Liebe und andere Gefahren - Teil 4

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Als ich montags morgens um kurz vor Elf auf dem Weg zur Lagerhalle war, wo ich mich unter vier Augen mit Sergej treffen wollte (oder besser gesagt musste), hatte ich die Hosen gestrichen voll. Mir war klar, dass es sich, so wie sich Sergej aufgeführt hatte, nur um etwas kriminelles handeln konnte. Die Frage war nur, wie kriminell das war, was auf mich zukam. Das Gefühl der Hilflosigkeit trieb mich fast in den Wahnsinn. Da hatte ich trotz all der Scheiße, die ich durchgemacht hatte, einen guten Schulabschluss, der mir die Welt öffnen konnte, war frisch verliebt in einen fantastischen Menschen, und so ein verdammter Muskelproll wie Sergej war dabei, mich in die Kriminalität zu treiben. Und das schlimmste war, dass ich nicht wusste, wie ich mich dagegen wehren konnte.

All diese trüben Gedanken schob ich in den Hintergrund, als die abgeschiffte Lagerhalle, die das inoffizielle Clubheim meiner trostlosen Clique war, in Sicht kam. Sergejs tiefer gelegter 3er BMW stand schon davor, und Sergej saß halb auf der Motorhaube und machte mit der Hand eine ungeduldige Geste, dass ich mich beeilen solle. Ein Einmeterneunzig großer Muskelprotz mit kahlgeschorenem Kopf, einem ungepflegten Dreitagebart und mit Steroiden aufgeblähten Oberarmen, die tätowiert waren. Jemand, um den man normalerweise einen großen Bogen machte – wenn er nicht gerade der Boss deiner Clique war. Deshalb legte ich einen Schritt zu, um Sergej nicht zu verärgern.

Zur Begrüßung klapste er mir zwar freundschaftlich, aber auch schmerzhaft in den Nacken: "Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann. Du bist echt der Coolste von allen, Nico."

"Was bleibt mir anderes übrig", murmelte ich niedergeschlagen.

Für den Bruchteil einer Sekunde huschte etwas bitterböses durch Sergejs Miene, ehe er wieder auf Kumpel machte: "Jaja. Steig ein. Wir machen 'ne kleine Spritztour."

Die Sache wurde mir immer unheimlicher. Aber ich hatte auch keine Wahl. Ich ging um den BMW, stieg auf den Beifahrersitz und fügte mich meinem Schicksal. Irgendwie fühlte ich mich an die Situation von vor drei Tagen erinnert, als ich bei Marc mit mulmigem Gefühl in den Fiesta gestiegen war. Nur mit dem Unterschied, dass ich heute nicht davon ausgehen konnte, dass Sergej mich zum Eiskaffee einladen würde.

Er ließ den Motor dröhnen und drehte die Anlage mit basslastigem Gangsta-Hiphop voll auf, damit ich gar nicht die Chance hatte, blöde Fragen zu stellen. Der Witz war, dass Sergej die Stadt auf der selben Straße verließ, wie es Marc gemacht hatte, als er mich am Freitag entführte. Aber an der Stelle, wo die Kreisstraße zu dem Dorf einmündete, fuhren wir nun vorbei. Stattdessen bog Sergej etwa einen Kilometer weiter links in einen Feldweg ein. Der Weg, dem wir nun über einen weiteren Kilometer lang folgten, war mit Schlaglöchern übersät. Manchmal übertönte das kratzende Metallgeräusch sogar die Lautstärke der Musikanlage, wenn der Frontspoiler über den Asphalt scharrte, und ich sah dann hauptsächlich an Sergejs Lippenbewegungen, dass er fluchte.

Die Fahrt endete an einer stillgelegten Tongrube. In dem Moment, wo Sergej den Motor abschaltete, erstarb endlich auch der ohrenbetäubende Hiphop-Lärm. Mehr als eine Minute saßen wir schweigend nebeneinander und schauten durch die Windschutzscheibe auf den vor uns liegenden Randwall der Grube. Ich selbst traute mich nicht richtig zu reden, und Sergej empfand es scheinbar nicht für nötig.

Dann entfuhr mir doch ein zaghaftes: "Und jetzt?"

"Schau ins Handschuhfach" - Sergej verzog bei diesen Worten keine Miene und schaute weiterhin geradeaus nach vorne durch die Scheibe.

Alle meine Sinne schrien "Tu's nicht!!!!". Trotzdem gingen meine Finger zum Schiebeöffner des Handschuhfachs, und im nächsten Augenblick klappte die Deckklappe hinunter.

"Oh Gott", flüsterte ich entsetzt, weil mir die Stimme versagte.

Jetzt huschte ein teuflisches Lächeln über Sergejs Gesicht: "Kennst du dich mit sowas aus?"

"Nein... Und ich will es auch nicht", stotterte ich. Ich fühlte, wie mein Herz in meiner Brust jagte und befürchtete, dass es jeden Moment stehen bleiben könnte.

"Nimm sie in die Hand."

Ich wollte es nicht. Trotzdem griff ich wie ein Zombie ins Handschuhfach und griff zu. Ich betrachtete mit gruseliger Ehrfurcht die Pistole, die ich nun in der Hand hielt. Seitlich war in das schwarze Metall unter anderem 'Beretta 9mm' eingestanzt.

"Ich mach das nicht", murmelte ich überfordert vor mich hin, ohne überhaupt zu wissen, was von mir verlangt wurde. Ich wollte die Waffe wieder zurück legen, aber Sergej hielt meine Hand am Handgelenk fest.

"Laber nicht so'n Scheiß. Ich brauch Einen mit Grips im Kopf, dem ich hundertprozentig vertrauen kann. Und da kommst nur du infrage. Morgen muss ich hier ein Geschäft abwickeln. Und die Sache ist mir nicht geheuer, weil die anderen den Deal unbedingt hier – an diesem abgelegenen Ort - abziehen wollen. Da brauche ich jemanden, der mir im Notfall den Rücken frei hält."

