Liebe und andere Gefahren

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Als ich zuhause losgefahren war, war die Dämmerung schon weit fortgeschritten. Aber jetzt, wo ich 20 Minuten später den Blinker auf der Autobahn nach rechts setzte und die Ausfahrt zu dem Parkplatz nahm, war es finstere Nacht. Langsam fuhr ich die Parkreihe entlang. Vorbei an dem Toilettenhäuschen, dessen Vorplatz von einer Straßenlaterne hell erleuchtet war, dann weiter in die dunklen Parkbereiche. Ich nahm eine freie Parklücke und stellte den Motor ab.

Erst einmal die Lage abchecken.

Ich sah von meinem Fahrersitz aus, wie in dem beleuchteten Bereich vor den Klos eine Familie gerade ihren Reisemüll in einem der grauen Mülleimer entsorgte. Das Familienoberhaupt machte Anzeichen weiterfahren zu wollen und seine drei Begleiter stiegen ins Auto ein. Das war gut für mich. Mein Blick schweifte vom Licht in die Dunkelheit und meine Augen brauchten einen Moment, um sich an das Restlicht, das von einer schmalen Mondsichel gespendet wurde, zu gewöhnen. Aber gerade deshalb fiel mir der rote Glutpunkt etwa zehn Meter rechts von mir schnell auf. Zigaretten waren in der Nacht ein weithin sichtbares Zeichen.

Ich spürte dieses Kribbeln im Bauch. Vielleicht war es ja genau das, was mich immer wieder hier her trieb. Die Sekunden schienen sich aufzublähen, als ich wartete, bis sich die Familienkarre etwa dreißig Meter links von mir endlich in Bewegung setzte. Das Abblendlicht wurde eingeschaltet und Sekunden später fuhr das Fahrzeug an mir vorbei und zurück auf die A5.

Nun schlug meine Stunde. Ich atmete noch einmal tief durch, zog mir die Kapuze meines Sweatshirts über den Kopf und verließ das Auto. Gespielt unentschlossen steuerte ich auf die dunkle Gestalt zu, die vor wenigen Sekunden noch eine Kippe geraucht hatte, die jetzt glühend vor ihm auf dem Boden lag. Selbst aus nächster Nähe, war sein Gesicht kaum zu erkennen. Nur das Weiß seiner Augen, als ich direkt an ihm vorbeiging und sich unsere Blicke zwar kurz, aber doch zu lange für ein zufälliges Abschweifen, trafen. Ich lief 5 Meter weiter, drehte um, und wieder trafen sich unsere abschätzenden Blicke. Langsam, aber zielstrebiger als zuvor ging ich in die Richtung der Beleuchtung und steuerte auf den kleinen Flachbau zu, in dem die Toiletten untergebracht waren. Ich musste mich dabei nicht umdrehen, um mir sicher zu sein, verfolgt zu werden. Mein Herz schlug jetzt sehr schnell.

Ich ging durch die schwere Tür, schob die Kapuze in meinen Nacken, stellte mich an eines der beiden Metallpissoirs, die ohne Sichtschutz nebeneinander angebracht waren, packte meinen Schwanz aus und tat so, als würde ich urinieren. Ich wartete eine halbe Minute. Dann wurde die Tür geöffnet. Ein Mann, der etwa einen halben Kopf größer war als ich, stellte sich an das andere Pissoir. Ich konnte mir nicht sicher sein, ob es sich wirklich um den Schatten von draußen handelte, also war Vorsicht angesagt. Unauffällig spielte ich mit Daumen und Zeigefinger an der Vorhaut über meiner Eichel und schielte zur Seite. Mein Nebenmann war da hemmungsloser und wichste sich mit der ganzen Faust sein fettes Rohr langsam und leicht in meine Richtung gewandt.
Jetzt trafen sich zum dritten Mal unsere Blicke und zum ersten Mal konnte ich auch das Gesicht des Kerls sehen. Ich schätzte ihn auf knapp über 40, vielleicht etwas verlebt, aber schlank und im Vergleich zu den meisten Typen, mit denen ich bei solchen Treffen zu tun hatte, einigermaßen attraktiv.

Die Augen des Anderen zeigten nur eine kurze, aber verräterische Reaktion der Euphorie. Aber die überraschte mich auch nicht. Immerhin findet man hier nur selten einen 18jährigen Jungen, der sogar für seine Altersgruppe gut aussieht und dem gerade danach ist, Druck abzulassen.

