Versteckspieler - Teil 8
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8. Hendrik

Stephan war nicht gekommen. Es war erst das zweite Mal, dass Hendrik sich sicher gewesen war, dass er kommen würde, und sich damit geirrt hatte. Das erste Mal war in Uruguay gewesen, er hatte nie erfahren, warum. Und nun? Diesmal hatte es etwas merkwürdig Endgültiges, als er so auf seinem Bett saß und auf das Klopfen wartete, das auch um halb zwei noch nicht passiert war. So spät war Stephan noch nie zu ihm gekommen.

Ob es an ihrem letzten Zusammentreffen lag? Ob Stephan ein schlechtes Gewissen hatte, weil er Hendrik so behandelt hatte? Am Ende des Tages hatte er sich nicht gewehrt, hatte nicht widersprochen, als Stephan all diese Dinge zu ihm gesagt hatte, so wahnsinnig viel schlechtes Gewissen war seiner Meinung nach nicht notwendig. Ob Stephan bemerkt hatte, dass Finn von ihnen wusste? Ob er durch irgendeine verrückte Fügung erfahren hatte, dass Finn und er letztens in der Dusche intim miteinander gewesen waren?

Er konnte sich das nicht vorstellen, Finn hatte sicher mit niemandem gesprochen, er genauso wenig – mit wem denn auch? – und mitbekommen hatte es auch bestimmt niemand. Und selbst wenn Stephan davon wusste, was hatte das mit ihnen zu tun? Immerhin hatte der Trainer ja auch offenbar Sex mit anderen als ihm, ansonsten hätte es ja nicht mit einem Mal Kondome gebraucht.

Hendrik war enttäuscht, dass er mittlerweile auch um dreiviertel vor Zwei noch allein in seinem Zimmer saß. Er hatte gehofft, dass irgendetwas passieren würde, dass sich all seine Verwirrung etwas klärte. Irgendwo hatte er gehofft, dass Berthold sich vielleicht entschuldigte, ihm sagte, dass er diese Dinge nur im Eifer des Gefechts gesagt hatte, dass es ihn angemacht hatte, Hendrik zu dominieren, aber nichts davon wirklich so gemeint hatte.

Hendrik war auch enttäuscht, weil er nun mal gerne Sex mit Stephan hatte. Er war gerne mit dem Trainer allein, intim. Er genoss die Zeit mit ihm, wenn er ihm nicht gerade sagte, dass er ihn nur mehr zum ficken in den

Kader aufnahm. Der Gedanke saß noch immer ziemlich fest und nagte auch trotz Finns Zureden an ihm.

Finn... Das war auch ziemlich geil gewesen. Finn hatte ihn mit seinen Blicken in der Dusche so offensichtlich verschlungen, alles an ihm hatte Hendrik angeschrien, wie sehr er ihn wollte, und es war so ein völlig verrücktes Gefühl gewesen. Selten hatte ihn jemand so angesehen. Es war fast eine natürliche Reaktion gewesen, ihm aus seiner Bredouille zu helfen, in die er ihn offenbar manövriert hatte. Dass Finn sich derart revanchieren würde, hatte er nicht erwartet, und es fühlte sich nun wirklich heftig an, dass Finn ihm bei der ganzen Sache nur halb den Eindruck vermittelte, es für ihn zu tun. Finn hatte enthusiastischer dabei gewirkt, ihm einen zu blasen, als während Hendrik ihm einen runtergeholt hatte.

Hendrik bemerkte, dass die Erinnerung ihn anturnte. Es war wirklich geil gewesen, fast wie in einem Porno. Dass Bier danach war ebenfalls gut gewesen, es hatte gutgetan, Zeit mit Finn zu verbringen.

Warum saß er dann hier? Finn wartete sicher vor seiner Tür. Finn wollte ihn so offensichtlich, dass es fast schmerzte, ihm dabei zuzusehen, es verbergen zu wollen. Was wartete er auf Berthold, der ihm sicher eh nichts von all dem geben würde, was er sich erhoffte? Was wartete er, wenn Stephan heute mit größter Wahrscheinlichkeit eh nicht mehr kam und Finn dort draußen saß?