"Ich soll jemanden erschießen?", fragte ich und konnte es selbst kaum fassen, dass ich diese Worte aussprach.

"Sei nicht so pessimistisch. Du sollst dich da vorne hinter dem Wall verstecken, bevor die anderen aufkreuzen und aufpassen, dass niemand eine Waffe zieht. Zu 99 Prozent wird nie jemand mitbekommen, dass du überhaupt hier warst. Aber bei dem einen Prozent bist du meine letzte Rettung."

"Was ist das für ein Deal?", hakte ich nach.

"Das geht dich einen Scheißdreck an", fauchte mich Sergej an. Seine Reizbarkeit ließ keinen Zweifel daran, dass er selbst vor den Leuten, mit denen er Geschäfte machen wollte, die Hosen voll hatte. Und die Tatsache, dass er ausgerechnet einen Angsthasen wie mich zu seiner Lebensversicherung auserkoren hatte, sprach wohl auch Bände.

"Und was ist, wenn ich nein sage?", stammelte ich und hielt Sergej die Beretta entgegen.

Sergej nahm sie sogar an. Aber im nächsten Moment drückte er mir die Mündung an die Stirn: "Das kannst du nicht. Dafür weißt du schon zu viel."

Er tat das zwar neckisch und mit einem freundschaftlichen Grinsen im Gesicht, aber wenn einem eine Pistole an den Kopf gehalten wird, bleibt das Lachen im Halse stecken. Das könnt ihr mir glauben. Im nächsten Moment gab er mir die Waffe wieder in die Hand. Ich schloss meine Finger um den Griff und nickte mit zusammengekniffen Lippen langsam vor mich hin.

"Guter Junge", lobte mich Sergej und wurde plötzlich wieder freundlich, fast schon auf eine brüderliche Art. "Hör zu, Nico... Ich mach das doch auch für dich. Ich habe da ein paar Dinge am laufen, da lässt sich richtig Kohle verdienen. Und ein schlaues Köpfchen wie dich kann ich dabei gut gebrauchen. Wenn das morgen gut läuft, dann mache ich dich zu meiner rechten Hand. Du kannst dir dann bald 'ne fette Karre leisten, die Chicks stehen auf dich, und dein scheiß Dad kann dich am Arsch lecken mit seinem Gelaber."

Ich traute mich nicht zu fragen, in welche Dinge Sergej vorhatte, mich mit reinzuziehen, traute mich auch nicht zu sagen, dass ich nicht das geringste Interesse daran hatte, seine rechte Hand zu werden, egal wie viel Geld sich damit verdienen ließe. Und ich hatte schon gar nicht den Mut, ihm zu sagen, er solle nicht so über meinen Vater reden. Klar war Dad nicht perfekt und es gab oft Reibereien zwischen uns. Aber trotzdem liebte ich ihn. Statt all die Dinge anzusprechen, schwieg ich nur vor mich hin und starrte mir leerem Blick auf die Fußmatte des Beifahrersitzes.

Sergejs grinsen wurde breiter. Für ihn sah meine Haltung vielleicht so aus, als ob ich über seine Worte nachdenken würde. Er nickte zur Pistole in meiner Hand: "Kannst du damit umgehen?"

"Nein."

"Dann wird’s höchste Zeit."

Wir verließen nun das Auto. Sergej nahm eine leere Red Bull Dose aus dem Dosenhalter der Mittelkonsole und stieg voraus über den Erdwall in die weitläufige Grube. Ich folgte Sergej mit der Pistole in der Hand. Beim Klettern musste ich manchmal auch die Hände zu Hilfe nehmen, wobei ich mit der Beretta über das Gestein scharrte, was Sergej nicht zu stören schien. Etwa 10 oder 20 Meter tiefer kamen wir auf einen flachen, terrassenartigen Absatz, wo früher vielleicht die Kipplader gefahren waren. Auf dieser Ebene stellte Sergej die Red Bull – Dose auf, und wir nahmen vielleicht 15 oder 20 Meter Abstand. Nun zeigte mir Sergej, wie man die Waffe entsichert, durchlädt und wieder sichert.

"Jetzt du. Und dann mach die Dose platt."

Okay. Umständlich drückte ich das Hebelchen nach oben, zog mit einem metallisch-reibenden Geräusch den Schlitten nach hinten, der dann von alleine wieder vorschnellte, dann nahm ich die Pistole eher instinktiv in beide Hände, drückte die Ellbogen durch und richtete sie auf die Red Bull - Dose. Der Widerstand des Abzugs war stärker, als ich es erwartet hatte. Doch plötzlich durchfuhr ein markerschütternder Knall die Stille. Der Rückstoß drückte meine Arme nach oben, und etwa 20 Zentimeter neben der Dose peitschten Gesteinssplitter in die Höhe. Um uns herum stoben Vögel mit hektischem Flattern in die Luft, und der Knall hallte aus allen Richtungen zurück. Mit zittrigen Fingern drückte ich den Sicherungsriegel der Pistole wieder nach unten.

"Passt. Lass uns hier verschwinden", fauchte Sergej. Fast schon panisch kletterten wir den Wall der Tongrube empor, stiegen ins Auto und schauten, dass wir Land gewannen.

Als wir wieder auf die Landstraße abbogen, wollte ich die Pistole wieder zurück ins Handschuhfach legen, aber Sergej hielt mich davon ab: "Behalte sie bis morgen bei dir, wir treffen uns vor dem Deal nicht mehr. Du bist morgen Abend spätestens um 20 Uhr hier – UND ZWAR OHNE AUTO – und versteckst dich hinter dem Rand der Grube. Mit den Anderen hab ich mich um 23 Uhr verabredet. Bis dahin hältst du Ausschau, ob dir irgendetwas seltsam vorkommt. Und wenn ja, schickst du mir 'ne Nachricht. Der Deal läuft genau dort, wo wir geparkt haben. Wenn alles klappt, zahl ich dir 500 Euro."

