Ein Sommermärchen

von Tobais
veröffentlicht am 10.05.2020
© Tobais, mannfuermann.com
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Bareback / Junge Männer / Romantik / Sportler

Der Ausflug war die dämliche Idee meine Schwester. Sie wollte mir helfen, über meinen Exfreund hinwegzukommen. Nur, ich wollte gar nicht über ihn hinwegkommen. Er war perfekt gewesen, zumindest dachte ich das bis zu dem Moment, in dem ich ihn mit einem anderen Kerl im Auto erwischt hatte. Wie dämlich kann man sein? Es war auf dem Parkplatz des Schwimmbades gewesen. Er ging jeden Dienstag und Donnerstag dort hin. Ich hatte an diesem speziellen Donnerstag keine Uni, und nachdem ich an meiner Hausarbeit geschrieben hatte, hatte ich spontan beschlossen, ihn im Schwimmbad zu überraschen. Da der Parkplatz recht voll war, musste ich weiter hinten parken. Dort, wo ebenfalls die Kerle parkten, wenn sie sich auf schnellen Sex treffen wollten. Das erfuhr ich später.

 

Ich parkte also, stieg aus und bereits drei Wagen weiter erkannte ich das Auto von Alex. Alex saß noch hinter dem Steuer und ich dachte, er wäre auch erst gerade gekommen. Ich lächelte über diesen Zufall und wollte eben an seine Scheibe klopfen, als ich merkte, dass er nicht allein war, sondern irgendein Kerl ihm einen blies. Alex hatte die Augen geschlossen und genoss sichtlich den Blowjob. Wie angewurzelt blieb ich stehen. Dann wurde ich so wütend, dass mein gesamter Körper zu brennen schien, und knallte die Faust voller Wucht gegen das Seitenfenster. Beide Männer schreckten auf. Das Gesicht, welches Alex machte, als er mich erkannte, werde ich nie vergessen. Die einzige Genugtuung, die mir von dieser Sache blieb. Rasch schob er den fremden Kerl von sich. Er wollte aus dem Auto steigen und mir hinterher, aber wie bei einer Slapstick-Nummer, verhedderte er sich in seiner heruntergelassenen Hose und kam nicht richtig aus dem Auto. Ich drehte mich nicht einmal nach ihm um. Für mich war die Sache sofort beendet.

Vielleicht war meine Reaktion übertrieben, aber nachdem ich erfahren hatte, dass der Parkplatz ein beliebter Treffpunkt für anonymen Sex war, konnte ich Alex nicht mehr vertrauen. Wer wusste, was er wirklich jeden Dienstag und Donnerstag dort getrieben hatte.

Nun also der Ausflug. Es war Hochsommer und früher waren meine Eltern mit mir und meine Schwester oft zum Zelten gefahren. Und diese Tradition wollte Saskia jetzt wieder aufleben lassen. Seit einem Jahr war sie mit ihrem Freund zusammen, Jubiläum, und ich seit einer Woche von Alex getrennt, auch ein Jubiläum. Da Semesterferien waren, ließ ich mich tatsächlich auf den Vorschlag ein. Ich hatte kein Bock auf Stadt, Party und meine Freunde, die ständig versuchten, mich zu trösten und zu verkuppeln. Ein wenig Natur und Nostalgie würden mir sicher guttun. Doch kaum waren wir aus der Stadt draußen, wurden die Häuser spärlicher und das Grün üppiger, kam ich mir wie ausgesetzt vor. Außerdem, seit Jahren hatte ich in kein Zelt mehr übernachtet und mein Fitnesstraining, eine der wenige Konstanten in meinem Leben, musste ich ebenfalls sausen lassen. Aber zu spät, nach ungefähr zwei Stunden Fahrtzeit waren wir am Ziel. Eine weitläufige Ferienanlage mit Stellplätzen für Wohnwagen und Zelte, einer Hütte mit Sanitäranlagen, ein Kiosk sowie vereinzelte Bäume und Sträucher, alles verteilt um einen ruhigen, klaren See. Der perfekte Sommerlagerkitsch.