Ohne Worte und ohne unsere Schwänze einzupacken gingen wir die zwei Meter zu dem abschließbaren Sitzklo und verschlossen die Tür hinter uns. Der Raum war, weil er auch behindertengerecht war, sehr geräumig. Immer noch schweigend schob ich meine Jogginghose bis zu den Knien nach unten. Der Fremde tat das auch mit seinen Bermudas. Dann schoben wir uns gegenseitig meinen Kapuzenpulli und sein T-Shirt nach oben bis zur Brust und drückten uns aneinander, so dass sich unsere Bäuche berührten und unsere steifen Keulen gegeneinander drückten. Mein Lustgefährte versuchte, mit seinen Lippen meine zu erreichen, weil er mich vermutlich küssen wollte. Aber der Zigarettengestank aus seinem Mund widerte mich an, und ich wich seinen Versuchen aus, indem ich meine Lippen an die saure Haut seines Halses legte.
Aber das turnte mich keineswegs ab. Der Mundgeruch, der sich mit dem Gestank von altem Urin vermischte und ein Überschuss von Adrenalin und Testosteron in meinem Blut ließen mein Brett knüppelhart werden. Ich schob meine Hand zwischen unsere Körper, nahm beide Schwänze und wichste sie gemeinsam ab.
"Lutsch ihn mir, Boy", befahl er mir.

Ich kniete mich mit unbedeckten Knien auf den schmutzigen Boden, neben einem gebrauchten Kondom und abgerissenem Klopapier, nahm den dicken Penis in meinen Mund, der sofort mit einem säuerlich-herben Geschmack erfüllt wurde und lutschte so gut ich konnte. Zuerst nahm mich der Mann am Hinterkopf und fickte mich in den Rachen, dass ich anfangs, bis ich den richtigen Dreh raus hatte, mit Brechreiz zu kämpfen hatte. Aber nach kurzer Zeit ging es besser. Das tat er vielleicht eine oder zwei Minuten. Dann ließ er nur noch die Schwanzspitze in meinem Mund und wichste sich seinen Schaft, während ich mit der Zunge an seinem Bändchen und seiner Eichel spielte.
Sein Stöhnen wurde intensiver und als ich schon den bitteren Vorsaft auf meiner Zunge schmeckte, kam von oben das Kommando "Schluck, Boy". Eine Sekunde später ergoss sich eine dicke Brühe in meinen Mund. Der unbekannte Stecher nahm seinen Schwanz aus mir, klopfte mir mit der nassen Eichel auf die Nase und ins Gesicht, dann verstaute er den Apparat umständlich in seinen Shorts.

"Geile Sau", sagte er mir zum Abschied und verschwand durch die Tür, während ich noch auf dem Boden kniete. Ein bisschen sauer war ich schon, weil er mich nicht zum Abspritzen gebracht hatte, aber wirklich jucken tat mich das nicht. Ich verschloss wieder die Tür hinter mir, spuckte das fremde Sperma in die Kloschüssel und wichste mich breitbeinig stehend selbst ab, bis es mir kam, und ich mein Sperma über den eh schon eingesauten Fließenboden verspritzte. Wie jedes Mal kam nach dem Orgasmus das Gefühl des Ekels hoch. Ekel vor dem versifften Scheißhaus, Ekel vor meinem stinkenden Sexpartner, der mir ohne zu fragen sein Sperma in den Mund gespritzt hatte und letztendlich auch Ekel vor mir selbst.

Aber schon als ich im Auto saß und den Blinker links auf der Beschleunigungsspur setzte, tat ich den Abend als gelungenes Erlebnis ab. Meine Finger zitterten noch leicht von der Aufregung und immerhin hatte ich es geschafft, meinen Druck abzubauen. Und darum war es mir doch gegangen.


Als ich wieder nach Hause kam und die Wohnungstür aufschloss, war es kurz nach 23 Uhr, und ich hörte, wie im Wohnzimmer der Fernseher lief. Das war mir recht. Ich streifte mir die Schuhe von den Füßen und wollte mich den Flur entlang in mein Zimmer schleichen, aber da hörte ich Boy rufen: "Nico!"