Er entschloss sich, bis zwei Uhr zu warten, bemerkte jedoch, dass es mit all seinen Gedanken bereits 01:58 Uhr war.

Worauf wartete er hier noch? Egal, wie sehr er diesen Abend irgendwo herbeigesehnt hatte, Stephan war nicht da und er würde auch nicht mehr kommen.

Dass er Finn nicht sofort sah, enttäuschte ihn für einen kurzen Moment, doch als er den Älteren einen Gang weiter in seinem Stuhl zusammengesackt schlafen sah, verflüchtigte sich seine Enttäuschung sofort. Er sah fast süß

aus, harmlos. Er war so sehr Finn, und Hendrik nahm sich einen Moment länger, ihn zu beobachten, bevor er eine Hand auf seinen Arm legte und ihn sanft weckte.

Was wartete er auf Stephan, wenn Finn ihn auf diese Art ansah? Hendrik konnte nicht einmal sagen, ob es Neid, Enttäuschung, Eifersucht, was auch immer war. Aber Finns Blick war so wahnsinnig intensiv, als war die Frage, ob Hendrik Sex mit Stephan gehabt hatte, das Zentrum seiner ganzen Existenz. Es machte ihm fast ein wenig Angst, gleichzeitig schmeichelte es ihm natürlich scheußlich.

Warum gab er dem Älteren nicht, was er offensichtlich so verzweifelt wollte? Hendrik hatte nicht so viel dagegen, Sex mit ihm zu haben, Finn war attraktiv, nicht zuletzt deshalb, weil er ihm so deutlich zeigte, wie sehr er ihn wollte. Er war schon länger nicht mehr der aktive Part gewesen, dabei mochte er es eigentlich genauso sehr, wie von jemandem, von Berthold, rangenommen zu werden.

Hendrik nahm Finn wortlos mit in sein Zimmer, zog ihm sein Shirt über den Kopf. Finn war wie in Schockstarre, seit er offenbar begriffen hatte, was er vorhatte. Um ihm die Angst, Zurückhaltung, was auch immer zu nehmen, küsste Hendrik ihn. Er küsste gerne, fühlte sich jedoch bei Finns offensichtlicher Begeisterung etwas schlecht, dass er an Stephan denken musste. Sie hatten sich noch nie geküsst und es war etwas, das Hendrik schon immer sehr bedauerte. Stephan zu küssen war sicherlich und ohne Zweifel ziemlich verrückt.

Aber vor ihm stand Finn, sein verklemmter, harmloser Teamkollege, und Hendrik fühlte sich nun definitiv schlecht. Es war ja nicht so, dass er es nicht mochte, Finn zu küssen. Er mochte es, ehrlich gesagt, sogar ziemlich gern. Dass Stephan trotzdem in seinem Kopf herumschwirrte, war vermutlich normal, immerhin hatte er bis vor Kurzem in der Dusche mit niemandem außer Stephan sexuellen Kontakt gehabt, seit Jahren nicht. Aber hier stand Finn und ja, Hendrik wurde bei dem Gedanken an diese Dusche scharf.

Wenn mit Finn zu schlafen der Trostpreis dafür war, dass Stephan nicht zu ihm gekommen war, konnte er damit sehr, sehr gut leben.

Als Hendrik am nächsten Morgen aufwachte, war Finn gerade dabei, möglichst leise sein Bett zu verlassen. Er verschwand im Badezimmer. Hendrik hatte nicht groß darüber nachgedacht, ob es ein Problem war, wenn Finn bei ihm schlief. Er mochte Nähe, er mochte es, jemand anderem nah zu sein, und nachdem Stephan ihm, abgesehen von diesen Streicheleinheiten, die offensichtlich nicht tatsächlich für ihn bestimmt waren, nach dem Sex meist eher die kalte Schulter zeigte, war Finn eine willkommene Abwechslung. Der Ältere war fast schon anhänglich, zumindest seit Hendrik ihn gepackt und in seinen Arm gezogen hatte. Er hatte es nicht mit ansehen können, wie sehr Finn kuscheln wollte und sich zugleich kaum traute, ihn noch zu berühren, seit sie beide nacheinander gekommen waren.

