Nachtzug

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Kurz nach der Wende hatte ich öfter das Vergnügen, wegen einem Auftrag in Potsdam. Die billigste Art dorthin zu reisen ohne allzuviel Zeit zu verlieren, war der Nachtzug mit Liegewagen.

Beim Einsteigen in Stuttgart ging's noch. Wenig besetzte Plätze. Am liebsten lag ich oben, da wurde man unterwegs am wenigsten gestört. Auf dem Gang noch eine Dose Bier, eine Zigarette, noch mal pinkeln, dann ab ins Körbchen, in die zweite Etage. Normalerweise schlief ich gut, doch manchmal war in der Nacht ein lauter hektischer Wechsel von Reisenden, dass ich aufwachte und nicht mehr einschlafen konnte. Dann nahm ich den Mief wahr, das Schnarchen und die beschlagenen Fenster.
Manchmal kam ich völlig gerädert in Berlin an.

Auf einer Rückfahrt lernte ich eines Tages ein Pärchen kennen. Der Typ hatte mich schon auf dem Bahnsteig angequatscht. Er machte einen aufgedrehten Eindruck, riss ständig Witzchen und guckte die Wartenden provozierend an. Seine Freundin war etwas älter und sein Benehmen war ihr peinlich.
Die Beiden hatten eines der Abteile neben mir und beide rauchten. Also rauchten wir gemeinsam auf dem Flur und kamen schnell ins Gespräch.
Der Typ hieß Werner, das Mädchen Lisa.

Wir redeten über alles Mögliche, das heißt Werner redete. Er war aus dem Osten und fand im Westen alles geil, bis auf die Schrippen und die Essiggurken, die seien im Osten besser. Dass er jetzt arbeitslos sei, fände er auch geil, er würde sogar Kohle dafür kriegen. In einer Hand hielt er eine Bierdose, mit der andern krabbelte er sich ständig unter dem Pullover.
Lisa sagte nichts. Sie rauchte und sah aus dem Fenster in die Nacht.
Nachdem ich Werner erzählt hatte, dass ich am Theater arbeiten würde, fragte er mich Löcher in den Bauch und wollte die lächerlichsten Dinge wissen.
Ich war das gewohnt. Für normale Leute ist das Theater ein exotischer Ort, von dem sie völlig falsche Vorstellungen haben.
So auch Werner. Er hatte die Vorstellung, dass alle Schauspieler, die Texte, die sie sprechen, in einer Schule gelernt hätten, sie bräuchten sich nur noch auf die Bühne zu stellen, und alles würde ihnen einfallen. Ich klärte ihn auf, dass Schauspieler ihre Texte für jedes Stück mühsam lernen und lange proben müssten, bis sie ihre Rolle beherrschen.
Er war weiß Gott nicht der Intelligenteste, doch er war süß. In seinen fragenden Hundeaugen konnte man ablesen, ob er was kapiert hatte oder nicht. Sein hübsch geschwungener Mund stand dabei leicht offen, mit der Hand spielte er in seinen blonden Locken, suchte sich eine davon aus und wickelte sie um den Finger .
Der Zug war wie immer, völlig überheizt.
"Halt mal," sagte er und drückte mir die Bierdose in die Hand, dann zog er seinen Pulli aus.
Dabei schob sich dasT-Shirt nach oben und ich registrierte unter seiner weißen Haut kräftige Bauchmuskeln und eine ausgeprägte Brustmuskulatur. "Du treibst Sport?" fragte ich anerkennend.

"Ja, ich boxe. In der Amateurliga," meinte er, "doch ich komm nicht so recht weiter." Dabei machte er vor meiner Nase ein paar Boxbewegungen und lachte mich frech an. Dann ging er in sein Abteil und holte sich eine neue Dose Bier, was Lisa mit Augenrollen quittierte. " "Komm, das reicht jetzt, du hast genug getrunken." sagte sie müde. "Klappe!", zischte Werner.
Sie sah ihn streng an, wünschte uns eine gute Nacht und verschwand in ihrem Abteil. Am liebsten wäre ich auch gegangen, doch Werner wollte partout weiterlabern. Jetzt, wo Lisa weg war, interessierten ihn andere Dinge. Ob ich Lisa sexy finden würde. Sie wär' ne scharfe Maus, aber in letzter Zeit würde sie immer pampiger werden. .
"Geht jetzt fast'n Jahr mit uns, aber im Bett läuft nicht mehr viel, ist doch nicht normal, oder?"
"Ich kenn mich mit Frauen nicht so aus, doch wenn die erste Verliebtheit und Geilheit vorbei ist....., -das war bei mir und meinem Freund auch nicht anders."
Damit hatte ich nichtsahnend eine Schleuse geöffnet. "Was, du bist schwul? Wow, erzähl, wie ist das. Was macht ihr zusammen?"
"Werner, das geht dich nichts an, außerdem ist es schon spät, ich will schlafen."
"Komm, sei nicht so. Es interessiert mich."
"Das ist mir egal, ich bin müde. Außerdem, wieso interessiert es dich, du stehst doch auf Frauen."
"Klar Mann, den Schwulen soll man die Fresse polieren, hat mein Boxtrainer immer gesagt."
"Dann geh ich doch lieber ins Bett, bevor du mir die Fresse polierst."