"Okay."

"Und Nico... Wenn du morgen nicht da bist, oder wenn du mit jemandem darüber redest, bist du tot. Das schwör ich dir."

"Alles klar."

Mir blieb fast das Herz stehen. Solche Drohungen waren für Sergej zwar nichts ungewöhnliches, aber dieses Mal nahm ich sie ernst.

Sergej brachte mich zurück in die Stadt und fuhr vier Blocks von meinem Zuhause entfernt an die Seite, damit ich aussteigen konnte: "Und denke dran, Nico. Mein Leben hängt von dir ab. Wag es bloß nicht, mich im Stich zu lassen."

"Hmh", brummte ich geistesabwesend. Ich hatte nun nämlich gerade ein ganz anderes Problem. Ich wollte mir die Pistole in die Hosentasche meiner Jeans stecken, aber die Tasche war zu klein. Der Griff schaute oben raus und ich hatte ausgerechnet an diesem Tag ein relativ kurzes T-Shirt an. Deshalb machte ich es so, wie ich es schon in Filmen gesehen hatte und steckte mir die Pistole unter dem Bauchnabel in den Hosenbund. So sollte es reichen, dass sie auf dem fünfminütigen Weg nach Hause vom T-Shirt verdeckt war.

Sergej schaute sich das belustigt an: "Killer. Hehehe."

Ich versuchte, bitter mitzulachen, auch wenn mir nicht danach war. Dann verließ ich ohne Abschied das Auto. Sergej fuhr mit quietschenden Reifen davon, und sobald sein Auto nicht mehr zu sehen war, zog ich mein Smartphone.

'Ich muss dringend mit dir reden. Jetzt sofort', schrieb ich über Whatsapp an Marc.
Unruhig trat ich während der nächsten drei Minuten auf der Stelle und hielt mein Handy in der Hand, aber auf eine Antwort wartete ich vergebens.

'Marc?????', schrieb ich als Nächstes und ging wieder drei Minuten unruhig auf und ab. Aber Marc schrieb nicht zurück.

Ich wählte Marcs Nummer. Das Tuten wurde von einer Clubhouse-Musik unterlegt, die nicht nach meinem Geschmack war und wurde nach nicht ganz einer Minute von der Sprachbox abgelöst.

"Scheiße", murmelte ich vor mich hin.

Was ich dann tat, muss ich im Nachhinein als total verblödet beschreiben. Aber zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich in diesen Augenblicken so durch den Wind war, dass ich keine klaren Gedanken fassen konnte. Statt das Naheliegende zu tun und den 10minütigen Umweg in Kauf zu nehmen, um die Pistole daheim in meinem Zimmer zu deponieren, machte ich mich im Joggingschritt direkt auf den Weg durch die Stadt zum Bürogebäude der Morgenpost, wo Marc sein Praktikum machte. Nicht auszumalen, was geschehen wäre, wenn während dem Rennen mein T-Shirt so hochgeflattert wäre, so dass Passanten die Pistole in meinem Hosenbund gesehen hätten.

Keine Viertelstunde später stand ich vor dem vierstöckigen Flachbau und ging durch die automatische Schiebetür. Als ich gerade auf den älteren Herrn am Empfang zuging, klingelte mein Smartphone.

"Sorry. Ich war gerade essen und hab mein Handy liegen lassen. Was ist denn los, Nico?", fragte Marc. An seiner Stimme war zu hören, dass er den Ernst der Lage erahnen konnte.

"Schon gut. Ich bin unten am Empfang und muss dringend mit dir reden." Ich versuchte meine Stimme gelassen klingen zu lassen. Der Pförtner betrachtete mich nämlich argwöhnisch, und ich warf ihm ein Lächeln zu.

"Okay. Ich komme runter", meinte Marc noch, dann legte er auf.

"Ich werde gleich abgeholt", sagte ich noch zu dem Pförtner und versuchte so zu tun, als hätte ich keine geladene Pistole im Schritt.

Die Minute, die ich nun wartete, fühlte sich wie eine Ewigkeit an, dann kam Marc endlich die Treppen runter. Bei seinem Anblick ging mir mal wieder das Herz auf und zum ersten Mal an diesem Tag keimte in mir die Hoffnung, dass vielleicht doch noch alles gut werden könnte.

"Schön dich zu sehen, Nico", sagte Marc, als er bei mir war und drückte mir zur Begrüßung dreist einen Kuss halb auf die Wange, halb auf den Mundwinkel.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie der Pförtner große Augen bekam. Aber obwohl mir das Ganze selbst ein bisschen peinlich war, plagten mich doch ganz andere Sorgen: "Können wir irgendwo ungestört reden?"

"Komm mit."

Marc führte mich die Treppen hoch ins zweite Stockwerk und brachte mich in eines der Büros.

"Herr Leupelt, der Redakteur, bei dem ich heute eingeteilt bin, ist gerade außer Haus", erklärte mir Marc. "Was gibt’s denn so dringendes?"

Ich ließ meinen Blick kurz schweifen. Es gab in dem Büro einen großen Schreibtisch mit allerhand Akten und einem PC, der ausgeschaltet war und einen kleinen Schreibtisch mit einem Laptop, an dem wohl Marc arbeitete. Er war gerade dabei, im Laptop aus handschriftlichen Stichwortnotizen, die ihm Herr Leupelt auf einem Schmierzettel gegeben hatte, einen spannenden Bericht über die Jahreshauptversammlung des regionalen Imker-Verbandes zu kreieren. So aufregend kann ein Journalismus-Praktikum sein.

Statt zu antworten hob ich mein T-Shirt ein Stück weit hoch und Marc glupschten fast die Augen aus den Höhlen, als er den Griff der Pistole sah: "Ist das das was ich denke?"

"Beretta 9 Millimeter halbautomatisch", antwortete ich bitter.

