Wuschel-Max

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Wie man an der Zivi-Thematik unschwer erkennen kann, liegt die Geschichte schon einige Jahre zurück. Aber da sie mein Leben verändert hat, erscheint sie immer noch erzählenswert.

"Darf ich vorstellen, Frau Kufner: Das ist Daniel! Der neue Zivi in unserem Krankenhaus."

Ich war einfach nur baff. Mit Frau Kufner war offenbar die mindestens 80-jährige Dame gemeint, die mich mit einem unglaublich sympathischen Lächeln aus dem Krankenbett heraus anstrahlte. Und der Typ, der mich ihr vorstellte, war – wie ich das schon beim meinem Vorstellungsgespräch vor zwei Monaten hier in der Klinik gelernt hatte – ein sogenannter "Bettenschieber". Den Job hätte ich als Zivi auch haben können. Dann hätte ich meine zwölf Monate Zivildienst in dieser Großstadtklinik damit verbracht, Patienten in Rollstühlen oder Betten von einer Station zur anderen oder in die verschiedenen Untersuchungsabteilungen und wieder zurück zu befördern. Aber ich hatte mich für den Pflegedienst entschieden – auch weil ich mich mit dem Gedanken trug, ein Medizinstudium zu beginnen. Auf diese Weise hoffte ich, schon mal etwas Erfahrung zu sammeln. Mein erster Auftrag an diesem meinem ersten Tag bestand jetzt gerade darin, die am Morgen auf meiner Station abgenommen Blutproben durch einen unterirdischen Gang ins Labor zu bringen.

"Wissen Sie, Frau Kufner, sagte der "Bettenschieber", indem er sich von hinten über das Gesicht der alten Dame beugte, "der Daniel hat heute seinen ersten Tag als Pflegedienst-Zivi. Und da darf er schon einmal alle Botengänge machen. Wahrscheinlich ist er grad ein wenig in Sorge, ob er das Labor auch findet. Und auf dem Rückweg muss er dann bestimmt die Brötchen für das Personalfrühstück auf Station mitbringen."

Ich gebe es zu: Ich hätte ja auf diese fast schon dreiste Art, in meiner Gegenwart über mich zu sprechen, gerne irgendwie cool reagiert. Aber ich war einfach nur sprachlos, weil der Typ völlig Recht hatte und ich mich – völlig unberechtigterweise – auch noch irgendwie ertappt fühlte. Ich spürte, wie mir die Peinlichkeitsröte ins Gesicht schoss, und ich wusste genau, wie ich jetzt dreinschaute, nämlich "wie eine Kuh wenn es donnert", so hatte es meine zwei Jahre ältere Schwester mal auf den Punkt gebracht.

"Hi, ich bin Max", sagte der Bettenschieber, und streckte mir mit einem frech-fröhlichen Grinsen seine Hand entgegen. Und während er sein etwas verwegen-wuscheliges dunkles Haar aus dem Gesicht schüttelte, sprach er aus, was mir gerade durch den Kopf schoss: "Und ich bin kein Hellseher."

"Ähm, also ich, ich ... bin Daniel", stotterte ich zurück, auch unter dem Eindruck eines sportlich-festen Händedrucks. "Aber das weißt Du ja schon." Mein schneller Hang zur Verlegenheit hatte mich geärgert, seit ich denken konnte. Aber jetzt hätte ich mir dafür echt in den Hintern treten können.

Max schien auch das irgendwie zu merken. Er ließ zum ersten Mal dieses offene, herzlich-gewinnende Lachen hören, das ich mein Leben lang nicht vergessen werde: ein Lachen, das von einem Moment auf den anderen alle Anspannung verschwinden ließ und alle Peinlichkeit in Nichts auflöste. "Als ich Frau Kufner vor einer Stunde von eurer Station abgeholt habe, das hat die Stationsschwester gerade zu einer Kollegin gesagt, sie solle den neuen Zivi, den Daniel, nachher mit den Blutproben ins Labor schicken und ihn auch gleich die Brötchen mitbringen lassen."

"Okay", sagte ich – immer noch etwas zögerlich, auch wenn sich auf meinem "Kuhgesicht" langsam etwas Entspanntheit breitmachte. Max hatte meine rechte Hand immer noch nicht losgelassen und verpasste mir jetzt mit der Linken einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter. "Herzlich willkommen bei uns!" meinte er. Und als ob er auch schon meinen wundesten Punkt erkannt hatte, fügte er hinzu: "Und immer schön locker bleiben!"