Wir parkten, stiegen aus, suchten uns eine ruhige Stelle, wo wir die zwei Zelten aufbauten und die Gegend erkundeten. Überrascht stellte ich fest, dass weniger Leute da waren als erwartet. Hauptsächlich Rentner und ein paar Familien, das war es auch schon.

Saskias Freund hieß Bene, Benedikt. Er war in Ordnung, groß, blond, athletisch, früher Fußballer, bevor er sein Maschinenbaustudium begann. Er sah gut aus, auf die gewöhnliche Art und Weise. Er hatte weder ein Problem damit, dass ich sie begleitete, noch dass ich schwul war, und ständig versuchte er, mich in ihre Gespräche miteinzubeziehen. Das alles rechnete ich ihm hoch an, aber im Grunde hatten wir nicht viel gemein. Außerdem fühlte ich mich schnell als Störfaktor. So hielt ich mich in den nächsten Tagen meist etwas abseits von den beiden. Am Anfang spielte ich noch viel mit meinem Handy herum, checkte den Facebook-Status von Alex oder seine Instagram-Posts, bis ich feststellte, dass mich das eigentlich gar nicht mehr interessierte. Darauf lag ich viel in der Sonne, bräunte mich und stellte fest, wie gern ich eigentlich schwamm. Ich schwamm in der Zeit viel, auch ein gutes Training, wie ich schnell merkte. Vor allem für Schulter, Rücken und Bauch.

Ich genoss es tatsächlich, hier zu sein. Es ergaben sich auch immer wieder nette Gespräche mit den anderen Gästen der Ferienanlage. Und selbst an das Zelten gewöhnte ich mich nach der dritten Nacht. Ich mochte das Zirpen, mit dem ich einschlief, und das Vogelgezwitschern, mit dem ich aufwachte. Trotz allem, nach ungefähr einer Woche war die Luft raus und mir wurde es allmählich langweilig. Und die Nachricht, dass ein Freund von Bene uns für einige Tage besuchen würde, machte die Sache nicht besser. Ich stellte mir eine exakte Kopie von Bene vor und verdrehte innerlich die Augen. Und als Nico dann eintraf, sah ich mich in meiner Annahme sofort bestätigt: Nico war ebenfalls ehemaliger Fußballer und studierte jetzt Maschinenbau. Anstatt blond war er braunhaarig, zumindest wäre er es, wenn er seine Haare nicht auf wenige Millimeter abrasiert hätte. Er trug einen Drei-Tage-Bart, vielleicht war es auch schon ein Vier- oder Fünf-Tage-Bart. Interessant waren allein die stechendblauen Augen, die durch seine gebräunte Haut noch intensiver zu leuchten schienen. Er trug Sportklamotten, kurze Hosen, wodurch man seine muskulösen Fußballer-Schenkel und seine genauso muskulösen Waden sah, sowie ein T-Shirt vom FC Bayern München. Allgemein hatte er eine kräftige Statur, ein breites Kreuz und kräftige Arme, wahrscheinlich von irgendeinem Krafttraining. Aber wie viele Fußballer, die nicht mehr regelmäßig spielten, hatte er einen leichten Bauchansatz bekommen. Alles in allem hatte er etwas Ähnlichkeit mit Lukas Podolski. Er trug eine angeberischer Flieger-Sonnenbrille und eine ebenso angeberische Uhr. Nico hatte eine tiefe markante Stimme, doch kaum machte er den Mund auf, merkte man, dass er im Grunde nicht viel zu erzählen hatte. Die meisten Themen drehten sich um Autos (er selbst fuhr einen schneeweißen VW Scirocco), Fußball und Studium, ein typischer Kerl eben. Deshalb verflog mein Interesse schnell wieder und ich widmete mich meinem routinierten und ein wenig langweiligen Alltag.