Ich zog die Pistole heraus und hielt sie Marc entgegen, aber er nahm eine abwehrende Haltung ein: "Alter... Scheiße... Kann die losgehen?"

"Nee. Die ist gesichert... Glaube ich."

"Glaubst du", seufzte Marc. Langsam griff er nach der Waffe, nahm sie mir ab und betrachtete sie ähnlich schaurig-neugierig, wie ich eine dreiviertel Stunde zuvor. Auf seinen Armen war eine Gänsehaut zu erkennen.

Dabei erzählte ich Marc die Geschehnisse von der Tongrube so detailliert, wie ich es in meiner angespannten Situation schaffte.

Als ich fertig war, gab mir Marc die Beretta zurück und schien erleichtert zu sein, dass er sie wieder los war: "Du musst zur Polizei gehen. Das ist jetzt kein Dummer-Jungen-Streich mehr."

Ich verstaute die Pistole wieder hektisch unter meinem Hosenbund: "Das geht nicht. Sergej macht mich platt. Der bringt mich um!" - Meine Stimme überschlug sich bei dem letzten Satz vor lauter Panik.

Marc versuchte zwar weiterhin Ruhe auszustrahlen, aber dabei scheiterte er kläglich: "Nein. Sergej kommt dann ins Gefängnis. Und genau dort gehört er auch hin."

Ich schüttelte mit zusammengepressten Lippen mit dem Kopf: "Ich ziehe das morgen noch durch, und am Mittwoch muss ich auf dein Angebot zurückkommen. Du musst mich in Stuttgart unterbringen, damit ich aus Sergejs Griff rauskomme. Kann ich mich da auf dich verlassen?"

Marc atmete tief durch: "Mir wär's lieber, wenn ich dich heute Abend gleich nach Stuttgart zu meinen Eltern bringe... Du darfst da morgen nicht hingehen, Nico. Was ist, wenn du wirklich auf jemanden schießen musst?"

"Dann ist das doch Notwehr. Oder?!", fragte ich verzweifelt.

Marc schaute mich mit einem Blick an, der 'Da wäre ich mir nicht so sicher' ausdrückte.

"Wenn ich schon heute nach Stuttgart flüchte und Sergej morgen hängen lasse, kann ich mich hier nie wieder blicken lassen, so gefährlich wie der ist. Ich kann nicht mal mehr meinen Dad besuchen. Und weiß ich, ob er Papa in Ruhe lässt?"

Wir schauten uns lange schockiert an, ohne dass jemand etwas redete. Dann erwiderte Marc mit einer überraschenden Fassung in der Stimme: "Wir MÜSSEN zur Polizei gehen, Nico. Ein Stockwerk höher ist das Büro von Herr Behnke. Der ist Redakteur für das Blaulicht-Zeugs und weiß, wo genau wir uns hinwenden müssen. Und zu dem gehen wir jetzt."

Es fiel mir zwar schwer, nicht zu widersprechen, aber ich war einfach nur froh, dass Marc diese Entscheidung für mich getroffen hatte. Es gab für mich keine perfekte Lösung und vielleicht war diese ja wirklich noch die beste. Mit schweren Beinen folgte ich Marc auf den Flur und wieder die Treppen nach oben. Dort klopfte er an eine Tür.

"Hä?", kam es von drinnen und wir traten ein.

Herr Behnke, ein Mann in den späten Fünfzigern, war mit seinem schütteren langen, grauen Haar, das er hinten zu einem Zopf zusammengebunden hatte, und seinem verlebten Gesicht auf den ersten Blick der Prototyp, wie man sich einen desillusionierten Lokaljournalisten kurz vor der Rente vorstellt. Aber als er uns ansprach verflog dieses Klischeebild schnell. Denn seine Stimme klang wach, sympathisch und neugierig.

"Oh. Hallo Herr... Scherzberg?"

"Scherzinger", berichtigte ihn Marc. "Und das ist mein Freund Nico Castano"

Er winkte mir beiläufig, aber auf eine kauzige Art sympathisch zu: "Okay. Und was verschafft mir die Ehre?"

"Wir sind da an einer großen Sache dran und brauchen ihren Rat, Herr Behnke."

Behnke schaute Marc ironisch an. Vielleicht nicht verwunderlich, wenn der neue Praktikant an seinem ersten Tag ins Büro stürmt und von dem ganz großen Ding erzählt: "Na dann lasst mal hören."

Marc verzog unschlüssig die Lippen: "Also... Wir kennen da einen, der hat 'nen Kumpel..."

"Ich bin da in einen ziemlichen Schlamassel reingeraten", fiel ich Marc ins Wort. Ich hatte nämlich auf die Schnelle beschlossen, dass ich Behnke als vertrauenswürdig empfand.

Behnke hörte genau zu und unterbrach mich manchmal mit Zwischenfragen, als ich ihm meine Geschichte erzählte. Ich berichtete ihm erst nur von der Tongrube, aber Behnke hakte immer weiter nach, um auch die Umstände, wie es dazu kam, zu hinterfragen. So hatte er nach einer knappen Viertelstunde einen brauchbaren Überblick über meine Clique und den lächerlichen Streit mit den Snobs, der auch zu meiner neuen Freundschaft mit Marc geführt hatte (die Sache mit dem Sex behielt ich aber für mich). Behnke brachte mich sogar dazu, ihm von den wahrscheinlich gestohlenen Handys zu erzählen, die ich für Sergej im Second Hand Shop abgeben musste.

"Und wo ist die Pistole jetzt?", fragte mich Behnke, nachdem ich ihm mein Herz ausgeschüttet hatte.

Wieder hob ich das T-Shirt hoch und zeigte ihm die Waffe, die nun, wo ich auf einem Stuhl saß, unangenehm an meinen Unterbauch drückte. Nun entglitten dem Journalisten, der die ganze Zeit so gelassen gewirkt hatte, die Gesichtszüge.