Der Sex war gut gewesen. Ungewohnt für Hendrik, vermutlich noch viel ungewohnter für Finn. Hendrik musste schmunzeln, als er sich daran erinnerte, wie verletzt der Ältere ausgesehen hatte, als er ihn gefragt hatte, ob er schon mal Sex mit einem Mann gehabt hatte. Aber so offensichtlich ungeübt Finn war, war das keine unberechtigte Frage gewesen. Hendrik fand es süß, fast als versaute er einen harmlosen Heterotypen, dabei war Finn alles andere als hetero.

Es tat gut, dass er nicht allein in seinem Einzelzimmer herumlag, nachdem Stephan sich nicht hatte blicken lassen. Es war so ziemlich die beste Ablenkung gewesen, die er sich hatte vorstellen können.

Es dauerte nicht lang, bis Finn zurück ins Zimmer kam, noch immer darauf bedacht, keine Geräusche zu machen. Hendrik stellte sich schlafend, lugte nur vorsichtig unter seinem Arm hervor, um zu beobachten, wie Finn unsicher neben seinem Bett stand. Er war sich also unsicher, ob er gehen sollte oder zurück ins Bett kommen konnte. Finns Unsicherheit amüsierte ihn wahnsinnig. Dass ein Dreißigjähriger auf derartigem Neuland tappte, wenn es um Sex-Etikette ging, hatte er noch nie erlebt. Er tat ihm fast leid

damit. Finn musste wirklich noch nicht so viele Erfahrungen gemacht haben und Hendrik fand den Gedanken ein wenig traurig. Immerhin war das ja eine zentrale Lebenserfahrung.

»Leg dich hin, Bambi, sonst fällst du noch um«, brummte er den Älteren genervter an, als er es meinte.

Er brauchte Finn nicht anzusehen, um zu wissen, dass dieser knallrote Wangen hatte, als er sich zurück unter die Decke legte. Hendrik zwang ihm einen Arm unter den Nacken, bevor Finn sich wieder mit zwanzig Zentimeter Abstand hinlegen konnte, und beförderte seinen Kopf kurzerhand auf seinen Oberkörper.

»Wann hattest du das letzte Mal Sex? In diesem Jahrhundert?«

»Ich war dreizehn, als das Jahrhundert begonnen hat. Meine sexuellen Erfahrungen beschränken sich auf dieses Jahrhundert.«

Hendrik schmunzelte über Finns fast patzige Antwort, verlor seinen letzten Gedanken jedoch, als er Pfefferminze roch.

»Hast du meine Zahnbürste benutzt?«, fragte er entrüstet.

»Igitt! Du besitzt Mundwasser. Ich benutz‘ doch nicht deine Zahnbürste, wie abartig.«

»Gestern Nacht fandst du nichts, was mit meinem Mund zu tun hat, abartig«, grinste Hendrik und dachte daran, wie er Finn mit einem kurzen Rimjob völlig aus der Fassung gebracht hatte.

»Ich fand das sehr wohl abartig«, gab Finn zurück, nicht weniger patzig als zuvor. Geil irgendwo, ja, aber abartig.«

Hendrik lachte, fuhr mit seiner Hand durch Finns Haar. Es war wirklich, wie einem unschuldigen Klosterjungen Sex zu erklären.

Es war gut. Es war ungezwungen, es war ein angenehmes Mittelding zwischen Freundschaft und One-Night-Stand. Er fühlte sich wohl mit Finn, auch nackt in seinem Bett.

»Aber ernsthaft, wann hattest du das letzte Mal Sex?«

»Vor ein paar Wochen. Habe einem Kollegen einen in der Dusche geblasen. War ziemlich geil.«

Es verwunderte ihn, dass Finns Worte seinen Bauch ein wenig kribbeln ließen. Trotzdem stöhnte er entnervt auf, zwang den Älteren mit seiner Hand in seinen Haaren, zu ihm aufzusehen.