 

Nico hatte sein eigenes Zelt dabei, das war jedoch ein Stück kleiner als unsere und wirkte irgendwie behelfsmäßig. Zum ersten Mal allein traf ich ihn am See. Zuerst bemerkte ich ihn gar nicht. Ich lag in der Wiese, sonnte mich und war dabei weggedämmert. Dann hörte ich ein Platschen und Ächzen und öffnete die Augen. Ich beobachtete Nico, wie er sich gerade aus dem Wasser hievte. Für einen Moment stand er keuchend da. Das Wasser lief an ihm herunter und drückte seine rote Badehose an seine Beine und betonte dadurch seinen Schritt.

Nicht schlecht, dachte ich, als ich die Beule begutachtete. Zudem bemerkte ich jetzt, wie behaart Nico war. Nicht fellmäßig, aber seine Brust war mit einem kurzen braunen Flaum übersät, der nach unten hin dichter wurde. Sein Bäuchlein war schon stärker behaart, ebenfalls seine Beine. Ich musste zugeben, das sah recht sexy aus.

Nico schlenderte zu mir und fläzte sich neben mich. „Servus“, sagte er, mehr nicht. Das war ungewohnt, normalerweise redete er wie ein Wasserfall. Dabei schien es ihm egal zu sein, was er redete, Hauptsache, es wurde geredet. Das konnte sehr anstrengend sein. Doch jetzt war er still. Er keuchte nur leicht vor sich hin. Für einige Minuten starrte er gedankenverloren auf den See hinaus, dann legte er sich hin und schloss die Augen. Ich betrachtete ihn eingehender. Ja, wenn Nico die Klappe hielt und sein etwas proletenhaftes Gehabe abstellte, war er durchaus attraktiv. Gern hätte ich ihm über das Brusthaar gestrichen, seine kräftige Beule im Schritt ertastet und als ich merkte, wie sehr mich diese Vorstellung erregte, schaute ich rasch weg, legte mich hin und döste ein.

„Aufwachen, Schlafmütze“, sagte jemand neben mir. Ich blinzelte gegen die Sonne an und erkannte Nico, der sich über mich gebeugt hatte. Er lächelte mich an. „Los, komm schon, Alter, Zeit zu futtern“, sagte er und hielt mir eine seiner kräftigen Hände hin. Ich griff danach und ließ mich von ihm auf die Beine ziehen.

Wir grillten, und wenngleich ich ebenfalls gern Fleisch aß, konnte ich bei der Menge, die Bene und Nico verdrückten, nicht mithalten.

„Widerlich“, meinte Saskia, und da hatte sie nicht ganz unrecht. Gegen später saßen wir alle auf Klappstühle, tranken Bier, hörten leise Musik über Handy und laberten. Gut, meistens laberten Bene und Nico. Regelmäßig lachten sie laut auf und erzählten sich Anekdoten von früher, wobei früher gerade einmal zwei, drei Jahre zurücklag. Und das waren genau die Jahre, die ich jünger war als die restlichen drei. Ich war vor Kurzem zwanzig geworden, Saskia und Bene waren drei Jahre älter und Nico zwei.

Obwohl es mich nicht sonderlich interessierte, was Bene und Nico zu erzählen hatten, beobachte ich Nico die ganze Zeit. Ich konnte nicht anders. Irgendwann fiel mir nämlich auf, wie ungezwungen Nico lachte, fast wie ein kleiner Junge, der sich über die banalsten Dinge freute. Auch seine Bewegungen hatten etwas sehr Geschmeidiges, und ich konnte mir gut vorstellen, wie er mit dieser Eigenart zwischen den gegnerischen Spielern bei einem Fußballspiel hindurch geswitcht war. Das musste ein toller Anblick gewesen sein.

O mein Gott, war ich etwa gerade dabei, mich in diesen Nico zu verknallen? Solche Kerle waren normalerweise überhaupt nicht mein Fall, mit denen war im Grunde nicht viel anzufangen. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich mit dieser Schwärmerei meine Sehnsucht nach Alex kompensieren wollte ... darüber hinaus hatte ich seit bald der Wochen keinen Sex mehr gehabt.

Dennoch, kaum hatte ich mich selbst ertappt, sah ich rasch in eine andere Richtung und noch viel schneller stand ich auf, um in mein Zelt zu verschwinden.