"Leg sie hier her", sagte er leise und deutete auf seinen Schreibtisch. Ich gehorchte, und als ich die Pistole auf der Schreibunterlage abgelegt hatte, zog Behnke ein altmodisches Stofftaschentuch aus der Tasche und griff mit dem Taschentuch in der Hand um den Griff der Pistole, wohl um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Die Beretta platzierte er so hinter einem Aktenstoß, dass sie nicht auf den ersten Blick zu sehen war, wenn jemand ungebeten ins Büro kommen würde.

Er schaute mir tief in die Augen und atmete durch. Von seinem ironischen Lächeln war nichts mehr übrig geblieben: "Wir rufen am besten Hauptkommissar Wehrstein an", sagte er eher zu sich selbst, als zu mir oder Marc.

Als fast eine Minute vergangen war, in der Behnke in sich selbst versunken vor sich hingrübelte, unterbrach Marc das Schweigen: "Rufen Sie ihn an?"

"Nein." Er wendete sich mir zu: "Sie müssen den Hauptkommissar selbst anrufen. Schon alleine die Tatsache, dass Sie die Waffe besitzen, ist eine Straftat. Da ist es wichtig, dass Sie sich selbst anzeigen, um noch irgendwie den Kopf aus der Schlinge zu bekommen."

Ich nickte und brachte keinen Ton heraus. Mit jedem Wort, das gewechselt wurde, wurde mir mehr bewusst, wie tief ich eigentlich in der Scheiße steckte. Aber viel Zeit für Selbstmitleid blieb mir nun gar nicht. Herr Behnke hatte die Nummer schnell herausgesucht, wählte sie im Festnetztelefon ein und drückte mir den Hörer in die Hand. Total überrumpelt hielt ich mir das Telefon ans Ohr.

Es tutete sehr lange und ich hatte schon die irre Hoffnung, dass dieser Hauptkommissar Wehrstein irgendwo unterwegs war und Verbrecher jagte. Nun hatte es schon zwanzig mal getutet. Ich wollte gerade Behnke den Hörer zurückgeben und so tun, als ob ich enttäuscht wäre, da klackte es in der Leitung und ein barsches "Wehrstein" wurde hineingekrächzt.

Einen Moment lang war ich in einer richtigen Schockstarre.

"Hallo?!", motzte es ungeduldig in mein Ohr.

"Ha... Hallo... Mein Name ist Nico Castano... Und... Und ich bin hier im Morgenpost-Büro. Ich habe hier eine Pistole."

'Scheiße', dachte ich im selben Moment, als ich meine eigenen Worte realisierte, die eher nach einer Geiselnahme, als einer Selbstanzeige geklungen hatten. Marc starrte mich aus ungläubigen Augen an, und Behnke schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn.

"Wie bitte?!", tönte es aus dem Hörer. Die Aufmerksamkeit des Polizisten war mir nun auf jeden Fall gewiss, und ich begann schon wieder nervös und unzusammenhängend meine Geschichte in den Hörer zu stammeln. Ich erzählte alles nur grob. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde ich vom Hauptkommissar nur einmal unterbrochen, als ich zum ersten Mal den Namen Sergej erwähnte.

"Sergej wie noch?", fragte Hauptkommissar Wehrstein kurz angebunden.

"Sergej Kusnezow."

Im Hintergrund war dann am anderen Ende der Leitung das Klappern einer Computertastatur zu hören, als ich weiter stotterte.

Es dauerte keine fünf Minuten, bis ich fertig war.

"Bleiben Sie wo Sie sind. Wir sind gleich da."

"Okay."

Dann klackte es ein letztes Mal, und die Leitung war tot.

Es dauerte wirklich nur wenige Minuten, die sich aber länger als mein ganzes bisheriges Leben anfühlten. Da klopfte es an die Tür. Ein leicht untersetzter Mann mit dünnem grau-schwarzen Haar, der nicht viel jünger zu sein schien, als Behnke ,und eine hochgewachsene, sportlich wirkende Frau mit strengem Blick, die wohl auch schon jenseits der Vierzig war, traten ein. Obwohl sie beide keine Uniform trugen, waren sie irgendwie trotzdem sofort als Kriminalpolizisten zu erkennen.

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"Guten Tag", sagte der Polizist, der sich als Wehrstein erweisen sollte, in die Runde, nickte zuerst Behnke auf eine kumpelhafte Art zu, dann nahm er mich und Marc ins Visier: "Wer von ihnen ist Nico Castano?"

Zaghaft hob ich eine Hand und versuchte erfolglos zu lächeln.

Es ging nun alles relativ schnell. Die Frau, die sich als Oberkommissarin Skerstins vorstellte, kümmerte sich um die Pistole. Zum ersten Mal an diesem Tag wurde damit wirklich sachgemäß umgegangen, als sie vorsichtig und mit Handschuhen das Magazin herausnahm und Magazin und Waffe in zwei getrennten Zip-Plastikbeuteln verstaute. Dann wurde ich abgeführt – oder mit aufs Präsidium gebeten, wie Wehrstein das nannte. Ich konnte Marc noch einen verzweifelten Blick zuwerfen, dann wurde ich mitgenommen. Ich war beim Gang durchs Gebäude rechts und links eng genug von den beiden Polizisten flankiert, dass jeder Trottel, an dem wir vorbei kamen, erkennen konnte, dass es sich hier um eine Verhaftung handelte, und das obwohl die Beamten in zivil waren. Und um keinen Zweifel daran zu hinterlassen, hatte Wehrstein auch noch mit einer Hand meinen Ellbogen umgriffen, als wir durch den Empfang, am Pförtner vorbei hinaus gingen. Ich nickte dem alten Pförtner noch zu, und er schien mir einen 'wusste-ichs-doch'-Blick zurückzuwerfen. Aber ich will nicht ausschließen, dass ich da dank meines schlechten Gewissens zu viel hinein interpretierte.