Ich verzog das Gesicht: "Was ist?", war meine genervte Antwort, als ich ins Wohnzimmer eintrat. Dad musterte mich in meinem Cruisingoutfit aus Kapuzenpulli und Jogginghose, ging aber nicht darauf ein: "Warst du mit dem Auto unterwegs?"

"Ja. Ich..."

"Wir haben doch ausgemacht, dass du fragst, bevor du mit meinem Auto wegfährst."

Ich war jetzt gereizt: "Ich bin um kurz vor 22 Uhr weggefahren, weil ich noch Appetit auf 'ne Pizza hatte, und du lagst hier auf der Couch und hast gepennt. Wieso soll ich da noch nachfragen?"

"Es geht ums Prinzip."

"Jaja... Prinzip" murmelte ich und zog es vor, auf mein Zimmer zu gehen. Auf einen erneuten Streit hatte ich keinen Bock. Und schon gar nicht um diese Zeit. Ich schloss die Tür hinter mir, legte mich auf mein Bett und stöpselte den Kopfhörer in mein Smartphone, um Musik zu hören.

"This Song ist not for the Living. This Song is for the Dead", säuselte Corey Taylor in mein Ohr, bevor er mit Slipknot die Death-Metal-Hölle losbrechen ließ. Es war einer dieser Momente, an denen ich mich auch eher zu den Toten als zu den Lebenden zählte. Einerseits mochte ich zwar mein Leben, aber andererseits fühlte ich, dass alles auf den großen Knall zusteuerte: Das Verhältnis zu meinem Vater, das Tag für Tag angespannter wurde; die Eigendynamik, mit der sich meine Clique in eine bedenkliche Richtung bewegte und mich in ihren Sog zog; und vor Allem meine beschissene Homosexualität, die mich aufzufressen drohte. Es waren diese Augenblicke, an denen mich der Gedanke an die dummen Gesichter vor meinem Grabstein zum lächeln brachte.


Am folgenden Tag ging es mir besser. Es war ein Donnerstag. Während die meisten meiner Bekannten zur Arbeit oder zur Schule mussten, konnte ich ausschlafen. Ich hatte drei Wochen zuvor mein Abitur bestanden und stand deshalb am Anfang der längsten (und letzten) Sommerferien meines Lebens. Ich stand um elf Uhr auf, und nach einer Dusche schrieb ich Marcel eine Whatsapp Nachricht: 'Holst du mich ab?'
Sekunden später summte mein Handy und ich hatte Marcels Antwort: 'Bin auf dem Weg.'

Ich stieg in meine Sportschuhe und machte mich auf den Weg nach unten zur Straße, als ich durch das offene Fenster von Weitem das Röhren eines Auspuffs hörte, der nur zu Marcels getuntem Uralt-Golf gehören konnte. Ich musste lächeln, als ich in das vor sich hinrostende 250 PS Geschoss einstieg und in Marcels Gesicht schaute. Bei allen Sorgen, die mich um meine Clique plagten, war Marcel der große Lichtblick.

"Hey Kleiner. Alles fit?", fragte er mich und schlug mir kumpelhaft mit der flachen Hand auf den Oberschenkel.

"Haja, immer. Hast du schon 'ne Idee, was wir treiben könnten?", war meine Antwort, als ich mich in den durchgesessenen Sportsitz lümmelte.

"Wie wärs, wenn wir erst mal zur Tankstelle gehen. 'nen Happen essen."

Aus meinem Grinsen wurde ein breites Lachen. "Du kannst es nicht lassen", uzte ich ihn und Marcel zeigte beim Mitlachen seine breite Lücke zwischen den schräg gewachsenen Schneidezähnen, die ihn so unverkennbar machte.

Eigentlich waren Marcel und ich so unterschiedlich, wie zwei Menschen nur sein können. Marcel war mit seinen 20 Jahren zwei Jahre älter als ich und im Gegensatz zu mir, der ich trotz meiner schweren Familien- und Lebensverhältnisse das Abitur mit einem guten Schnitt geschafft hatte, hatte Marcel gerade seinen Job als Bäcker verloren, weil das frühe Aufstehen nicht seine Sache war. Marcel war, um es vorsichtig auszudrücken, keine Intelligenzbestie. Aber für mich war er, schon seit wir uns aus dem Sandkasten kennen, immer der fröhliche Chaot und eine Art großer Bruder gewesen. Und obwohl es mit unserer gemeinsamen Clique immer extremer wurde, schaffte er es, mich zum lachen zu bringen.