Ich murmelte ein "Danke" und ein "Alles klar" in mich hinein und machte Anstalten, meinen Weg fortzusetzen.

"Was meinen Sie, Frau Kufner", hörte ich Max hinter mir. "Soll ich den Neuling heut Abend auf ein Gläschen Wein einladen?" Ob Frau Kufner überhaupt verstand, was ihr der Bettenschieber da sagte, weiß ich nicht. Und eine Antwort von ihr hörte ich auch nicht. Umso deutlicher aber war der Zuruf von Max: "Frau Kufner hält das für eine gute Idee. Heut Abend um acht. Haus C, Appartement 15!"

Ich drehte mich noch einmal um und sah, wie Max gerade wieder das Bett von Frau Kufner anschob. Er schielte unter seinem linken Arm hindurch zu mir nach hinten und grinste, als wollte er sagen: Widerspruch zwecklos, und ich weiß sowieso, dass du die Einladung annimmst. – Und auch wenn es bescheuert klingt: Ohne dass er ein Wort gesagt hatte, fühlte ich mich schon wieder durchschaut.

Ich blickte ihm noch etwas hinterher und merkte erst jetzt, dass Max eigentlich nicht sehr vorteilhaft angezogen war: Die weiße Krankenhaus-Hose war ihm zu weit und etwas zu kurz, und auch das knopflose weiße Pflegerhemd war bestimmt zwei Nummern zu groß. Aber es gibt halt Typen, die anziehen können, was sie wollen, und immer gut aussehen, schoss es mir durch den Kopf. Und dann erwischte ich mich mit noch einem Gedanken: Bettenschieben scheint Muckis zu machen, sagte ich mir im Stillen; denn das kurzärmelige Hemd ließ gut definierte Armmuskeln erkennen, und durch das Anschieben zeichnete sich trotz der weiten Hose auch ein strammer Hintern ab. Und als ob das nicht schon voyeuristisch genug gewesen wäre, streifte mich auch noch die Frage, ob dieser sympathisch freche Kerl überhaupt etwas drunter trug; denn es hatte gerade so gar nicht danach ausgesehen.

Im Weitergehen schüttelte ich den Kopf darüber, dass mich die Unterwäsche eines anderen Kerls interessierte. Aber zugleich musste ich mir mit einem kurzen Griff meine edlen Teile etwas zurechtrücken, weil es da zu einer leichten Anspannung gekommen war ...

Der erste Arbeitstag verlief eher ruhig. Ich trottete praktisch die ganze Zeit neben einer erfahrenen Krankenschwester her und hatte viel zu schauen, zu hören, zu lernen. Zwischendurch kam mir immer wieder dieser Max in den Sinn. Und das war irgendwie angenehm. Dem ersten Eindruck nach war das so ein Typ, der alles hatte, was mir zu fehlen schien: Ausstrahlung, Spontanität, Unkompliziertheit, Fitness und auch noch ein ansprechendes Äußeres. Sich mit so einem Typen gut zu stellen, konnte für einen einfachen, schüchternen, etwas verkopften und in jeder Hinsicht unerfahrenen Dorfjungen wie mich nur von Vorteil sein. Für einen Moment beschäftigte ich mich sogar mit der Vorstellung, ihn zum Kumpel zu haben. Aber mein Großhirn unterdrückte den halben Gedanken sofort wieder mit einem entschiedenen: "Vergiss es!"

Um 15 Uhr war meine Schicht vorbei. Zurück auf meinem Zimmer im Personal-Wohnheim wollte ich etwas ausruhen. Aber daran war nicht zu denken: Wo mag dieses Haus C, Appartement 15, wohl sein? Was zieh ich da an? Muss ich was mitbringen? Soll ich vorher was essen? Wie mag das Zimmer von Max wohl aussehen? Ob der ’ne Freundin hat? Vielleicht ist die auch da? Vermutlich hat er noch keine, weil auf so einen Typen die Mädchen nur so fliegen und das lässt sich einer wie Max nicht entgehen! Soll ich vorher noch duschen? Aber das merkt der dann bestimmt und denkt sich was dabei ... Ich weiß: Ich bin, nein: ich war damals, furchtbar umständlich. Und manchmal hasste ich mich dafür. Aber ich hatte den Knopf, wo man das abschalten kann, leider noch nicht gefunden.