In den nächsten Tagen versuchte ich, Nico aus dem Weg zu gehen. Ein hoffnungsloses Unterfangen, egal, wo ich hinging, kurz darauf tauchte der Kerl auf, als hätte er ein Radar, mit dem er mich orten konnte. Ständig versuchte er, mich in ein Gespräch zu verwickeln, und ich musste zugeben, dass er ein paar vernünftige Ansichten vertrat, was die Politik und den Zustand der Welt betraf. Selbst unserer Musikgeschmack war ähnlich. Nur was Filme betraf, fanden wir keinen gemeinsamen Nenner. Er liebte Old-School-Action wie „Rambo“, „Expendables“, „Mad Max“ oder Anarcho-Komödien wie „Hangover“ und „Bad Neighbors“. Die Filme, die ich mochte, hielt er für zu anstrengend und langweilig.

 

Dann kamen wir auf das Thema Fitness zu sprechen und das war tatsächlich ein Gebiet, auf dem wir uns beide gut auskannten und uns interessierte. Als er mir schließlich sagte, dass ich einen tollen Body hätte, brachte mich das aber umgehend zum Schweigen.

„Alles klar?“, fragte er, packte mich ein wenig grob, trotz allem kumpelhaft an der Schulter und rüttelte mich. Seine kräftige schwielige Hand auf meiner nackten Haut verursachte ein Kribbeln. Ich presste die Lippen aufeinander und brachte lediglich ein „Mmhmm“ zustande.

Nico ließ seine Hand tatsächlich auf meiner Schulter. Dicht nebeneinander saßen wir da, starrten auf den See hinaus. Das hätte fast romantisch sein können, wenn mein Herz nicht wie bescheuert geschlagen hätte und ich mir sicher war, dass Nico hetero war. Immerhin hatte er mehrere Frauen erwähnt, mit denen er in der Kiste war. Wusste er überhaupt, dass ich schwul war?

Es war Abend und von irgendwo her hatte Bene eine Shisha aufgetrieben. Wir saßen in der Mitte unseres Zeltplatzes und reihum nahmen wir den Schlauch in den Mund. Gutes Zeug, eine Mischung aus Honig und Minze.

Am Ende war Nico ein wenig benommen von den Bieren, die er in sich reingeschüttet hatte, und der Shisha. Weil er schwankte und er recht schwer war, schaffte ich es nur, ihn bis zu meinem Zelt zu bugsieren, das näherstand als seines. Ich half ihm dabei, sich bis auf die Unterhose auszuziehen, und es kostete mich viel Willenskraft, ihn dabei nicht „unabsichtlich“ zu begrapschen. Dann zog ich mich selbst aus und legte mich neben ihn. Es dauerte nicht lange, bis ich Nico leise schnarchte. Ich spürte die Hitze, die von seinem Körper ausging, roch seinen leichten Schweißgeruch. Das machte mich schier wahnsinnig, meine Gedanken und Gefühle rotierten, während ich mich zugleich kaum traute, mich zu bewegen. Nico hatte damit offensichtlich weniger Hemmungen. Er bewegte sich ständig und irgendwann merkte ich, dass er näher an mich herangerückt war, und kurz darauf lagen wir in Löffelchenstellung da. Und noch etwas spürte ich, der Kerl schien tatsächlich einen Steifen zu haben.

