mit niemandem über Alex sprechen. Also nicht über diese Dinge. Du bist der Einzige. Also, gib mir bitte keinen Korb. Kommst Du?«

»Ja, sehr gern.«

»Wo wohnst Du, Adrian?«

»In einer kleinen Pension, namens Fleury. Und Du«

»Im Palace.«

»Natürlich. Nobel geht die Welt zu Grunde.«

»Adrian, bitte.«

»Ist ja gut, ich nehme die Einladung an.«

»Danke. Und noch eine Bitte. Ich weiß, Du wirst es hassen, aber könnten wir auf meinem Zimmer essen? Gestern, als ich eincheckte, war bereits die Pressemeute da und ich möchte mich wirklich gerne ungezwungen mit Dir unterhalten und nicht Gefahr laufen, dass ...«

»Dass der zukünftige Spitzenstürmer Italiens mit einem geouteten Schwulen im Restaurant gesehen wird?!? Verstehe schon.«

Betreten schaute Philippe nach unten auf seine teuren Sneaker.

»Ich weiß, es ist hart für Dich, Adrian. Aber ...«

»Schon gut. Wann soll ich da sein?«

Er drückte dankbar meine Hand, nannte mir den Namen seiner Suite und zur Vorsicht tauschten wir noch die Handynummern aus. Wir verabredeten uns für neunzehn Uhr. Pünktlich betrat ich die pompöse Eingangshalle des Luxushotels, lief souverän zu den Aufzügen durch und fuhr auf die entsprechende Etage. Ich sandte ihm eine SMS und wartete, bis eine Tür sich öffnete. Philippe lächelte mich an, winkte und ließ mich eintreten.

»Schön, dass Du da bist, Adrian.«

»Na klar, danke für die Einladung.«

Wir gaben uns zwei französische Wangenküsse. Philippe hatte eine hochgekrempelte hellgraue Chino, ein seidigglänzendes blaues T-Shirt mit V-Ausschnitt an. An den Füßen graue Espadrilles.

 

Allein der Flur von der Hotelzimmertür bis zur Lounge, was für jeden anderen ein normales Wohnzimmer wäre, war ungefähr so groß wie mein Pensionszimmer plus Bad. Auf edlem Pitchpine lagen schwere Orientteppiche. Die Fensterfront mit riesigem Balkon ging runter bis zum Boden. Stuck an der Decke, Beleuchtung, die man wahrscheinlich auf Zuruf in jede erdenkliche Stimmung hätte wechseln lassen können. Ein großer Servierwagen mit Wärmeplatte und Champagnerkühler stand neben einer imposanten Couch.

»Entschuldige den Umstand. Ich habe dem Restaurantchef mitgeteilt, dass mein Manager und ich heute in meiner Suite zu Abend essen und er hat mir eine exquisite Auswahl an Speisen in Aussicht gestellt. Ist vor einer Minute geliefert worden. Ich hoffe, es ist etwas für Dich dabei.«

»Mannomann. Ihr Profi-Fußballer lasst es wirklich ganz schön krachen. Kann man nicht anders sagen.«

»Eigentlich lasse ich es deinetwegen krachen, Adrian. Hey, Du solltest noch wissen, mir reicht normalerweise ein schlichter Burger und etwas Salat.«

»Ah, et la petite tapette a besoin d’huîtres et de caviar, je suppose?« (Ah, und die kleine Schwuchtel braucht wohl Austern und Kaviar?)

Philippe sah mich mit einem selbstironischen Lächeln an, als er kopfschüttelnd und auf sich weisend erwiderte: »Non, cette petite pédale a besoin de caviar et d’huîtres.« (Nein, diese schwule Klemmschwester hier braucht etwas Kaviar und Austern.)

Und er fügte hinzu: »Nur heute. Weil es ein besonderer Tag ist. Und weil wir Alex hochleben lassen wollen. Oder möchtest Du das mit Wasser machen statt mit Champagner?«

»Na, wenn es einzig um Alex ginge, würden wir wohl eher ein Bierchen aus der Dose trinken und ein Tütchen Gras rauchen, aber das wäre wahrscheinlich ein Riesenskandal in diesem Schuppen, oder? Also, dann lassen wir es einfach mal krachen. Auf Alex!«

Mit einem Glas exzellenten Champagners stießen wir an, zogen den Servierwagen zur Sitzgruppe und setzten uns aufs riesige Sofa.

»Hast Du was dagegen, wenn ich es mir etwas bequemer machen, Philippe? Darf ich mein Sakko und die Schuhe ausziehen?«

»Adrian, von mir aus, darfst Du alles ausziehen, was Du möchtest.«

»Wow! Na, ist ja nicht so, als hättest Du nicht bereits alles gesehen? Du kennst mich nackt. Sowohl aus der Nacht damals in der Schule als auch vom Video, nicht wahr?«

Dabei zog ich mir erst die Schuhe und Socken aus, dann das Sakko.