Wegen der Tageszeit und weil der Sprit gerade teuer war, war in der Tanke nichts los, und Marcel parkte seinen Wagen direkt an der Zapfsäule vor der Tür des Shops, obwohl wir nicht tankten. Wir checkten durch das Schaufenster die Lage. Drinnen waren keine Kunden sondern nur eine hübsche Angestellte, die etwa in unserem Alter war.

"Du bist heute dran", sagte mir Marcel und wir gingen hinein.

"Hallo", sagte das Mädchen sobald sich die Schiebetür hinter uns geschlossen hatte, und die Situation war wieder typisch. Ihre Blicke streiften Marcel, der mit seinem windschiefen Gesicht und seinen strähnigen Haaren kein Schönling war und blieb an mir hängen. Aber als wir am Verkaufstresen angekommen waren, übernahm Marcel das Reden und es schien, als ob das Mädchen darüber enttäuscht gewesen wäre.

"Ich brauch ein Motoröl für'n Zweier Golf, GPN-Norm."

Ich musste mir auf die Zunge beißen, um nicht zu lachen, als das Mädchen zuerst hilflos zu Marcel, dann zu mir schaute. Ich kannte mich zwar mit Motoren nicht aus, bezweifelte aber, dass es so etwas wie eine GPN-Norm überhaupt gab.

"Äh... Ja... Okay...", stammelte das Mädchen. "Lass uns mal nachschauen." Sie führte Marcel zu dem Regal mit den Motorölen und ich blieb am Tresen zurück.

Das Mädchen ging Öldose für Öldose durch: "Mal sehen... Da steht nichts von VW..."

Ich grinste breit, als ich beobachtete, wie Marcel und das Mädchen die Motoröle studierten, nahm mir ein Snickers, das ich mir in die rechte Hosentasche steckte und eine Bifi-Roll, die ich mir in die linke Tasche steckte. Ich zog mein T-Shirt so zurecht, dass die Ausbeulungen nicht zu sehen waren und wartete geduldig, bis die Beiden am unteren Ende des Ölregals angekommen waren.

"Nee, da ist nicht das Richtige dabei", sagte Marcel enttäuscht zu dem Mädchen, dann wendete er sich mir zu: "Brauchst du noch was?"

"Nein, von mir aus können wir gehen."

Ich ging zu den Beiden, und als wir den Laden verließen, war das "Sorry" des Mädchens an mich gerichtet und nicht an Marcel.


Wenige Minuten später hatten wir uns vom Tatort entfernt und saßen nebeneinander auf einem Mäuerchen am Rande des Parkplatzes eines nahegelegenen Einkaufszentrums.

Marcel biss in seine Bifi und sagte mit vollem Mund: "Die Kleine von der Tanke war ja voll rattig auf dich. Da solltest du dich echt ranwerfen."

Ich packte mein Snickers aus der Folie und beobachtete das Treiben auf dem Parkplatz: "Findest du das nicht etwas perfide? Zuerst beklauen wir sie, und dann soll ich mit ihr anbändeln?"

Marcel legte die Stirn in Falten: "Was soll daran pervers sein? Immerhin haben wir nicht sie beklaut, sondern Shell... Alter... Du hast doch nicht etwa ein schlechtes Gewissen!"

"Ich werd langsam zu alt für so 'nen Scheiß", gab ich kleinlaut zu.

Bevor ich irgendwie reagieren konnte, hatte Marcel mich im Schwitzkasten und warf mir spaßig empört vor: "Du wirst doch jetzt nicht zum Snob werden, nur weil du ein zweier Abi geschafft hast!"

"Neinnein, keine Sorge. Ich bleib euch erhalten", antwortete ich mit vor Lachen und Überraschung wackeliger Stimme, während ich mich aus dem lockeren Griff heraus kämpfte.

"Und übrigens war's ein Eins Achter Abi", bemerkte ich gespielt arrogant, nachdem ich mich befreit hatte.

Ich wartete auf Marcels Konter, aber der blieb aus. Stattdessen schaute er düster zum Ausgang des Einkaufszentrums und murmelte: "Kaum redet man von dem verfickten Snob-Pack..."