Scheiße, dachte ich und merkte, wie ich anfing, durch den Mund zu atmen. Mein Schwanz wurde ebenfalls hart. Ich sammelte all meinen Mund zusammen und rückte mit meinen Hintern ein wenig näher an ihn heran. Nico rührte sich nicht. Und jetzt spürte ich es deutlich. Er hatte einen Ständer, der nun gegen meinen Hintern drückte. Ich konnte nicht anders, ich rieb mich ein wenig an ihm. Nico begann leicht zu keuchen, rührte sich aber ansonsten nicht. Voller Panik verharrte ich in völliger Stille. Als nichts weiter geschah, rieb ich weiter meinen Hintern an seinem Schritt. Gleichzeitig versuchte ich, mir so unauffällig wie möglich einen zu wichsen. Erneut begann Nico zu keuchen. Keine Ahnung, ob das bedeutete, dass er wach war oder nicht. Es war sowieso zu spät, mein Schwanz begann zu zucken und ein Schwall Sperma quoll mir über die Hand. Mein gesamter Unterleib zuckte unter meinem Orgasmus, und unabsichtlich stieß ich dabei mehrmals gegen Nicos Schritt. Kurz darauf spürte ich etwas Feuchtes an meinem Hintern. Anscheinend hatte Nico ebenfalls einen Orgasmus. Noch immer traute ich mich nicht recht, mich zu bewegen, und so schlief ich schließlich völlig verklebt ein.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte Nico bereits das Zelt verlassen. Es roch ein wenig muffig, nach Schweiß und Sperma von zwei Männern. Ich öffnete das Zelt und ging hinaus. Die anderen waren bereits beim Frühstück. Hatte ich so lange geschlafen?

Egal. Ich zog mich an und setzte mich zu Bene und Saskia. Auch Nico war da. Er ignorierte mich zwar nicht direkt, aber er vermied es, mich anzusehen oder anzusprechen. Hatte er demnach etwas von meiner nächtlichen Aktion mitbekommen? Das war mir peinlich und so vermied ich es wiederum, ihn anzusehen.

Nachdem Frühstück kickten Nico und Bene miteinander (keine Ahnung, wo sie den Ball aufgetrieben hatten), während meine Schwester und ich in das nahe Dorf schlenderten, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Ich begleitete sie, um mich abzulenken und etwas auf andere Gedanken zu kommen. Kein einfaches Unterfangen, denn wie sich rausstellte, ging es Sasika auf den Sack, dass Nico so lange bei uns rumhing, die ganze Zeit Bene in Beschlag nahm und somit ihren Urlaub versaute. Vielmehr, als „Mhm“, „Versteh ich“ oder „Ja, hast schon recht“, bekam ich nicht über die Lippen. Dann fragte mich Saskia unvermittelt, ob ich wirklich über Alex hinweg wäre und ob ich ihm nicht nochmal ne Chance geben wollte. Ein Blowjob wäre ja jetzt nicht so dramatisch. Vielleicht hatte sie Recht, ich fühlte mich aber gekränkt und wenn ich ehrlich war, hatte mir das lange Nachdenken in den letzten Tagen gezeigt, dass es noch mehr Punkte gab, die zwischen mir und Alex nicht passten.

 

Als wir nach zirka zwei Stunden zur Ferienanalage zurückkamen, lagen Bene und Nico faul in der Sonne. Ohne sie weiter zu beachten, ging ich schnurstracks ins Wasser, um mir eine Abkühlung zu verschaffen. Als ich wieder an Land ging, merkte ich, dass Nico mich beobachtete. Er wirkte ein wenig grimmig, oder vielmehr abschätzend. Keine Ahnung, ein Blick, den ich nicht ganz deuten konnte, und erneut stieg Scham in mir auf. Doch sobald Nico merkte, dass ich wiederum seinen Blick bemerkt hatte, setzte er wieder seine Sonnen-Fliegerbrille auf und ging.

Sein Hintern war ein Traum! Groß, rund und fest.

Scheiße! Reiß dich zusammen!, ermahnte ich mich und lief extra in die entgegengesetzte Richtung.

Den restlichen Tag gingen wir uns alle aus dem Weg. Selbst zwischen Saskia und Bene roch ich dicke Luft. Vielleich hatte sie ihm endlich darum gebeten, Nico loszuwerden. Ich wusste nicht, ob ich mich deswegen freuen oder enttäuscht sein sollte.

Zurück am Zeltplatz, war Nico bereits dort. Er tippte wie wild auf seinem Handy herum. Schließlich bemerkte er mich und starrte mich für einige Sekunden regungslos hinter seiner Fliegerbrille an, dann schob er sie hoch und lächelte tatsächlich. Fuck, er hatte sogar Grübchen. Das war mir vorher gar nicht aufgefallen.