»Ist das ein Wettbewerb, Adrian? Ich möchte nicht in Verruf kommen, dass ich interne Vorteile ausnutze. Hey, ich kann selbstverständlich gleichziehen. Von mir aus schicke ich Dir sogar die drei einzigen Nacktaufnahmen von mir. Nur damit wir die gleiche Ausgangssituation haben.«

Ich hob abwehrend die Hände.

»Nicht nötig, Philippe. Ich war auf Deinem Insta-Account. Und so lange ist es nicht her, dass Du mich an Deinem Bizeps hast schnüffeln lassen.«

»Das wirst Du mir wahrscheinlich bis an mein Lebensende vorwerfen, oder?«

»Vielleicht. Mal sehen«, kokettierte ich jetzt barfüßig im Schneidersitz auf einem Sofa sitzend, dass in der Anschaffung ungefähr so teuer war, wie mein gesamter Australienaufenthalt gekostet hatte. »Apropos schnüffeln. Sag mal, Dein Parfum ist das nicht ...«

»Ja, Adrian. Versace. Das ist das Parfum, das Alex immer trug. Aber um das gleich mal richtigzustellen. Ich hatte es ihm geschenkt. Alex hätte auch weiterhin Axe benutzt und sonst nichts.«

»Ist ein ziemlicher Flashback, muss ich sagen. Dieser Duft und Alex sind irgendwie eins.«

»Stört es Dich sehr, dann dusche ich es ganz schnell ab, dass ...«

»Nein, stören nicht. Ich war nur etwas irritiert. Nein, ich finde, es passt zu Dir eigentlich sogar besser. Du warst immer der Elegantere.«

»Aber Alex der Hübschere. Alex war wahnsinnig hübsch, oder?«

»Das stimmt. Er war überirdisch schön. Viel zu schön, um wahr zu sein. Aber komm, Philippe, willst Du Dich etwa beklagen. Wage es nicht. Mit der attraktiven Fresse und Figur? Gibt doch bestimmt bereits Anfragen von Werbeagenturen, oder?«

 

»Hey, noch ist es nicht so weit. Und das sagt mir ausgerechnet einer, der in anderthalb Jahren zu einer Art Aussiebum-Modell mutierte? Außerdem interessiert mich jetzt, was Du so vorhast? Du wirst studieren, oder? Ich meine, bei Deinem Abschlusszeugnis. Bester des Jahrgangs.«

»Ja, wahrscheinlich Meeresbiologie und Ökologie. Bin in Australien richtig auf den Geschmack gekommen.«

»Dann verlässt Du Europa also wieder?«

»Wahrscheinlich. Äh, wieso fragst Du, Philippe?«

»Nur so. Was möchtest Du jetzt essen?«

Philippe zeigte auf den Servierwagen links neben ihm.

»Tja, vielleicht etwas Thunfischtatar.«

»Kein Steak? Oder etwas Bouillabaisse?«

Ich lachte auf.

»Wahnsinn. Du lässt aber auch nichts aus, oder? Das kostet doch ein ...«

»Pscht! Es ist alles gut.«

»Dann probiere ich mal das Steak.«

Philippe reichte mir einen von zwei Tellern, jeweils abgedeckt mit einer Cloche. Schweigend assen wir. Es war köstlich. Perfekt gegart. Grandios gewürzt. Wir naschten uns durch eine ganze Palette von exquisiten Häppchen. Irgendwann fragte Philippe, ob er mir ein paar Fotos zeigen dürfe. Ohne zu ahnen, was kommen würde, sagte ich ja. Er nahm sein IPhone, schaltete den riesigen Fernseher an und streamte Fotos von unserer ehemaligen Schule.

»Hey, da sitze ich ja am Spielfeldrand. Oh, nee. Schau mal, da habe ich noch diesen elenden kleinen Bauch. Mann, das hat mich vielleicht genervt. Ihr alle so durchtrainiert und ich bekam die Plauze nicht weg. Hat Alex das fotografiert?«

»Nein. Siehst Du nicht? Alex steht dort im Hintergrund. Ich habe diese Bilder geschossen.«

Irritiert schaute ich ihn an.

»Wieso hast Du mich denn bitte fotografiert?«

Verlegen sah mich Philippe an.

»Um ehrlich zu sein, weil ich Alex beweisen wollte, dass er ständig Dich anschaute. Hier, da siehst Du es sehr deutlich. Alex redet zwar mit den Mädels neben ihm, aber sein Blick sucht Dich. Er ist fast ausgerastet, als ich ihm das zeigte. Aber es ist wahr. Er hatte Dich immer im Blick.«

»Das tut mir sehr leid, Philippe. Glaub mir, ich habe das nie so wahrgenommen. Ist das nicht vielleicht nur ein Zufall? Eine Momentaufnahme?«

Aber Philippe streamte noch mehrere Bilder, auf denen Alex Blick ganz klar auf mir lag oder in meine Richtung ging, während er eigentlich mit Fans oder Teamkollegen sprach.