Ich folgte Marcels Blick und bemerkte sofort, worauf er angespielt hatte. Zumindest zwei der drei Typen, die uns jetzt auch gesehen hatten und direkt auf uns zukamen, kannte ich schon. Zum einen war es Philipp (oder Phil, wie er sich gerne nennen ließ), wie immer aufgetakelt mit Lacoste Sneakers und teuren Markenklamotten. Heute, an dem schönen Frühsommertag, hatte der 19jährige seine Sonnenbrille nach oben in die eklig zurückgegelten dunklen Haare geschoben. Der andere war Jonas. Ein eitler, athletischer Arsch mir akkurat gepflegtem drei-Tage-Bart. Als die Drei näher kamen, erkannte ich, dass Jonas' Gesicht durch ein Feilchen unter dem linken Auge verunstaltet war.

"Weißt du, was...", flüsterte ich zu Marcel, der mich meine Frage nicht fertig stellen ließ, sondern zurückzischte: "Sergej war das, hat Jonas gestern abgefangen. Ich glaub, jetzt gibt’s Ärger."

Mein Magen wollte sich einen Moment lang umdrehen, denn meine Befürchtungen schienen sich zu erfüllen. Sergej war ein Kumpel aus unserer Clique. Ein aufbrausender 21 jähriger, der durch seine brutale Ausstrahlung mittlerweile so eine Art Anführer war, womit ich gar nicht glücklich war. Marcel und ich hatten in unseren jungen Jahren ja schon viel Mist gebaut, gerade im Bezug auf die verhassten Snobs, wie wir unsere ewigen Erzfeinde abfällig nannten. Aber aus Schlägereien und anderer Gewalt hatte ich mich bisher zum Glück immer raushalten können. Das schien sich jetzt zu ändern.

Den dritten im Bunde hatte ich bis heute noch nicht gesehen, obwohl ich bisher gedacht hatte, meine 'Feinde' gut zu kennen. Ich schätzte ihn auf etwa mein Alter. Er hatte blonde halblange Haare und schien nicht so recht zu seinen beiden Freunden zu passen. Der Unterschied ist schwer zu beschreiben, aber es fehlte das Arrogante in seinem Auftreten. Außerdem war er mit seinem aufgeweckten, unverbrauchten Gesicht und seiner sportlichen Figur hübsch. Ein verstaubtes Wort, das aber den Nagel auf den Kopf traf.

Ich widerstand dem Drang, aufzustehen und wegzulaufen. Stattdessen blieb ich neben Marcel sitzen und versuchte Stärke zu demonstrieren. Das Trio war nun in Hörweite. Ich verstand, wie Jonas zu dem Blonden sagte: "Die zwei Wichser gehören auch zu denen" und legte demonstrativ seinen Zeigefinger auf das Feilchen. "Jetzt kannst du mal live erleben, was mit Assis passiert, die sich mit dem Falschen anlegen."

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Die Blicke zwischen mir und dem Blonden trafen sich nur für eine Sekunde. Ich bildete mir ein, dass in dem Blickkontakt eine ähnliche Ausdruckskraft steckte, wie am Tag zuvor bei dem Stecher auf dem Parkplatz, aber dieses Mal fehlte etwas. Nämlich die abwägende Kälte. Aber mir war klar, dass da der Wunsch Vater des Gedankens war, und schnell wendete ich den Blick ab.

Stattdessen standen Marcel und ich betont gemächlich auf und gingen einen Schritt auf die Drei zu.
Marcel übernahm für unsere Seite das Wort: "Hey Schwuchteln, was geht? Hat der Straßenstrich heute geschlossen, oder warum seid ihr nicht anschaffen?"

Obwohl ich gern mein Gesicht verzogen hätte, verzog ich keine Miene.

Dafür fühlte sich der Möchtegern-Weiberheld Jonas zutiefst beleidigt und der Zorn darüber, dass ihn jemand als schwul bezeichnet hatte, stand ihm ins Gesicht geschrieben: "Pass mal auf du verdammter Arschficker... Ich trete dir gleich so in den Hintern, dass du nie mehr einen Schwanz hinten rein geschoben bekommen willst!"

Wieder schauten ich und der Blonde uns für einen Sekundenbruchteil direkt in die Augen, und wir wendeten schnell wieder die Blicke ab, als ob der Augenkontakt weh tun würde. Aber ich bildete mir ein zu erkennen, dass er sich genauso unwohl fühlte wie ich.