Der Nachmittag zog sich dann hin mit Verhören, einer erkennungsdienstlichen Behandlung und einem Anschauungstermin an der Tongrube. Zwischendurch übermannte mich eine panikartige Angst, dass sie mich direkt ins Gefängnis stecken würden. Denn Sergej erwies sich als polizeibekannter, als ich es mir hätte erträumen können. Und Hauptkommissar Wehrstein schien mir eine Beteiligung im Drogen- und Waffenhandel anhängen zu wollen. Doch um Punkt 16 Uhr, vielleicht zur Feierabendzeit, ließ man mich dann doch gehen, und ich war rechtzeitig zuhause, damit ich meinem Vater das Abendessen machen konnte. Es ist schon seltsam, wie sich ein Mensch verstellen kann, wenn es unbedingt sein muss, aber ganz konnte ich meine Sorgen dann doch nicht verbergen. Natürlich erkannte Dad, dass mich etwas bedrückte, als ich am Essenstisch gedankenverloren vor mich hin grämte.

"Nico... Ist alles in Ordnung bei dir?"

Ein unechtes Lächeln kämpfte sich auf meine Lippen: "Alles okay. Hab mich heute nur mit Sergej gestritten."

"Du solltest sowieso einen großen Bogen um Sergej machen. Der bringt dich noch ins Gefängnis", sagte Papa lapidar, ohne zu ahnen, wie nahe er tatsächlich an der Wahrheit lag.

"Werde ich. Versprochen."

Dad schaute mich überrascht an. Er wollte etwas sagen, da piepte mein Smartphone. Obwohl mein Vater immer gerne motzte, wenn ich während des Essens mit dem Handy hantierte, holte ich es mir direkt aus der Tasche. Unter seinem tadelnden Blick las ich Marcs Whatsapp Nachricht: 'Können wir uns später noch treffen?'

"Ist von Marc", sagte ich mit vollem Mund zu Dad, und sein Blick erhellte sich bei der Nennung des Namens wieder.

'Jeder Zeit :-)', schrieb ich zurück.

'Ich hol dich um 19:30 ab'

Gesagt – getan. Es war echt witzig. Normalerweise mochte es Dad nicht, wenn ich abends noch weg ging. Sein Instinkt ließ ihn vielleicht auch zumindest ahnen, dass es mit meiner Clique nicht zum Besten stand. Aber jetzt, wo es um Marc ging, bot er mir sogar den Autoschlüssel an. Ich lehnte dankend ab. Um 19:28 bekam ich dann eine Whatsapp von Marc, dass er gleich da sei.

"Tschüss. Ich pack's dann."

"Und richte Marc einen Gruß aus."

"Mach ich."

Es war wieder ein wunderbares Gefühl, als ich in den roten Fiesta einstieg. All meine Ängste, die mich an diesem Abend zu erschlagen drohten, wurden ein bisschen erträglicher, als ich in Marcs hübsches Gesicht schaute und mir meinen Begrüßungs-Kuss aufdrücken ließ.

"Wie geht’s dir?", war die erste Frage, die mir Marc stellte.

"Beschissen. Ich hab heute von den Bullen erfahren, dass sie Sergej schon länger im Visier haben. Er hat mit irgend so einer Russenmafia zu tun, die mit Christal Meth und Waffen handelt."

"Fuck...", murmelte Marc nur vor sich hin.

"Du sagst es.", entgegnete ich. "Und die wollten aus mir ein Geständnis rauskitzeln, dass ich da auch die Finger im Spiel habe."

"Was?! Du hättest dir da einen Anwalt nehmen sollen."

"Schon gut. Ich denke, der Verdacht ist vom Tisch."

"Dann hast du die Scheiße jetzt ja hinter dir", seufzte Marc erleichtert.

"Noch lange nicht. Die wollen morgen Sergejs Deal platzen lassen. Auf frischer Tat ertappen sozusagen. Und ich muss da auf meinem Posten in der Tongrube sein, damit Sergej nicht skeptisch wird."

"Scheiße."

"Und wenn's ganz übel läuft, hab ich danach die Russenmafia am Hals", setzte ich noch drauf.

Marc wurde sichtbar blass um die Nase: "Musst du da morgen hingehen?"

"Ja. Die Bullen haben mich wegen dem Waffenbesitz in der Hand. Ich muss kooperieren, wenn ich straffrei ausgehen will."

"Oh Gott. Und was machen wir jetzt?"

"Machen wir uns heute noch einen schönen Abend. Wer weiß, wie es morgen wird... Wo bringst du mich eigentlich hin?" - Ich hatte damit gerechnet, dass Marc mit mir zu unserem geheimen Ort auf der Wiese oberhalb der Stadt gehen würde, wo wir bis zum Sonnenuntergang (und darüber hinaus) Sex haben könnten. Aber er schlug eine ganz andere Richtung ein.

"Wird 'ne Überraschung."

"Hätte ich mir denken können", seufzte ich.

Es wurde wirklich eine Überraschung. Denn Marc fuhr mit mir zur Rathstraße, eine Sackgasse in einem guten Wohnviertel am Ostende der Stadt und stellte das Auto an einem Stellplatz ab. Klar war ich mir bewusst, dass in dem dreistöckigen Wohnhaus im Erdgeschoss mein Feindbild und Marcs Cousin Jonas mit seiner Freundin Vanessa wohnte (und momentan wohnte ja auch Marc dort).

"Sollen wir wirklich hier...?", fragte ich fassungslos, als Marc schon die Fahrertür geöffnet hatte.

"Ja klar. Keine Sorge. Jonas ist mit Vanessa auf 'nem Geburtstag von Vanessas Onkel. Das wird spät werden."

"Dein Wort in Gottes Ohr."

Ich folgte Marc durch die Eingangstür, und dann direkt in die dahinter liegende Wohnungstür in die gute Stube. Die Wohnung war echt groß und luxuriös. An das geräumige Esszimmer, grenzte direkt eine Edelstahlküche an, die zum kochen und experimentieren regelrecht einlud. In dem großen Raum führte dann eine breite zweistufige Marmortreppe hinunter ins etwas tiefergelegte Wohnzimmer, wo zwei schwarze Ledersofas auf den großen Flachbildfernseher ausgerichtet waren. Dahinter war eine große Glasfassade, wo eine Schiebetür hinaus auf die Terrasse führte.