»Das ... das ist mir nie aufgefallen. Hätte ich auch nie für möglich gehalten.«

Er nickte.

»Glaub ich Dir, Adrian. Und hier.« Er switchte zu einem anderen Foto. »Auf dem Parkplatz vor dem Stadion in Romanel. Da lässt er Dich gerade seinen Bizeps küssen. Schau mal auf Alex Gesicht. Er sieht irgendwie zufrieden und glücklich aus. Wie oft hat man ihn so gesehen? Ich nur sehr selten. Er war sonst immer so ...«

Ich blickte Philippe ins Gesicht, nahm das Handy aus seinen Händen und schaltete den Fernseher aus.

»Schluss damit, Philippe. Du tust Dir weh und mir auch. Was willst Du noch mehr beweisen? Was soll das werden? Ich kann nichts dafür, dass ...«

Weiter kam ich nicht, denn Philippe nahm meinen Kopf zwischen beide Hände und küsste mich. Sehr lang, sehr intensiv, sehr zärtlich. Dann ließ er mich abrupt wieder los.

»Pardon, Adrian. Je ne sais pas... Peut-être que tu es... Tu as un partenaire ? Mon Dieu, je ... je te trouve si merveilleux, si adorable, si beau. Et je te torture avec mon histoire avec Alex.« (Verzeih, Adrian. Ich weiß gar nicht ... Vielleicht bist Du ja ... Hast Du einen festen Partner? Mein Gott, ich ... ich finde Dich so wunderbar, so liebenswert, so hübsch. Und ich quäle Dich hier mit meiner Geschichte mit Alex)

Mit einem sanften Kopfschütteln legte ich ihm einen Finger auf seine hübschen Lippen.

»Attends, s’il te plaît, Philippe, ne t’excuse pas auprès de moi. Pour quoi faire? Et non! Je n’ai pas de partenaire fixe. Je n’ai pas non plus d’amant fixe.« (Warte, bitte, Philippe, entschuldige Dich nicht bei mir. Wofür denn? Und nein! Ich habe keinen festen Partner. Ich habe auch keinen festen Liebhaber.)

Mein Mund suchte erneut seinen. Seine tollen Augen blieben offen und drangen tief durch meine Pupillen in mein Hirn. Als könnte er da die Antwort finden und ablesen.

 

»Weißt Du, Philippe, was auf diesem blöden Parkplatz in Romanel damals noch passiert ist?«

»Non, abe Du wirst es mir vielleicht verraten?«, flüsterte er und strich mir dabei durchs Haar.

»Du hast mich an Dich gedrückt, nachdem ich, na, Du weißt schon, und ich hab plötzlich nicht mehr an Alex gedacht. Also, schon noch, aber vorwiegend wütend. Aber an Dich musste ich denken. An Dich und die Art, wie Du mich angesehen, angefasst hast. Ich konnte das nicht einschätzen, weil ..., weil ich so sauer war. Auf Alex, auf Euch, auf alle blöden Fußballspieler, auf Eure Machtdemonstration-Spielchen. Auf mich, dass ich ..., egal. In der Nacht habe ich mir einen runtergeholt. Nicht wie sonst auf Alex.«

Philippe schwieg. Er sah mich nur an, dann streichelte er meine nackten Füße, drückte sanft meine Zehen, knetete sie etwas mit seinen sehnigen Fingern. Mit der Massage ließ meine Spannung etwas nach und ich lehnte meinen Kopf an seine Brust, immer noch im Schneidersitz verharrend.

»Ce massage des pieds m’excite beaucoup en ce moment, Philippe. Je ne sais pas pour toi, mais je n’ai plus envie de manger. Mais peut-être pour quelque chose de doux comme toi en dessert ? Au fait, es-tu défenseur, milieu de terrain ou attaquant?« (Diese Fussmassage macht mich gerade ziemlich geil, Philippe. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber Hunger auf Essen habe ich keinen mehr. Vielleicht aber auf etwas Süßes wie Dich als Dessert? Übrigens, bist du eigentlich Verteidiger, Mittelfeldspieler oder Stürmer?)

»Cela dépend de l’adversaire sur le terrain, Adrian. Tout est possible.« (Das hängt vom Gegner auf dem Feld ab, Adrian. Alles ist möglich.)

Lachend stand ich auf, schaute ihn etwas provozierend an und wanderte barfuß über die schweren, dicken, orientalischen Teppiche.

»Est-il alors possible d’obtenir une visite personnelle de la suite? Par le futur joueur italien de la Ligue des champions?« (Ist es dann möglich, dass ich eine persönliche Suitenbesichtigung bekomme? Vom zukünftigen italienischen Championsleague-Spieler?)

Philippe erhob sich, drehte mich an der Schulter zu sich, ergriff mein Kinn und gab mir einen weiteren langen Kuss.

»C’est ce que j’espérais. On commence par la salle de bains?« (Darauf habe ich gehofft. Sollen wir im Bad anfangen?)