Zur selben Zeit ballte Jonas die Faust und wollte auf Marcel losgehen. Aber ein grelles "Heeeeyyyyyy", das eine junge Frau mit Kinderwagen über den Parkplatz schrie, hielt ihn ab.

"Das ist noch nicht vorbei", raunzte Jonas uns entgegen. Die drei gingen provokant nahe an uns vorbei, als sie abzogen. Jonas rempelte dabei Marcel sogar an, und Marcel schob ihn grob an der Schulter weg. Mir kam der Blonde, der seinen beiden Freunden ein bisschen wie Falschgeld hinterher trottete, sehr nahe. Dieses Mal schaute ich ihm aus nächster Nähe in die blauen Augen. Obwohl er zu meinen Feinden gehörte, steckte in diesem Augenkontakt nicht die Spur von Feindseligkeit. Ich glaubte sogar, die Andeutung eines Augenzwinkerns auszumachen. Der Kontakt hielt eine zwei-sekündige Ewigkeit, doch die Nachwirkungen ließen mich den ganzen Tag nicht mehr los.


Um 18:30 Uhr an diesem Nachmittag saß ich mit meinem Vater in der Essecke unserer Wohnung beim Abendbrot. Ich hatte uns Bami Goreng gemacht, ein asiatisches Nudelgericht aus dem Kühlfach und war genau rechtzeitig fertig geworden, als Dad gegen zwanzig nach Sechs von der Arbeit nach Hause gekommen war. Ein Gespräch kam nur schleppend in Gang.

"Was hast du heute den ganzen Tag gemacht?" wollte Dad wissen.

"Mit Marcel abgehangen."

Schweigen.

Dad ließ mich durch seinen Gesichtsausdruck erkennen, was er von Marcel hielt, stattdessen sagte er: "Du könntest dir über den Sommer einen Job suchen."

'Jetzt geht das wieder los', dachte ich mir und antwortete: "Mal sehen. Es kann halt nicht jeder so ein Held sein wie du, und bei Ikea als Hilfsarbeiter jobben."

Das hatte gesessen. Dad schaute verschämt zur Seite und wusste nicht, was er antworten sollte.

"Tut mir leid", schob ich nach und meinte das ehrlich.

Ich sollte ja froh sein, dass er sich, nach allem was in den letzten Jahren passiert war, wieder gefangen hatte und überhaupt einen Arbeitsplatz hatte. Aber immerhin hatte ich es mit diesem Totschlagargument geschafft, die allabendliche Zukunftsdiskussion abzuwürgen, warum ich mich trotz meines guten Schulabschlusses gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden hatte.
"Okay", antwortete Dad nur leise, und für den Rest des Abendessens herrschte betretene Stille.

Nach dem Essen und dem Abwasch machte ich mich direkt auf den Weg zum 'Clubhaus'. So nannten wir den Treffpunkt unserer Clique. Eine abgelegene Industrielagerhalle, die schon vor Jahren stillgelegt worden war und seit dort vergessen vor sich hinmoderte. Das bedeutete für mich einen viertelstündigen Fußweg, weil ich keine Lust hatte, bei der miesen Stimmung bei meinem Vater um den Autoschlüssel zu betteln.
Ich war etwas spät dran, als ich den Bürgersteig verließ, um zur Hinterseite des Grundstückes zu kommen, wo ich über einen Zaun kletterte. Dann noch durch das Fenster des Erdgeschosses, das schon lange keine Scheiben mehr besaß, und ich sah in dem düsteren Licht, das durch schmutzige Fensterscheiben ins Innere kam, dass außer mir schon alle da waren.

"Mann, das wird jetzt aber Zeit", rief mir Sergej zu.

Innerlich ärgerte ich mich, weil es zu den guten Zeiten, die noch gar nicht lange zurücklagen, normal war, dass mehr als ein dutzend Jungs und Mädchen, die diesen geheimen Treff kannten, kamen und gingen wann sie wollten. Vor allem an Wochenenden kam es häufig zu geilen spontanen Partys der 'Assis', wie die Snobs unsere Clique verachtend nannten. Doch die Zeiten hatten sich geändert. Seit ein paar Monaten traf sich nur noch der 'harte Kern', wie Sergej uns verblieben Fünf gerne nannte, hier. Und jetzt musste ich mir vorwerfen lassen, zu spät zu kommen. Natürlich sprach ich meinen Unmut Sergej gegenüber nicht laut aus, sondern sagte nur zaghaft: "Sorry."