"Komm, mach kein Scheiß, bist'n cooler Typ, lass uns noch'n bisschen quatschen. Ich kann in dieser Koje eh nicht pennen."
Er packte mich vorne am Hemd und zog mich zu sich. "So' ne feine Fresse würd ich nicht polieren, komm trink noch'n Bier mit mir."
"Nein Werner, es ist halbdrei, ich brauch noch eine Mütze Schlaf." Mir war klar, dass eine weitere Dose Bier aus dem netten lieben Werner, einen aggressionsbereiten Schläger machen könnte. Deswegen zog ich es vor, in mein Abteil zu gehen. "Tschüss Werner, ich geh jetzt schlafen."
"Tschüss Tunte, ich genehmige mir noch ein Döschen," sagte er gereizt.
Jetzt war ich wütend. Die Tunte konnte ich nicht auf mir sitzen lassen.
"Sauf nicht soviel, was weißt du schon von 'Tunten'. Du teilst hier an den Falschen aus."
"Reg dich ab," sagte er, mit gespielt cooler Mine,
"ich weiß gar nicht richtig was das ist, ich hab's halt gehört."
"Dann red nicht so ein Zeug, von dem du nichts verstehst." schrie ich über den Flur und zog meine Tür zu.
Im Abteil war ich zum Glück der Einzige.
Es gab auch keine Reservierungsschilder, also würde ich meine Ruhe haben. Ich zog Schuhe und Hose aus und legte mich auf die untere Pritsche. Gleich danach war ich eingeschlafen. Irgendwann wachte ich auf, weil ich Stimmen hörte. Ein Streit war im Gange, der immer lauter und heftiger wurde.

"Du kannst mich am Arsch lecken, blöde Votze...." Weitere Kraftausdrücke fielen, dann war plötzlich Ruhe und ich döste wieder ein.
Bald darauf bemerkte ich, dass meine Abteiltür langsam aufgezogen wurde. Ich stellte mich schlafend und blinzelte. Ein Typ schlich sich rein, nur mit einer Unterhose bekleidet. Er torkelte und fiel auf die Pritsche gegenüber.
Es war Werner. Er atmete schwer und steckte eine Hand in die Unterhose. Ich dachte ich sehe nicht richtig, stellte mich aber weiterhin schlafend.
"Psst", machte er, doch ich reagierte nicht.
"Hey, psst." sagte er jetzt immer lauter, bis es mir auf den Keks ging.
"Was machst du da eigentlich", fragte ich, "wieso bist du nicht in deinem Abteil?"
"Ich hol mir einen runter, siehst du das nicht." sagte er leicht aggressiv. Deutlich konnte ich seine Bierfahne riechen.
"Kannst du das nicht bei dir drüben machen, ich will schlafen, lass mich in Ruhe."
"Lisa hat mich rausgeschmissen, ich hab ihr gesagt, dass sie eine blöde verklemmte Kuh wäre, dann wurde sie hysterisch und ich hab ihr eine gescheuert."
"Sag mal spinnst du? Deine Freundin ist wirklich nett, das hat sie nicht verdient. Außerdem bist du besoffen. Geh, entschuldige dich und schlaf endlich."
Plötzlich begann er zu heulen, immer heftiger, bis ich aufstand und mich neben ihn setzte. Er klammerte sich an mich und schluchzte aus vollem Hals.
"Hilf mir, ich bau immer solche Scheiße. Ich liebe sie, aber sie stößt mich immer weg, die Kuh."