»Plus tard, Philippe, plus tard peut-être. Non, j’aimerais bien tester la façon dont les lits sont suspendus dans un tel hôtel de luxe.« (Später, Philippe, später vielleicht. Nein, ich würde gerne mal testen, wie in einem solchen Nobelhotel die Betten gefedert sind.)

»Où est passé le petit garçon timide de l’internat?« (Wo ist bloß der schüchterne kleine Junge aus dem Internat hin?)

Sein Unterleib presste sich an Meinen. Sein harter Schwanz stieß an meinen Beckenknochen.

»Je ne sais pas trop. Peut-être au fond de la Grande Barrière de Corail?« (Weiß nicht so genau. Vielleicht auf dem Grund des Great Barrier Reefs?)

Mir den Saum des T-Shirts zu schnappen und es mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung über Philippes Kopf zu streifen war eins. Mit einem kleinen Ruck öffnete ich seinen Gürtel, zog ihn aus den Schlaufen seiner Chino und spielte kurz am Reißverschluss, bevor ich einen Schritt zurücktrat und ihn betrachtete.

»Alles gut, Adrian? Stimmt etwas nicht?« Ich schüttelte den Kopf und machte »Pscht.«

Erotik und sexuelle Anziehungskraft sind eigenartige Empfindungen und körperliche Reaktionen, oder? Ich starrte auf diesen nackten Oberkörper vor mir. Ich meine, ich hatte schon oft eine Männerbrust gesehen. Ach was, oft. Hunderte mittlerweile. Allein schon in den Umkleidekabinen beim Sport. Und jetzt erst recht. In Australien am Strand, beim Tauchen, beim Surfen, bei der Arbeit, auf Instagram, in Pornos, im eigenen Badezimmerspiegel. Und ich hatte mich auch zwischendurch gerne mal an die eine oder andere gelehnt, gekuschelt, sie gekrault. Eigentlich war nichts Bemerkenswertes an einem Mann, der sein Hemd auszieht.

Jetzt fiel mir auf, wie selten ich Philippes nackte Brust gesehen hatte. Oder war sie immer von Alex und seiner Überpräsenz in den Hintergrund gedrückt worden? Philippe lächelte mich etwas irritiert an, blieb aber einfach stehen und ließ meine stummen Betrachtungen zu. Seine Brust war weniger breit wie die von Alex, aber ebenfalls perfekt definiert. Und er hatte Bauchmuskeln. Buchstäblich eine Bauchmuskelgruppe für jeden Tag der Woche plus eine weitere für Feiertage, dachte ich fast schon hysterisch. Dazu eine hellblonde Haarlinie, die sich von seinem Bauchnabel bis zur Linie von weißer Haut zog, die aus seiner tiefsitzenden Chino blitzte. Auf seiner linken Hüfte hatte er eine leuchtende Sommersprosse direkt über der Muskellinie, wie der Nordstern, der auf eine Konstellation wies, die ich noch nicht sehen konnte, aber eben als Philippe mich an sich drückte, sehr, sehr deutlich spürte.

 

Die Frage, die bisher unbeantwortet blieb, sowohl von Philippe als auch von mir, war: Worauf lief das alles hier hinaus? Sollte das Beileids-Sex sein? Gab es diesen Begriff überhaupt? Also, sozusagen der Sex zwischen trauerndem Witwer und dem Geliebten des Toten? Oder waren wir einfach nur zwei Männer, die plötzlich ihre gegenseitige Zuneigung und Geilheit aufeinander entdeckten? Denn das Philippe erregt war, wurde durch den zuckenden noch verhüllten Steifen in seiner geöffneten Hose mehr als deutlich.

Ganz abgesehen von seinem Gesichtsausdruck und der Art wie er auf seiner Unterlippe kaute und damit einunddreißig Geschmacksrichtungen von fickbar in einem einzigen nervösen Gestus präsentierte. Mein Schwanz schrie ebenfalls nach Freiheit in meiner Jeans. Und so machte ich also den entscheidenden Schritt. Der kleine schwule Junge, Adrian, der devote dienbare Geist, wandelte sich gerade zum Spielmacher. Ich knöpfte mein Hemd auf, warf es achtlos auf den Boden, öffnete und zog meine Jeans aus. Philippes Augen weiteten sich gewaltig, als er meine Shorttights sah, in denen mein Harter bereits einen feuchten Fleck hinterlassen hatte.

»Mon Dieu. Tu es tres beau, Adrian.«

»Pscht. Ich will nicht, dass wir uns jetzt gegenseitig Komplimente machen, Philippe. Lass uns ... nein, hab’s mir anders überlegt. Wo ist das Schlafzimmer?«

Er zeigte auf eine Doppeltür hinter sich.