Um 20 Uhr stand ich vor Appartement 15 in Haus C und klingelte. Eigentlich war ich schon fünf Minuten früher da gewesen, hatte mich aber nicht getraut, auf die Klingel zu drücken, weil ich nicht übereifrig erscheinen wollte. Was meine Garderobe betraf, hatte ich mich am Ende für Schwarz entschieden, weil mir meine große Schwester mal gesagt hatte, dass da meine dunkelblonden Haare und meine grau-grünen Augen besonders gut zur Geltung kämen: schwarze Jeans (eine Levis 501) und ein körperenges, schwarze Hemd, durch das meine Brustmuskeln wunderbar zur Geltung gekommen wären – wenn ich sie denn gehabt hätte. Ich war kein Hänfling, aber auch kein Supermann: 178 groß, 64 Kilo und Schuhgröße 42.

Die Tür ging auf und Wuschel-Max, wie ich ihn inzwischen im Stillen getauft hatte, lachte mir ein fröhliches "Hi Dani" entgegen. Dann folgte ein kurzer Blick, der mich von oben nach unten durchscante, ein Schnuppern, mit dem er offenbar mein Duschgel analysierte, ein scharfer Pfiff – und dann die scheinbar besorgte Frage: "Hatten wir uns für die Disco verabredet? Dann muss ich mir aber noch was anziehen?" Er schaute an sich selbst hinunter und mein Blick folgte ihm: Oben war er ganz ohne. Dunkler Teint, kein Härchen auf der Haut, perfekt austrainierte, nicht übertrieben aufgepumpte Brustmuskel und zwei große, dunkle Brustwarzen, die mich sofort in ihren Bann gezogen hätten. Sixpacks waren damals noch nicht in Mode, aber der Bauch war richtig schön stramm. Und dann kam der krasse Gegensatz: ein völlig unförmiges, weites Teil von Schlabber-Hose, die ich erst viel später als eine Art Judo- oder Karatehose identifizierte und die erst erheblich unter dem Bauchnabel von einem Stoffband zusammengehalten wurde. Aber er kann es halt tragen, sagte ich mir wieder im Stillen, während Max mich leicht stirnrunzelnd anschaute, als würde er ernsthaft von mir wissen wollen, ob wir nun in eine Disco gehen würden.

Wieder fühlte ich mich rundherum ertappt, durchschaut und fehl am Platz. Irgendwie muss ich innerlich etwas zusammengesackt sein, was man mir natürlich auch an den Gesichtszügen und der Körperhaltung sofort anmerken konnte. Ich streckte ihm leidenschaftslos die Flasche Rotwein entgegen, die ich nach tausend Abwägungen noch bei Edeka gekauft hatte und sagte nur: "Sorry. Ich wusste ja nicht, was mich hier erwartet."

Wuschel-Max nahm mir die Flasche aus der Hand und blickte mir leicht von unten in mein gesenktes Gesicht. Mit erkennbar gespieltem Mitleid und kindischem Ausdruck in der Stimme sagte er: "Dani muss nicht traurig sein!" Der Blick erinnerte mich an Waldi, den Dackel meiner frühen Kindheit, der mich genauso angeschaut hatte, wenn er den letzten Bissen von meinem Wurstbrot ergattern wollte. Und die Ähnlichkeit löste eine mich selbst überraschende Lachsalve aus. Diese Max hatte es geschafft, meine Stimmung von einem auf den anderen Moment umzudrehen.

"Na nun komm erst mal richtig rein in meine Bude!", sagt Wuschel und ging voraus durch einen kurzen Flur in den großen Ess-, Wohn- und Schlafraum der Ein-Zimmer-Wohnung. Wieder fiel mein Blick unwillkürlich auf seine Rückseite, wo sie – trotz Schlabberhose – die beiden Gesäßmuskeln so deutlich abzeichneten, dass da bestimmt keine Unterhose mehr dazwischen sein konnte. Doch mein Blick wurde von der Wohnung abgelenkt: Gleich links neben dem Eingang konnte man durch eine halboffene Tür ins Badezimmer schauen. Daneben schloss sich eine kleine Kochnische an, und der rechte Teil des Flurs bestand aus Einbauschränken. Soweit alles normal. Doch dann kam der Hammer: Der große Raum hatte bis auf ein Schränkchen, ein Beistelltischchen und eine Stehlampe keine Möbel, war dafür aber fast komplett mit Turnmatten ausgelegt und – hauptsächlich an den Wänden – mit vielerlei Polstern und Kissen garniert.