"Werner, du stinkst nach Alkohol. Sie hat recht, wenn sie dich wegstößt." Er begann so jämmerlich zu schluchzen, dass ich ich nicht anders konnte, als ihn in den Arm zu nehmen.
"Du bist lieb," sagte er und zog den Rotz hoch.
Ganz vorsichtig grabschten seine Hände unter mein T- Shirt und sein Kopf drängte sich unter meine Achselhöhlen.
"Komm Werner, beruhige dich, meinetwegen kannst du hierbleiben, doch ich will schlafen, sei vernünftig."
"Ich will aber nicht vernünftig sein", heulte er, von einem neuen Anfall überwältigt. Er zitterte am ganzen Körper. Ich erhöhte den Druck meiner Arme, irgendwie war in mir die tröstende Glucke wachgeworden.
Plötzlich begann er mit der Zunge in meinem Gesicht rumzuschlecken.
"Werner, hör auf, ich will das nicht ", sagte ich barsch. Er ließ sich nicht abhalten und steckte mir seine Zunge in den Mund.
"Lass das." sagte ich, ihn von mir stoßend.
"Leg dich hin und sei ruhig."
"Warum?" schrie er heulend.
"Ich möchte es endlich mit einem Mann machen. Seit Jahren träum ich davon, nie hab ich mich getraut, jetzt will ich's wissen, hier, mit dir."
"Also da liegt der Hund begraben" sagte ich und war plötzlich hell wach.
"Von was für einem Hund redest du! Ich bin kein Hund, ich will mit dir ficken! Ficken, verstehst du?"
"Werner, ich will schlafen. Sei endlich ruhig und leg dich hin."

Der Heulanfall der jetzt kam, war filmreif. Er riss die Abteiltür auf und schrie in den Liegewagen hinein. "Warum stoßen mich alle weg! Warum will mich keiner. Muss ich erst um mich schlagen, damit mich einer will. Muss ich erst draufhauen, versteht denn keiner meine Sprache? Warum versteht mich niemand?" Er zog ein Fenster auf dem Flur nach unten und heulte in die vorbeirasende Nacht.
Seine Unterhose hing wie ein Lumpen an seinem schönen Arsch und gab die obere Hälfte seiner Ritze frei. Werner wusste nicht, wie schön er war. Er ahnte es und verzweifelte daran. Ich stellte mich hinter ihn und streichelte seinen Bauch, seine Brust, seine Nippel, dann seinen festen Arsch.
Er drehte sich um und steckte mir die Zunge in den Mund. Sein Kuss schmeckte nach Leidenschaft, Gier und Bier. Er drückte sich an mich, sein Schwanz ragte prall aus der Unterhose.
"Komm, gehn wir schlafen."

Ich küsste ihn über das verheulte Gesicht, er drückte sich noch mehr an mich, wie ein Ertrinkender. Wortlos gingen wir zurück ins dunkle Abteil und legten uns zusammen auf die schmale Pritsche. Er schmiegte sich mit dem Rücken an meinen Körper, griff nach meinem Schwanz, der pochend an seiner Ritze lag. Dann spürte ich seine Hand, die ihn zu seinem Loch dirigierte. Ein leises schmerzvolles 'Jaaahh', dann war ich in ihn eingedrungen. Ich bewegte mich ein paarmal hin und her, schon spürte ich, wie er abspritzte. Danach leises Schnarchen, das ganze Abteil roch nach Bier. Ich zog ihn raus und wichste, bis die Erlösung kam. Danach war alles feucht, das Laken, die Decke, Schlaf. Nur noch Schlaf.

Werner ja, ich nicht. Er schnarchte, ich machte kein Auge mehr zu. Bei jeder Station quietschte der Zug, hatte lange Aufenthalt, bis er er wieder quietschend weiterfuhr. Für diesen schlafenden, schnurchelnden, besoffenen Mann, der an mich gekuschelt, auf dieser engen Pritsche lag, den ich gefickt hatte, empfand ich plötzlich eine Zärtlichkeit, die ich gar nicht einordnen konnte. Mein Schwanz war wieder steiff, ich glitt in ihn hinein, und schlief darüber ein. Ein leises Grunzen gab er von sich, mehr nicht. Irgendwann wachten wir auf. Der Zug hielt. Wir waren bereits in Rohracker. "Scheiße, wir müssen in Waiblingen raus!" sagte Werner. Dann ging alles sehr schnell. Er rannte in sein Abteil, Lisa stand schon mit Rucksack vor der Tür.

"Na, hast du gekriegt was du wolltest?" fegte sie ihn an. Sie schien zu wissen, was in dieser Nacht passiert war. Flugs war Werner in den Kleidern und kam noch mal zu mir um sich zu verabschieden.
Er lächelte mich mit seinen hübschen Hundeaugen an und küsste mich auf den Mund.
"Heute Nacht hast du mein Leben gerettet."

"Nicht so pathetisch, junger Mann," entgegnete ich fröhlich. Der Zug hielt. Beide stiegen aus. Ein letzter Blick, ein kurzes Winken. Wir hatten nicht mal die Telefonnummern getauscht. Ich habe ihn nie wieder gesehen.

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