»Zieh Dich aus und komm mir nach, Philippe.«

Ich öffnete die Schiebetüren und sah ein riesiges King-Size-Bett, einen enormen angeschrägten Spiegel am Kopfende und ließ mich bäuchlings auf die weichen angenehm kühlen Damastlaken fallen. Als ich mich nach einer halben Minute umdrehte, stand Philippe ohne Hose am Fußende. Seine herrlich stahlblauen Augen blitzten begehrlich. Dann sank er auf die Knie, griff nach meinen Fußgelenken und zog mich zu sich heran. Seine markante Nase bohrte er mir zwischen die Schenkel und ich hörte ihn lautstark einatmen. Mit seiner Zunge leckte er mehrfach von der einen Kniekehle hoch bis zu meinem verhüllten Gehänge, dann auf der anderen Seite wieder zurück.

»Ça te plaît, Adrian?«

Ich richtete mich etwas auf und krallte meine beiden Hände in seine blonden Locken.

»Mmmh. Sehr, Philippe. Ich liebe es.«

Ein winziges Lächeln später verbiss er sich in den Bund meiner Tights und zog sie bis zu den Knien herab. Federnd sprang mein Schwanz hervor. Philippe stöhnte erleichtert auf, bohrte seine Nase und Zunge erst in meinen Schritt, leckte über meinen Sack, saugte kurz an meinen Eiern, bevor er an meinem Schaft bis zur Eichelspitze hochfuhr. Mit einem weiteren wohligen Stöhnen nahm er einen Tropfen Precum auf, kostete und lachte mich breit an, bevor er meinen ganzen Schwanz bis hinten in seine Kehle gleiten ließ.

»Grosse queue, Adrian. Vraiment une grosse bite.«

Zweimal schluckte mein ganzes Teil, dann zog er sich mit den Armen nach oben, drückte meinen, vergleichsweise schmalen Körper mit seiner sehnigen Muskelmasse zurück auf die Laken. Im nächsten Moment spürte ich seinen heißen Atem auf meiner Wange, sein Mund berührte meine Haut, sein Duft, diese perfekte Mischung aus eigenen Pheromonen und dem Versace-Parfum, umgab mich.

Nur noch wir beide waren in diesem seltsamen, aber unglaublich sinnlichem Kokon gefangen. Ganz kurz schrie mein inneres Warnsystem auf: Gefahr, Gefahr! Aber es war mir egal. Die Erinnerung an die Aktion auf dem Parkplatz von Romanel und meinen Gefühlen Philippe gegenüber stiegen hoch. War er vielleicht der Typ, der Kerl, der mich zwar dominieren, aber trotzdem schätzen und respektieren könnte? Sein Steifer drückte ungestüm durch den dünnen Stoff seiner Unterhose an mein Becken. Ich wollte ihn spüren, nicht nur von außen. Ich wollte, das Philippe mich fickte. Meine Hände glitten über seinen Rücken, umfassten den Bund seines Slips und zerrten daran, bis wenigstens seine leicht behaarten Arschbacken befreit waren. Auch er hatte, wie Alex, diese perfekten beneidenswerten Grübchen oberhalb des Hinterns. Meine Finger bohrten sich hinein und ich spürte, wie Philippe ein Schauer über die gesamte Haut lief.

 

Diesen beinahe wehrlos zu bezeichnenden Moment nutzte ich aus, warf ihn auf den Rücken, glitt am Fußende zu Boden und zog ihm den überflüssigen Stofffetzen vom Leib. Ich sah seine Füße, seine eindeutig pedikürten Zehen und ich konnte mich nicht beherrschen. Gierig leckte ich erst über die eine Fußsohle, bevor ich den großen Zeh in meinen Mund saugte und, wie ein Kind an seinem Schnuller, heftig an ihm lutschte. Philippe legte seine Unterarme über sein Gesicht, wiegte den ganzen Körper hin und her und schien dieses Gefühl unverblümt zu genießen. Aus seinem Schwanz floss ununterbrochen ein kleiner Lusttropfenbach.

Mich aufrichtend, entließ ich seinen Zeh aus meinem Mund, schob meinen Kopf seiner Körpermitte entgegen und leckte an seiner Schwanzwurzel den salzig-süßlichen Saft auf. Dann schlang ich den Schwanz herunter, ließ meine Zunge um in kreisen, saugte, leckte, blies, als hing mein Überleben davon ab. Kurz, aber nur oberflächlich blitzte Alex vor meinem inneren Auge auf. Alex, der mich immer zwang, ihn so tief zu blasen. Alex, der darauf bestand in meinem Mund zu kommen. Alex, dessen Schwanz ich anschließend mit meiner Zunge und dem Mund saubermachen musste. Philippes Schwanz war etwas kleiner, es war um einiges leichter, ihn vollständig zu verschlingen. Philippes Lust war eine echte, eine, der er sich nicht schämte. Auch seine Hände legten sich um meinen Kopf und drückten ihn weiter herab, aber ohne den Selbsthass und die Verzweiflung dahinter. Es war ausgeglichen. Seine Lust und meine.

»Ah, je vais éjaculer, Adrian. Je jouis dans ta bouche. J’ai du mal à me retenir.« (Ah, gleich spritze ich ab, Adrian. Ich komme in Deinem Mund. Kann mich kaum noch zurückhalten.)