"Schon okay", antwortete Sergej gönnerhaft, der mit seinen abgeschorenen Haaren und einem Tank-Top Shirt, das seine aufgeblähten Muskeln betonte, heute sehr furchteinflößend aussah. Ich bekam direkt eine Dose Bier in die Hand gedrückt und stieß mit Sergej an. Wir gesellten uns zu den Anderen. Das waren mein bester Freund Marcel und Kevin, ein wie Marcel 20jähriger, der tagsüber als Geselle in einer Autowerkstatt arbeitete. Die Beiden saßen auf einem Stapel Holzpaletten, und an den leeren Dosen erkannte ich, dass Beide schon bei ihrem zweiten Bier waren. Vor ihnen auf dem nackten Betonboden saß Andi, der ein Jahr Älter war als ich, der aber nach seiner Mittleren Reife nichts mehr auf die Reihe bekommen hatte und sich momentan mit Gelegenheitsjobs durchschlug. Er rauchte eine Selbstgedrehte, bei der ich mir nicht sicher war, ob da nur Tabak drinnen war.

"Hast ja schon mitbekommen, dass ich gestern Jonas umgehauen habe", sagte mir Sergej, als er sich eine Zigarette rauszog und mir dann auch die Schachtel hinhielt. Ich machte eine ablehnende Geste und Sergej steckte die Schachtel wieder weg.

"Ja, das war geil", antwortete ich, dachte mir aber das Gegenteil.

"Yeah, stimmt. Das hat der Schwanzlutscher auch mal verdient. Aber du kannst dich drauf gefasst machen, dass jetzt heiße Zeiten auf uns zukommen. Das werden die Snobs nicht auf sich sitzen lassen wollen."

"Wir waren heute schon kurz davor, uns mit Jonas und Philipp zu prügeln", bestätigte ich Sergej.

"Ja, Marcel hat's mir schon gesagt. Pass auf, Nico. Du bist der Schwächste von uns allen." Sergej kramte in seiner Hosentasche und zog etwas heraus, das ich auf den zweiten Blick als Schlagring erkannte. "Steck den ein, und falls sie auf dich losgehen wollen... Wuuummm." - Er imitierte langsam einen Faustschlag und seine Fingerknöchel landeten auf meiner Wange.

Mein Lachen war sehr gequält: "Cool."

Der Schlagring war überraschend schwer, als Sergej ihn mir in die Hand legte.
Ich fragte mich in diesem Moment, ob die Snobs vielleicht auch gerade dabei waren, aufzurüsten.
Der restliche Abend war für mich eher Zeit-Absitzen. Ich mochte die Gesellschaft meiner Clique nicht mehr, aber ich hatte es nicht rechtzeitig geschafft, auszusteigen. Nun war ich Teil des harten Kerns und gehörte dazu, ob ich wollte oder nicht.

Gegen 22 Uhr verabschiedeten wir uns voneinander. Inzwischen wurde die Halle von einer Batterielampe erhellt, die wir dort verstaut hatten. Als Marcel, Kevin und Andi schon durch das Fenster ins Freie geklettert waren, hielt mich Sergej zurück: "Nico. Du hast doch morgen frei. Da könntest du mir einen Gefallen tun."

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"Klar. Gerne."

Er gab mir einen Rucksack, den er bisher hinter einem leeren Werkzeugschränkchen vor den Anderen versteckt hatte: "Bring den morgen zum Second Hand Shop in der Aulandstraße. Und bestehe darauf, dass du ihn Radu persönlich übergibst. Er gibt dir dann 700 Euro, die du mir am Samstag geben kannst."

"Okay", sagte ich zögerlich.

Sergej grinste: "Ich wusste dass ich mich auf dich verlassen kann. Die Sache muss bis spätestens 14 Uhr gelaufen sein, weil Radu nur so lange dort ist. Und zähl das Geld nach, er bescheißt nämlich gerne."

Ich schulterte den Rucksack und wollte mich auf den Weg machen, als mich Sergej festhielt. Er legte seine Hand in meinen Nacken und drückte meine Stirn gegen seine Stirn.