"Mein Studio", grinste Max und genoss sichtlich mein von unzähligen Fragezeichen auf meiner Stirn markiertes Staunen. "Essen, schlafen, trainieren, lernen, meditieren, rumlümmeln – und mit netten Gästen ein Gläschen Rotwein trinken: Hier geht alles", sagte er mit erkennbarem Stolz. Und als ob er mir nicht lange Zeit zum Staunen lassen wollte, fügte er hinzu: "Übrigens: Du riechst gut und siehst richtig gut aus in den schwarzen Klamotten. Da kommen deine dunkelblonden Haare und die geheimnisvoll grau-grünen Augen gut zur Geltung." – Schon wieder erwischt!, dachte ich mir. Aber es kam noch dicker: "Und die 501er steht dir auch super. Da fahren Jungs wie Mädels drauf ab. Die macht hinten n süßen Arsch und vorne ’ne erkennbare aber doch dezente Beule. Aber nur, wenn man n Slip drunter trägt. Mit Boxer kann sie beim Sitzen etwas ungemütlich werden."

"Du bist unmöglich", platzte es aus mir heraus, weil ich wieder mal das Gefühl hatte, dass dieser Max meine allergeheimsten Gedanken einfach so herausplauderte. "Ich weiß", sagte er lächelnd, aber scheinbar ungerührt, während er schon meine Rotweinflasche entkorkte und mir in einem großbauchigen Rotweinglas einen ordentlichen Schluck einschenkte. "Dann lass uns doch auf alles Unmögliche anstoßen!", war sein Kommentar, bei dem er mit mir anstieß und mir eine Ewigkeit lang in die Augen schaute. Ich hielt dem Blick für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange stand. Doch dann schaute ich an Max vorbei und sagte leise: "Ungewöhnlich kann auch ungemütlich werden."

"Was bin ich nur für ein mieser Gastgeber", erwiderte Max lachend und wechselte intelligent das Thema. "Mach’s dir doch bitte gemütlich! Bei mir ist alles erlaubt." Sprach’s, –warf sich ein paar Polster und Kissen zu einem Haufen zusammen und legte sich – wie ein griechischer Gott (in Judo-Hose) darauf nieder. Ich konnte diesem Kerl irgendwie nicht böse sein – und ich wollte es auch nicht. Trotz seines unfehlbaren Röntgenblicks fühlte ich mich – wenn ich ehrlich sein wollte – in seiner Nähe und hier in dieser originellen Bude richtig wohl. Ich knuddelte mir also auch ein paar Kissen zusammen und bald darauf ratschten wir miteinander wie zwei alte Waschweiber.

Nach dem zweiten Glas Rotwein kamen wir auf Sport zu sprechen, und ich erfuhr, was Max so alles machte. Die einfachste Zusammenfassung wäre: alles, wozu er gerade mal Lust hatte und nichts, was ihn irgendwie verpflichtete. So hatte er – wie ich übrigens auch – mit zehn in einem Verein mit dem Ringen begonnen, aber da waren ihm dann bald schon – wie er nannte – "zu viel Regeln, zu viel Vorschriften, zu viele besserwisserische Trainer." "Und warum hast du aufgehört?", schob er nach? "Weiß nicht so genau", sagte ich mit einer Offenheit, die wohl schon dem Rotwein geschuldet war. "Zu viel Nähe, zu viel Körper, zu viel Schweiß, zu viel Gewalt."

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Max sprang auf, nahm mir das fast leere Weinglas aus der Hand und stellte es zusammen mit seinem auf dem kleinen Sideboard ab, stellte sich in Ringerpose vor mich hin und sagte: "Ach was! Ist doch nur ein Spiel. Zeig mal, was du gelernt hast." Normalerweise hätte ich mich jetzt mit einer intelligenten Ausrede gedrückt. Aber irgendwie reizte es mich, mit Max die Kräfte zu messen – wohlwissend, dass ich kaum eine Chance gegen ihn haben würde. Ich bewegte mich auf ihn zu und versuchte, den ersten Griff zu platzieren.

"Halt, stopp!", rief Max. "Willst du mich umbringen?"

Ich schaute ihn fragend an.