Philippes Stimme erreichte mich wie aus der Ferne. Meine Finger pressten kurz etwas härter seine Eier. Seine Augen weiteten sich, aber ich hatte erreicht, was ich damit beabsichtigt hatte. Er kam noch nicht. Ich stand auf, drehte mich um, spreizte meine Backen und senkte mich herab. Seine eingespeichelte Spitze presste ich an meine Spalte, Philippes Hände legten sich um meine Taille, mit meiner rechten dirigierte ich seinen Schwanz direkt an mein Loch und ohne zu Zögern, drang er ein. Kurz durchzog mich ein Schmerz, dann war Philippe in mir und ein wohliges Gefühl machte sich breit. Ganz vorsichtig glitt sein Schwanz tiefer hinein. Seine Finger krallten sich leicht in mein Fleisch, aber ganz offensichtlich genoss er meine Aktion.

»Doucement, Adrian. Pas si vite. Sinon, je gicle instantanément. Tu es si serré, si chaud. J’en profite tellement.« (Langsam, Adrian. Nicht so schnell. Ansonsten spritze ich augenblicklich ab. Du bist so eng, so heiß. Ich genieße es so sehr.)

»Moi aussi, Philippe. Détends-toi et profite de la balade. Baise-moi. Tu es tellement excité. Je suis tellement excitée par toi.« (Ich auch, Philippe. Entspann Dich und genieß den Ritt. Fick mich einfach. Du bist so geil. Ich bin so geil auf Dich.)

Die nächsten Minuten waren herrlich. Ich ließ mich völlig gehen. Das war Sex auf Augenhöhe. Ich war sein Bottom und er mein Top. Philippe reagierte instinktiv und augenblicklich, merkte sofort, in welchem Winkel er mir die größte Lust bereitete. Nach einer Weile richtete er sich mit mir gemeinsam auf und ohne das er aus mir herausglitt, gelang es uns, die Position zu wechseln. Jetzt lag ich bäuchlings auf dem Laken, das mittlerweile von Schweiß-und Precumflecken übersät war und Philippe stieß mich Doggystyle.

Ja, ich hatte in Australien mich auch mehrfach ficken lassen, aber immer brav mit Kondom. Hier, so blank, war es tatsächlich eine andere Nummer, ein völlig anderes Gefühl. In Australien hatte ich mir nur Typen gesucht, die Alex ähnlich sahen und eigentlich, wenn ich ehrlich mit mir sein sollte, war jeder von den Ärmsten eine Enttäuschung gewesen. Gemein, nicht wahr? Sie konnten nichts dafür, dass sie meinem Ideal, meinem Abgott niemals gerecht werden konnten. Philippe war etwas vollkommen anderes. Ein so anderer Typ, in den, wie ich jetzt zugeben konnte, ich mich auch etwas verliebt hatte. Und nun, ihn so in mir spürend, so eins mit ihm, fragte ich mich, wie ich so dumm sein konnte, immer nur nach einem Alex-Double Ausschau zu halten.

 

Philippes Schwanzspitze hämmerte gegen meine Prostata, mein Steifer wippte hin und her und ohne anfassen, überschritt ich die Grenze, der Orgasmus überwältigte mich, meine Arme gaben nach. Wenn Philippe nicht meinen Körper umschlungen gehalten hätte, wäre ich mit dem Gesicht im Bett versunken. So schauten wir beide in den großen Spiegel am Kopfende und sahen meinen Saft in hohem Bogen herausschleudern, sahen, wie mein Körper von Erschütterungen ergriffen wurden. Die Muskeln in meinem Darm pressten erbarmungslos Philippes Schwanz. Dann spürte ich es. Sein heißes Sperma schoss in mich hinein. Erst zwei kleine Schübe, dann folgten drei so gewaltige Spermabatzen, dass ich mich wunderte, warum ich nicht augenblicklich überlief. Aber dieses Abspritzen löste bei mir eine erneute Erektion aus, die sich Sekunden später in einem kleineren anschließenden Orgasmus äußerte. Davon hatte ich zwar gelesen und gehört, aber weder daran geglaubt noch bislang erlebt.

»C’est la folie. C’est la petite mort. Adi. Tu es incroyable. Je crois que je t’aime, Adrian.« (Das ist der Wahnsinn. Das ist der kleine Tod. Adi. Du bist unglaublich. Ich glaube, ich liebe Dich, Adrian.)

Wir fielen beide nach vorne. Philippe lag mit seinem gesamten Gewicht schweißnass auf mir drauf, während ich noch immer Sperma ins Bett absonderte. Dann rutschte er zur Seite und blieb auf dem Rücken liegen. Sein halbsteifer Schwanz zuckte noch immer leicht, einige Tropfen kleckerten hinterher. Es sah so lecker aus, ich konnte nicht anders, ich musste sie wegnaschen. Philippe sah mich verwundert, aber auch beglückt an, als ich mich über ihn beugte und sanft mit der Zunge die Reste seines Ergusses ableckte und schluckte.