„Mann, Alter, endlich! Ich langweile mich hier noch zu Tode. Weißt du, wo die anderen stecken?“

Ich schüttelte den Kopf und krallte mir eine Wasserflasche vom Tisch.

„Haste Bock zu kicken?“

Erneut schüttelte ich den Kopf.

„Gibt es hier sonst was Interessantes zu sehen?“

Kopfschütteln.

„Alter, hat es dir die Sprache verschlagen, oder was?“

„Federball?“, sagte ich.

„Was?“

„Wir können Federball spielen.“

„Federball“, echote er. Schließlich zuckte er mit den Schultern und sagte: „Okay, meinetwegen, dann eben Federball.“

Ich kramte die Schläger aus dem Auto und so spielten Nico und ich Federball. Wir brauchten ein paar Anläufe, bis wir drin waren, aber zuletzt schafften wir es, den Federball 109 Mal hin und her zu schlagen, ohne dass er auf dem Boden fiel. Wir hörten selbst dann nicht auf, als Saskia und Bene von irgendwo her zurückkamen. Sie hatten die Arme umeinandergeschlungen und strahlten. Vielleicht hatten sie irgendwo ein stilles Örtchen gefunden und miteinander gevögelt. Es sei ihnen gegönnt! Allgemein war die Stimmung lockerer als heute Morgen und den Tag über. Wir grillten erneut und lachten viel. Und immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich Nico betrachtete. Mir vielen mehr und mehr Eigenheiten an ihm auf. Zum Beispiel, dass er eine natürliche Lockerheit besaß. Ihm schien nichts peinlich zu sein, und weder schien er sich groß darüber Gedanken zu machen, wie er auf andere wirkte, noch wie andere sich gaben. Er nahm alles so hin, wie es war. Eine beneidenswerte Eigenschaft. Zudem besaß er viel Humor, zumindest das, was er unter Humor verstand. Er riss oft doppeldeutige Witze, oder solche, die eindeutig unter die Gürtellinie gingen, und lachten darauf am lautesten. Und obwohl er zu wissen schien, dass er gut aussah, bildete er sich nichts darauf ein. Zumindest wirkte er völlig uneitel. Er schien sich keine Gedanken um seine Kleidung zu machen, zog gerade das an, was am bequemsten war und in der Nähe lag, rasierte sich mal Tage lang nicht, ehe er plötzlich völlig glattrasiert daherkam. Alex war da völlig anders gewesen. Er hatte immer penibel darauf geachtet, was er anzog, ob alles zusammenpasste. Haare waren ihm ein kraus, weshalb er sie am ganzen Körper abrasierte, während die auf seinem Kopf stets topfrisiert waren. Alex war sehr bedacht darauf gewesen, wie er auf andere wirkte. Zwar wusste ich, dass das aus einer gewissen Unsicherheit herrührte, weil er als Kind oft gemobbt wurde, dennoch nervte es, weil es jedes Mal viel Zeit kostete, bis er aus dem Bad kam und wir deswegen nur selten etwas spontan unternehmen konnten.

In dieser Nacht schlief Nico wieder in seinem eigenen Zelt. Das fand ich schade. Ich vermisste die Präsenz seines Körpers. Außerdem fand ich keinen richtigen Schlaf. Ständig musste ich an ihn denken, und verfluchte mich deswegen selbst. Es war typisch, der Schwule verknallte sich in den Hetero-Typen. Wobei ich gar nicht sagen wollte, dass ich in Nico verknallt war. Die Unterschiede im Charakter waren zwischen uns zu groß. Er war sexuell einfach anziehend, wahrscheinlich deshalb, weil er das krasse Gegenteil von Alex war. Also tat ich das, was jeder Kerl in einer solchen Situation tat: Ich holte mir einen runter, in dem ich dabei an ihn dachte, wie unsere Körper aufeinander lagen, wie wir uns gegenseitig befingerten, und an seinen riesigen Schwanz (natürlich hatte er einen riesigen Schwanz, sonst wäre ja die Fantasie langweilig), den ich genüsslich bearbeitete, bevor er mich damit fickte und zum Abspritzen brachte.

Danach schlief ich ziemlich rasch ein.

 

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