"Deine Gürtelschalle!"

Ich streife mir den Gürtel aus der Jeans, legte ihn in eine Ecke und zog mir unwillkürlich die Jeans wieder etwas hoch.

"Die ziehst du besser aus", meinte Max. "Die wird gleich hinderlich sein. Und das teure Hemd bitte auch. Ich hab nicht genug Kröten, um dir das zu ersetzen!"

Ich zog das Hemd aus und auch das schwarze Marken-T-Shirt, das ich drunter hatte. Bei der Jeans zögerte ich ein wenig, aber meine Boxershorts waren frisch und neu und ansehnlich. Also was soll’s, dachte ich, und schälte mich aus der Jeans heraus.

Max schaute an sich herunter und sagte: "Jetzt bist du aber im Vorteil. An meiner Judo-Hose kann man nämlich richtig gute Griffe ansetzen." Er drehte sich um, ging zum Schrank, ließ seine Judo-Hose fallen und suchte nun in aller unbekümmerten Nacktheit im Schrank nach einer Boxershorts.

Ich musste schlucken! Das stand wirklich ein Adonis vor mir. Der Körper, den ich von der Seite sah, war wunderbar proportioniert, und zum ersten Mal sah ich den halbrund geschwungenen Hintern, leicht angespannt, mit diesen seitlichen Grübchen in den Hinterbacken. Vorne war ein prall gefüllter, mittelgroßer Sack zu erkennen über den sich in sanfter Kurve nach unten ein Schwanz legte, den ich einfach nur als perfekt bezeichnen konnte: Die Größe lag wohl leicht über dem, was ich aus meinen Dusch-Beobachtungen als Durchschnitt bezeichnet hätte, nicht zu dick, nicht zu dünn; die Farbe schien mir jener der Brustwarzen zu entsprechen, und unter der Vorhaut zeichnete sich eine ebenfalls hervorragend zum Gesamtbild passende Eichel ab. Kurz: ein Schwanz wie von einem Künstler modelliert.

"Ist die ok?" Max drehte sich zu mir mit einer Boxer-Shorts in den Händen. Ich zuckte zusammen, tat so, als hätte ich gerade aus dem Fenster gesehen und wandte mich ihm nun zu. Es war ja klar, wie ein Max darauf reagieren würde: Wie ein Model drehte er sich einmal rechts herum, einmal links herum und präsentierte sich mir – natürlich nackt – von allen Seiten, wobei er ein paar Schwingungen seines Schwanzes bewusst zu provozieren schien. "Passt alles, oder muss ich was an mir ändern?" fragte er grinsend.

"Zieh dich an, du Depp!", sagte ich. "Und dann lass uns loslegen!"

"Hehe! Dani wird erwachsen", feixte Max und schon balgten wir uns, wie die Fünfjährigen im Kindergarten. Er spielt mit mir, sagte ich mir schon nach Kurzem. Meinem Gefühl nach hatte Max zu jedem Zeitpunkt den Ringkampf völlig unter Kontrolle, auch wenn er mir immer wieder den Eindruck vermittelte, ich könnte die Oberhand gewinnen. Ich hätte aufgeben können, als mir das klar wurde. Aber ich wollte nicht. Die körperliche Nähe dieses Typen war – wie soll ich es sagen – überwältigend schön. Die samtene Wärme seiner Haut zu fühlen, seinen Atem zu hören, seine Anstrengung zu riechen, das Spiel seiner Muskeln zu spüren: Das alles war einfach nur wahnsinnig aufregend (heute würde man geil sagen, aber den Ausdruck habe ich mir damals noch verweht).

Irgendwann lag ich schwer atmend auf dem Rücken. Max kniete über mir, die Knie ungefähr auf der Höhe meiner Hüften. Er hatte meine Handgelenke im Griff und drückte sie neben meinem Kopf auf den Boden. Ein klassischer Schultersieg. Ich hätte aufgeben müssen. Aber da Max noch keine Anstalten machte, diesen Sieg einzufordern, überlegte ich fieberhaft, ob ich noch einmal aus dieser Lage herauskommen könnte. Während Max mir ein höfliches, gut gemeintes Lob über meine Technik und meine Ausdauer machte, rutschte ich Zentimeter für Zentimeter nach oben. Max war wohl von seiner Lobeshymne auf meine nicht vorhandenen sportlichen Fähigkeiten so abgelenkt, dass er in seiner Position blieb. Unvermittelt zog ich unter ihm meine Knie ganz nah an meinen Oberkörper, bekam so meine Füße an seine Knie und stieß sie kräftig nach hinten weg. Ich hoffte, ihn so kurz aus dem Gleichgewicht und mit einer schnelle Drehung in Rückenlage bringen zu können.