»Tu vas bien, Adrian? Tu as bien éjaculé, non?« (Geht es Dir gut, Adrian? Du hast ordentlich abgespritzt, oder?)

Ich war so erschöpft, ich brachte es gerade mal fertig, den Daumen nach oben zu recken. Mann, ich hätte nicht so viel vor dem Sex essen dürfen. Aber es hatte sich gelohnt.

»Tu veux qu’on prenne une douche ensemble?« (Wollen wir gemeinsam duschen gehen?)

Philippes Stimme klang etwas heiser, aber dadurch ziemlich sexy. Ich nickte stumm, blieb noch einen Moment liegen, während Philippe bereits aufstand.

»Je peux aussi te porter jusqu’à la salle de bain, espèce d’excité.« (Ich kann Dich auch ins Badezimmer tragen, Du geiler Kerl.) Er lachte auf, klatschte mir mit der Handfläche auf den Oberschenkel, beugte sich herab und kitzelte mich.

»Ich komm ja, Du französischer Quälgeist. Kann man denn keine Minute abspannen? Hey, das hier ist kein Leistungssport. Auch wenn es sich so anfühlte.«

»Was ist Qualgeist?«, fragte er feixend und zog an meinem Bein, bis ich auf den weichen Teppich mit dem Arsch lag.

»Das heißt Quälgeist. Mit Umlaut. L’esprit tourmenté. Und ich komme ja.«

Eine halbe Stunde später standen wir immer noch unter dem prasselnden Wasser. Eingeseift und abgeduscht hatten wir uns längst, aber wir konnten nicht aufhören, einander zu küssen. Der Sex mit Philippe war völlig anders als mit Alex. Viel zärtlicher, aber er konnte durchaus dominant sein, wie er damit bewies, dass er mich mit seinem erneuten Harten gegen die Fliesenwand drückte, um dann mit etwas Duschgel als Gleitmittel mich ein zweites Mal von hinten nahm. Diesmal spritzte er auf meine Brust ab, leckte es ab, bevor er mich mit der Hand zum Orgasmus triebt. Die wenigen Tropfen von meinem Sperma lutschte er, mich neugierig beobachtend, von jedem einzelnen Finger. Wir trockneten uns ab, gingen in das Wohnzimmer zurück, öffneten die zweite Flasche Champagner und naschten noch ein paar der Köstlichkeiten des Küchenchefs. Nur in die flauschigen Badetücher gewickelt, lagen wir einander in den Armen auf der Couch. Ich konnte meine Neugier leider nicht unterdrücken und brachte das Gespräch irgendwann doch zurück zu Alex.

»Non, isch abe Alex nie ficke durfe. Non, er immer nur misch nehme wolle. Aber, ca va. Es war okay. Nur disch er abe gestattet ihn zu bumse. On accepte cela quand on aime vraiment quelqu’un. Et j’aimais vraiment Alex. Ce merveilleux trou du cul.« (Das nimmt man hin, wenn man jemanden wirklich liebt. Und ich habe Alex wirklich geliebt. Dieses wunderbare blöde Arschloch.)

 

Dann wurde er sehr verlegen und entschuldigte sich mehrfach, wie unsensibel er sei. Wie er nur dazu käme, von Alex und Liebe zu reden, wo wir gerade miteinander geschlafen hätten. Ich schüttelte den Kopf und lächelte ihn an. Für mich war es in Ordnung so. Zwei Stunden später gingen wir gemeinsam ins Bett, nur um gleich wieder übereinander herzufallen. Diesmal bestand Philippe darauf, dass er der Bottom war. Er legte sich ein Kissen unter seinen Po und ich fickte ihn exakt in der Stellung wie damals Alex auf dem Boot.

Am frühen Morgen, ich hatte es gerade noch geschafft den Wecker meines Handys zu stellen, schlich ich mich unauffällig aus dem Hotel und in meine kleine Pension. Am Abend reiste ich zurück nach Basel zu meinen Eltern.

Etwa eine Woche später kam Philippes Nachricht, er würde mich so sehr vermissen, ob ich ihn nicht in seiner Wohnung in Mailand besuchen wolle. Ich fuhr hin.

Philippe und ich wurden ein Paar. Für ganze fünf Monate. Es war ein Mix aus Lust und Leid.

Erneut Lust und Leid. Denn Alex wurden wir zwei nie los. Wenn ich Philippe ansah, sah ich in ihm auch Alex. Und umgekehrt. Wenn wir miteinander schliefen, lag Alex Geist zwischen uns. Ich war und bin mir immer noch sicher, dass Philippe mich tatsächlich liebte und höchstwahrscheinlich ich ihn auch. Aber unsere gemeinsame Vergangenheit, so kurz sie auch gewesen sein mag, wurde von, mit und durch einen anderen Menschen geprägt. Hinzu kam, dass Philippe zwar von einem möglichen Outing sprach, aber ich ahnte, dass er es nie würde durchziehen können. Nicht bevor seine Karriere sich dem Ende neigen würde. Und das dürfte noch mindestens ein Jahrzehnt, wenn nicht mehr, dauern.