"Und vermassel das bloß nicht", sagte er halb freundschaftlich, halb drohend. Dann ließ Sergej mich gehen.

Eigentlich wollte ich gar nicht wissen, was sich in dem Rucksack befand, aber schon nachdem ich zurück auf dem Gehweg war, der mich aus dem Industriegebiet zurück in die Wohnsiedlung führte, siegte die Neugier. Ich setzte den Rucksack ab, schaute hinein und sah mehrere Smartphones. 'Oh Fuck, jetzt bin ich auch noch Kurier für Hehlerware. Wie tief will ich denn noch sinken', dachte ich resigniert, als ich den Rucksack wieder aufsetzte. Der Schlagring in meinen halblangen Shorts zog schwer nach unten und schlug bei jedem Schritt gegen meinen Oberschenkel, als ich weiter lief.

Ich war sehr in Gedanken vertieft, als ich am Rand des Wohngebiets ankam. Scheinwerfer eines Fahrzeugs, das mir entgegenkam, blendeten mich, und ich schaute zur Seite. Aber Beachtung schenkte ich dem Auto erst, als es mit quietschenden Reifen neben mir zum Stehen kam. Die Fahrertür wurde aufgerissen, und jetzt erkannte ich erst das Mercedes Coupet und Jonas, der auf mich zustürmte. Ehe ich reagieren konnte, spürte ich den Tritt in meinen Magen und ging zu Boden. Nun kam auch der 'Blonde Engel', in den ich mir am frühen Nachmittag verschossen hatte, vom Beifahrersitz dazu.

Ich krümmte mich vor Schmerzen auf dem Asphalt, als Jonas den Blonden aufforderte: "Los, tritt dem Assi auch eine rein!"

"Mann, lass ihn. Der hat doch genug!" - Die Stimme des Blonden überschlug sich dabei panisch. Er schien von der Situation fast genauso überrumpelt, wie ich.

Jonas rollte mit den Augen: "Na gut, ist ja nur ein kleiner Fisch. Aber nimm den Rucksack mit. Vielleicht ist da was für uns drin."

Der Blonde nahm mir den Rucksack, der nur noch mit einer Schnalle über meiner linken Schulter hing, ab, warf mir so etwas wie einen entschuldigenden Blick zu und ließ mich liegen.

'Ausgerechnet du', dachte ich verzweifelt, als die Beiden wieder ins Auto stiegen und ich noch hörte, wie Jonas den Blonden foppte: "Du bist zu nett für diese Welt."

Dann wurden die Türen zugeschlagen und der Mercedes fuhr davon. Die ganze Aktion hatte vielleicht eine halbe Minute gedauert. Ich lag noch mehrere Minuten, nachdem die Schmerzen nachgelassen hatten, auf dem Boden und wollte einfach nicht mehr aufstehen. Aber irgendwann schleppte ich mich doch zurück nach Hause.

Dad war schon im Bett und ich verkroch mich auch direkt in mein Zimmer. Schwere Gedanken quälten mich, als ich auf meiner Matratze lag und die Decke anstarrte. Die Restschmerzen in meinem Bauch und das Gefühl der Demütigung waren ja nur eine Sache. Aber viel schlimmer war, dass Jonas und der Blonde, der wohl doch nur ein elender Mitläufer war, den Rucksack mit den Smartphones geklaut hatten. Einen Moment lang dachte ich daran, Sergej anzurufen und es ihm zu erzählen. Aber die Idee verwarf ich schnell. Bestenfalls würde es dazu führen, dass der Krieg zwischen uns und den Snobs total aus dem Ruder laufen würde. Wahrscheinlicher fand ich sogar, dass Sergej mich dafür verantwortlich machen würde, dass ich ihm das Geschäft versaut hätte, und da würde mich dann Schlimmeres erwarten, als nur ein Tritt in den Magen. Ich lag lange wach und überlegte mir, wie ich bis Samstag 700 Euro zusammenkratzen konnte.

Da summte mein Handy, es war nachts um 1:12 Uhr.

Es war einen SMS von einer unbekannten Nummer: 'Willst du deinen Rucksack zurückhaben?'

'Ja', schrieb ich zurück.

Ich wartete eine Minute, dann kam die nächste Nachricht: 'Um 10 Uhr Bushaltestelle Schillerstraße'
In dieser Nacht tat ich kein Auge mehr zu.

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