Die Wirkung meiner superschlauen Aktion war jedoch verheerend: Max kam nun zwischen meine Beine zu liegen und rutsche so mit seiner ganzen Körperlänge auf mich drauf. Und er lachte sein schönstes und überlegenstes Lachen, mit dem er mir ohne jedes Wort zu verstehen gab: Das war noch mal ein netter Versuch, Kleiner!

Was er tatsächlich mit breitestem Grinsen sagte, war hingegen wieder mal ein Volltreffer: "Ich dachte, du hast mit dem Ringen aufgehört, weil dich die körperliche Nähe gestört hat. Das hat jetzt aber gerade nach dem Gegenteil ausgesehen!"

Stimmt!, sagte meine innere Stimme. So nah war mir seit ewigen Zeiten niemand mehr gekommen. Sogar unsere edlen Teile berührten sich, nur durch den Stoff von zwei leichten Boxershorts getrennt. Wenn uns jetzt jemand sähe, schoss es mir durch den Kopf, könnte er sich weiß Gott was denken!

Was für ein Fehler, diesen Gedanken in mein Bewusstsein zu lassen! Denn ich bekam schlagartig den steifsten Ständer meines Lebens. Mein Herz pochte mir bis zum Hals und es schien einzig und allein dafür zu arbeiten, das Blut in meine Schwellkörper zu pumpen. Ich spürte, wie mein Steifer irgendwo dagegen drückte und hoffte, ihn mit einer kleinen Bewegung in eine etwas weniger missliche Lage zu bringen. Doch auch das ging schief!

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"Da freut sich aber noch einer über körperliche Nähe", griente Max und verschlimmerte mit einer leichten Bewegung seines Beckens mein Problem. Mehr noch: Wenn mich nicht alles täuschte, regte sich auch bei ihm etwas. Klar, dass Wuschel-Max auch dafür den passenden Kommentar fand: "Ich glaube, die beiden verstehen sich schon recht gut." Wohl um "den beiden" das Kennenlernen zu erleichtern, bewegte er seine Becken jetzt noch etwas intensiver.

"Jetzt ist aber gut!" stieß ich nervös aus. "Ich geb’ auf!"

Max intensivierte seine Bewegungen und sah mir – wieder einmal – tief in die Augen. "Sag einfach ‚Stopp’, und ich hör auf!" flüsterte er und kam mit seinem Gesicht immer näher, während unsere beiden gar nicht mehr so kleinen Freunde da unten wirklich Gefallen aneinander gefunden hatten.

Jetzt war ich völlig durcheinander: erschöpft vom Ringkampf, völlig verunsichert von dem, was da gerade mit mir geschah und zugleich geil bis zum Bersten. "Ich sag doch: ‚Hör auf, Max!’", wiederholte ich, und hoffte inständig, dass er es nicht tat.

Max war mir jetzt mit seinem Gesicht ganz nah. Seine Lippen näherten sich meinem Mund. Ich hätte mich zur Seite drehen können, hätte "Stopp" sagen können. Aber ich hätte mir das nie verziehen. Ich wollte das, was da kam.

Unsere Lippen berührten sich. Der erste Kuss meines Lebens. Hauchzarte Berührung. Atemduft, erste Geschmackswahrnehmungen, Öffnung auf Öffnung, sinnliche Feuchtigkeit, zwei Zungenspitzen, die einander zart tastend berührten, während in weiter Ferne zwei andere Spitzen schon zuckend aneinander rieben, dann ein Suchen, ein Ringen im Mund des einen, des anderen. Jetzt erst gab ich den körperlichen Ringkampf auf, entspannte meine Muskeln, spürte zugleich, wie auch der ganze Körper von Max sanft, zärtlich, liebevoll wurde. Wärme breitete sich aus, Verlangen wuchs, Begehren flammte auf. Dann eine Explosion von Licht, und Feuer im Kopf, ein Sturm der Gefühle, ein zitterndes, bebendes Aufwallen – und schließlich ein Orgasmus, wie ich ihn nie zuvor erlebt hatte.

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