"Wow. So möchte ich auch mal gerne leben." Plötzlich schämte ich mich für unsere Sozialwohnung in Grund und Boden. Dann folgte ich Marcs Handgeste und setzte mich auf eines der Sofas.

Marc setzte sich neben mich, kuschelte sich an mich und drückte frech seine Wange an meine Wange: "Ich würde lieber mit dir und deinem Dad in eurer kleinen Wohnung wohnen, als mit Jonas und dieser Schnalle Vanessa in der Großen."

"So schlimm?"

"Wenn du wüsstest..."

Wir kuschelten uns jetzt seitlich aneinander, Marc streichelte über das T-Shirt hinweg meinen Bauch und ich hatte dabei meine Hand auf seinem Handrücken liegen. Ein seliges Schweigen machte sich breit.

"Entjungferst du mich heute?", flüsterte ich kaum hörbar.

Marc antwortete zwar nicht, aber dafür legte er seine Lippen auf meine, unsere Zungenspitzen berührten sich nass und geschmeidig dazwischen, dann schoben sie sich aneinander vorbei in die Mundhöhle das anderen. Spätestens jetzt hatte ich all meine Angst und Sorgen vergessen. Für mich gab es nur noch diese schlanke, agile Zunge, die auf eine spielerische Weise meine Mundhöhle erforschte und die leisen Schmatzgeräusche, die wir dabei erzeugten. Unsere Arme schlossen sich um unsere Körper, und wir drückten uns immer fester aneinander. Zuerst saßen Marc und ich dabei noch nebeneinander, aber wir ließen uns langsam zur Seite kippen, und nach einer Weile lag Marc auf mir drauf. Lange hatte ich dabei die Augen geschlossen, erst als Marc seine Zunge aus meinem Mund heraus nahm und der Lippenkontakt unterbrochen wurde, öffnete ich sie wieder. Sein Gesicht war vielleicht fünf Zentimeter von meinem entfernt. Seine blauen Augen schauten mich weich an und sein Gesicht hatte eine leichte Röte.

"Machen wir im Schlafzimmer weiter?"

Ich hatte nichts einzuwenden. Mein T-Shirt klebte nun ein bisschen an mir, als ich aufstand. Denn in der Hitze des Frühsommerabends hatte ich in dem engen Körper-Clinch unter Marc zu schwitzen begonnen. Aufgeregt und voller Vorfreude folgte ich Marc die Zwei Treppenstufen hoch, durch das Esszimmer hinaus in den kleinen Flur, wo neben der Wohnungstür noch drei weitere Türen waren. Marc öffnete eine davon, und ich musste erst mal lachen.

Das war eindeutig das Gästezimmer. Ein kleiner Raum mit einer Kommode, wo ein Fernseher drauf stand und einem großen Schrank an der Wand. Beim ersten Schritt hinein wäre ich fast über Marcs Dakine-Rucksack gestürzt, der wie eine Stolperfalle auf dem Boden direkt hinter der Tür lag. Zwei Socken lagen ebenso mehrere Meter von einander entfernt auf dem Fußboden, und auf dem schmalen Bett lag ein Laptop, das Hemd, das Marc am Vormittag getragen hatte und die dazugehörige Hose.

"Der größte Ordnungsliebhaber der Welt scheinst du ja nicht zu sein", lachte ich.

"Was denn? Ich hab extra für dich aufgeräumt", scherzte Marc zurück und schob demonstrativ mit dem Fuß einen herrenlosen Pantoffel unter das Bett.

"Da bin ich aber stolz auf dich."

"Wir machen auch nicht hier weiter", murmelte Marc. Er bückte sich, hob den Rucksack vom Boden auf und holte aus der vorderen Reißverschluss-Tasche eine Gleitgeltube heraus. "Ich war nur heute noch einkaufen."

Dann verließen wir Marcs Zimmer wieder und gingen eine Tür weiter. Dieser Raum war doppelt so groß wie Marcs Zimmer. Ein breites Doppelbett dominierte das hell gestrichene Zimmer, und eine Wand war mit einem großflächigen Spiegel behangen. Über dem Bett hing ein lächerliches Bild von Jonas, wie er oberkörperfrei bei irgendeiner sportlichen Siegerehrung posierte.

Marc folgte meinem Blick zu dem abturnenden Bild: "Da musst du jetzt durch."

"Willst du mich wirklich in Jonas' Bett entjungfern?"

"Oh jaaaa."

Marc begann bei diesen Worten schon, mich auszuziehen. Er zog mir mein T-Shirt über den Kopf und leckte meinen Oberkörper nass, kurz bevor ich auch Marc sein Shirt auszog. Oben-ohne kuschelten wir uns nun auf dem riesigen Bett ineinander, leckten uns, küssten uns und zogen uns immer weiter aus. So lange, bis wir unsere erhitzten, leidenschaftlichen Körper nackt aneinander fühlten. Dann ging die Leckerei gleich weiter. Von meiner Verkrampftheit, die ich bei unserem ersten Mal noch gezeigt hatte, war nichts mehr übrig geblieben. Ich liebte den leicht salzigen Geschmack von Marcs Haut und genoss ihn biss aufs Letzte, und Marc tat bei mir dasselbe. Zwischendurch trafen sich immer wieder unsere Lippen für wilde Kussorgien, während sich unsere mehr und mehr nassgeleckten Körper dabei aneinander rieben.