Somit befanden wir uns permanent im luftleeren Raum. Ein Balanceakt am Abgrund. Also zog ich die Reißleine im wahrsten Sinne des Wortes, flog zurück nach Australien und fing dort mein Studium an.

*

Townsville, Queensland, Australien acht Uhr neunundfünfzig.

Das IPhone in meinem wasserdichten Tauchercase vibrierte und riss mich aus den Erinnerungen heraus.

»Bonjour Philippe. Est-ce que tu vas bien? Où es-tu ? Déjà au stade?« (Hallo, Philippe. Geht es Dir gut? Wo bist Du? Schon im Stadion?)

»Bien sûr.« Philippe drehte sich und zeigte mir dabei die Zuschauerränge und den Rasen, auf dem er bereits seit einem Jahr spielen durfte. »Es-tu prêt, mon bel Adrian ?« (Bist Du bereit, mein hübscher Adrian?)

Ich nickte. Dann griff ich in den Neoprenbeutel. Eine Bierdose und das berühmte Metallröhrchen, in dem immer Alex Joints steckten, zog ich hervor. Philippe hatte in Mailand ebenfalls so eine Dose und ein ähnliches Röhrchen.

»À Alex. Que tu puisses trouver ici une meilleure place pour ta retraite. C’est ici que tu as ta place. Au stade de foot avec moi et dans la grande vie libre avec ton Adrian adoré.« (Auf Alex. Auf das Du hier Deine bessere Ruhestätte finden kannst. Hier gehörst Du hin. Ins Fußballstadion zu mir und in das große freie Leben mit deinem geliebten Adrian.)

Damit öffneten wir gleichzeitig unsere Bierdosen und schütteten den Inhalt auf den Rasenplatz beziehungsweise in den Ozean. Die weiße Asche wehte über die Wellen, bis nur noch einzelne winzige Körnchen zu sehen waren, die auf dem Wellenkamm tanzten. Bei Philippe musste er mit einem kleinen Lauf durchs Stadion nachhelfen, da es dort fast windstill war, aber der Effekt war derselbe.

»J’espère que nous allons enfin trouver la paix, Adrian. Alex se mettrait à rire comme un enfant. Il nous traiterait de pleurnichards pathétiques. Mais il aurait adoré l’action. Et l’inverse aussi. J’en suis sûr.« (Ich hoffe, jetzt finden wir auch endlich unseren Frieden, Adrian. Alex würde jetzt sicher mit seinem kindischen Gelächter loslegen. Erbärmliche Heulsusen würde er uns nennen. Aber er hätte die Aktion geliebt. Und umgekehrt genauso durchgezogen. Da bin ich sicher.)

»Garantiert, Philippe. Aber willst Du mir noch immer nicht verraten, wie Du an Alex Asche gekommen bist? Dass Du zu einem Grabräuber werden könntest, hätte ich nie gedacht.«

»Mieux vaut ne pas demander, Adrian. Moi aussi, je peux surprendre, non?« (Besser Du fragst nicht nach, Adrian. Auch ich kann ja mal für eine Überraschung gut sein, oder?)

Dann hängte er sein Metallröhrchen, dass er an einer seiner vielen silbernen Ketten befestigt hatte um, führte es zu seinen Lippen und küsste es. Ich tat dasselbe mit meinem.

»Je dois sortir du stade maintenant. Sinon, la sécurité va arriver. On se voit dans deux mois, Adi? Tu sais que tu as toujours une place pour dormir chez moi. Et dans le stade aussi.« (Ich muss jetzt aus dem Stadion raus. Sonst kommen gleich die Sicherheitsleute. Sehen wir uns in zwei Monaten? Du weißt, Du hast immer einen Platz zum Schlafen bei mir. Und im Stadion auch.)

Ich nickte und zwinkerte ihm zu. Dann war der Moment vorbei. Ich stopfte mein Metallröhrchen an einer Kette mit einem winzigen Rest von Alex Asche unter meinen Neopren-Shorty. Packte die Bierdose, in die Philippe die Asche hat abfüllen lassen zurück in den Beutel. Die Sonne brannte mittlerweile gnadenlos, aber ich steckte mir die Kopfhörer ins Ohr. Und dann erklang noch einmal Jacques Brels »Ne me quitte pas.« In der letzten Strophe heißt es:

Bitte geh nicht fort

Und ich sag nichts mehr

Und ich klag nicht mehr

Such mir einen Ort

Will dich nur noch sehn

Und dich sprechen hör‘n

Singen, lachen, hör‘n

Will dich tanzen sehn

Lass mich Schatten sein

Deines Schattens sein

Schatten wie ein Hund

Lass mich Schatten sein

Bitte geh nicht fort

Bitte geh nicht fort

Bitte geh nicht fort

Bitte geh ....

Songtexte: Jacques Brel; deutsche Übersetzung: Klaus Hoffmann

 

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