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Irgendwann, nach einem undefinierbaren Zeitraum, lagen wir uns in einer 69er Stellung auf der Seite liegend gegenüber. Marc hatte dabei meinen Schwanz im Mund und verwöhnte ihn mit seiner fantastischen Art zu blasen. Ich leckte ihm derzeit zuerst die weiche Haut seines Sacks, dann ließ ich auch seinen Penis in meinem Mund verschwinden und nuckelte an dem heißen Fickfleisch. Marc begann trotz meines Schwanzes in meinem Mund zu stöhnen und fast schon instinktiv klappte er seinen oberen Schenkel nach unten, so dass sein Oberschenkel sanft auf meiner Wange und meiner Schläfe abgelegt war, und ich auf diese Weise in einem zärtlichen Schwitzkasten steckte, während wir uns gegenseitig die Schwänze lutschten.

Nur am Rande fühlte ich, wie sich Marcs Finger zwischen meinen Schenkeln am Damm hindurch tasteten. Ohne dass wir ein Wort redeten, oder auch nur die Bläsereien unterbrachen, kreiste ein wohl vom Gleitgel schlüpfriger Zeigefinger um meinen Anus, drückte dagegen, ließ wieder nach und grub sich in mich hinein.

"Hmmmmm", stöhnte ich in Marcs Schwanz. Es war ein geiles Gefühl, wie mein blonder Engel mit seinem Finger in mir spielte. In mir wurden ganz neue Gefühle der Lust geweckt, die ich bis dahin noch nicht gekannt hatte. Mein Schwanz pulsierte im selben Rhythmus, in dem Marc meine Prostata massierte und ohne es zu bemerkten fickte ich ihn mit runden Stößen in den Mund.

Fast hätte ich in dieser heiklen Lage abgespritzt, aber dann befreite mich Marc aus meinem Schwitzkasten. Wir drehten uns wieder zueinander, tauschten wilde Küsse aus, dann flüsterte Marc: "Willst du es?"

"Ja." - Wir wussten beide ganz genau, was Marc meinte.

Wir ließen uns zwar noch viel Zeit, aber dann drehte mich Marc auf den Bauch. Er legte mir noch Jonas' Kopfkissen unter die Hüfte, damit mein Po ein bisschen höher lag, dann legte sich Marc wieder auf mich drauf. Es war schon alleine geil, wie Marc sich nun mit seiner Vorderseite an meiner Rückseite räkelte. Sein Atem kitzelte warm in meiner Ohrmuschel, sein Schwanz rieb in seinem eigenen Saft in meiner Ritze, und am Rande bemerkte ich, wie Marc nebenbei immer mal wieder die Hüfte leicht anhob und sich seinen Schwanz in meiner Ritze weiter mit Gleitgel eincremte. Nach dem dritten oder vierten Mal legte Marc dann nicht mehr seinen Schwanz flach in meiner Ritze ab, als er die Hüfte wieder abließ, sondern er setzte seine weiche Eichel an meinem engen Hintereingang an und erhöhte leicht den Druck.

"Boahhh", stöhnte ich überrascht und lustvoll auf.

Marc kniff mir mit seiner freien Hand zärtlich in den seitlichen Bauch: "Ganz locker."

Seine Brust hatte Marc schon wieder auf meinem Rücken abgelegt, während ich flach auf dem Bauch lag. Seine Zunge leckte voller Lust meine Wange und seine Hüfte wippte sich nach unten, während ich vorsichtig dagegen drückte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wie sich der Penis heiß, knüppelhart und doch irgendwie weich in mein Innerstes presste. Ich stöhnte meine Lust laut aus, und Marc keuchte leise in mein Ohr, dann steckte er tief in mir und lag mit seinem ganzen Gewicht auf mir drauf. Langsam, zärtlich und leidenschaftlich ließen wir unsere Hüften kreisen. Es war kein wildes Gerammel, sondern ein gefühlvoller Liebesakt mit viel Körperkontakt, mit dem wir mein 'erstes Mal hintenrum' zelebrierten. Ich hatte meinen Kopf zur Seite gedreht, Marc leckte erst über meine Wange, dann fanden sich unsere Zungen. Seine Hand streichelte meinen seitlichen Hals und langsam steigerte sich die Erregung ins Unermessliche. Marc stöhnte immer intensiver, und auch ich kam dem Orgasmus näher. Der Penis in mir, der an irgendeiner geheimnisvollen erogenen Zone rieb, von der ich bis dahin noch nicht einmal geahnt hatte, dass es sie gab, trug dabei genauso bei, wie die Tatsache, dass mein Schwanz in unserem Rhythmus unentwegt an Jonas' Kopfkissen rieb. Fast im selben Moment, in dem Marc abgehackt aufstöhnte, uns sich sein Körper auf mir verkrampfte, kam auch ich zum Höhepunkt.

"Mann. War das schön", hauchte ich in die heiße Luft, als wir uns wieder ineinander rollten und uns verliebt in die Augen schauten.

Marc küsste mir auf die Lippen. Sein Gesicht war nun sehr gerötet: "Klasse, dass es dir gefallen hat. Jetzt müssen wir nur dich noch zum abspritzen bringen."

"Hab ich schon", grinste ich ihn an.

"Du hast?"

"Hmh."

"In Jonas' Kopfkissen?"

"Ganz genau."

Wir mussten nun beide lachen und hatten es nicht eilig, unsere Umklammerung zu lösen.

Danach verrieb Marc noch schadenfroh mein Sperma mit der Handfläche auf dem Kissen, dann richteten wir das Bett wieder so her, als hätte es den Gay-Sex mit Analverkehr auf dem Liebesbett des Schwulenhassers Jonas nie gegeben. Das alles war wie ein Traum. Ich hatte gerade mein passives Erstes Mal so wundervoll erlebt, wie ich es mir nicht einmal hätte erträumen können. Natürlich waren wir uns über die Tragik nicht bewusst, dass dies für das unglückselige Liebespaar Marc Scherzinger und Nico Castano das letzte Mal war, dass sie gemeinsame schöne Stunden verbrachten. Und trotzdem ließen wir den Abend noch so schön und leidenschaftlich ausklingen, als wenn es unser Letzter wäre, ehe mich Marc nach Hause fuhr.

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