»Ich rede von Sex-Sex. Penis, Arsch.«

Nun lachte Finn, konnte jedoch offenbar nicht verhindern, dass seine Wangen knallrot anliefen. Als er sich beruhigt hatte, wich er Hendriks Blick wieder aus, konzentrierte sich scheinbar sehr auf dessen haarlose Brust.

»Ist schon ein paar Jahre her, ja. Ich hab‘ nicht zwingend hundert Kerle gevögelt. Habe nie den richtigen Weg gefunden, ohne mir in die Hose zu machen, dass er es Gott und der Welt erzählt oder jemand uns sieht. Irgendwann war’s das nicht mehr wert.«

Hendrik hatte kaum bemerkt, dass er begonnen hatte, durch Finns Haare zu streichen, bemerkte nun aber, dass er über seine Stirn streichelte, als wollte er ihn trösten. Aber immerhin war es auch ziemlich deprimierend, was Finn da von sich gab, nicht, dass es Hendrik da so wahnsinnig anders ging.

»Gab’s irgendwann mal einen Bestimmten?«

»Nicht wirklich. Ich bin zu sehr mit meiner Arbeit verheiratet, habe eh nie Zeit, jemanden kennen zu lernen.«

»Und in der Mannschaft? Ich meine, damals Fortuna, die Borussia, die Bayern, auch im DFB Team gibt’s ja ein paar Kerle, die nett anzusehen sind.«

Finn schwieg für einen Moment und Hendrik bereute seine Worte bereits.

»Gibt einen ehemaligen Teutonen, den ich ganz gut finde.«

Er wusste es. Hatte er das wirklich so sehr auflegen müssen? Hendrik hatte nicht damit gerechnet, dass Finn die Eier hatte, sowas zu sagen, aber er hatte es schon ziemlich herausgefordert. Und was sollte er damit jetzt anfangen?

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»Aber der ist viel zu kompliziert, hat eh schon was mit ‘nem anderen laufen, das tu‘ ich mir nicht an«, sprach Finn überraschenderweise weiter, sein Blick noch immer abgewandt. »Aber Sex mit ihm ist ziemlich gut, dagegen hab‘ ich nichts. Das könnt‘ ich öfters haben.«

Hendrik war völlig geplättet. Seit wann traute Finn sich, sowas zu sagen? Und das sogar, ohne sonderlich nervös zu sein? Na ja – Finn sah ihn noch immer nicht an und wenn Hendrik sich drauf konzentrierte, konnte er spüren, dass Finns Herz verdächtig schnell gegen seinen Brustkorb klopfte. Er schien sehr wohl nervös zu sein, was Hendrik nicht überraschte, immerhin hatte er ihm gerade gestanden, sich für ihn zu interessieren, und ihm noch dazu das Angebot gemacht, weiterhin Sex zu haben!

»Glaube, da hätte der ehemalige Teutone nichts dagegen«, antwortete er etwas leiser als zuvor, bemerkte, dass Finn sich sofort ein klein wenig entspannte. Es musste ihn einiges gekostet haben, das ausgesprochen zu haben.

Sie schwiegen für einige Augenblicke, überraschenderweise fühlte Hendrik sich damit jedoch nicht allzu unangenehm.

»Wann hattest du das letzte Mal Sex, außer mit... Berthold?«, fragte Finn dann, offenbar in einem Mut-Rausch.

»Vor ein paar Wochen. Ein Teutone, als ich nochmal oben war", antwortete er, schloss seine Augen.

Hendrik hatte keine Ahnung, warum er Finn anlog. Vielleicht wollte er nicht, dass Finn dachte, dass es etwas Besonderes war, dass sie Sex hatten. Vielleicht wollte er auch verhindern, dass Finn weiterhin dachte, dass Stephan Berthold etwas Besonderes für ihn war. Er hatte keine wirkliche Ahnung.

»Irgendwann musst du mir mal erklären, wie du Sex mit irgendwelchen Männern hast, ohne Angst zu haben, dass es rauskommt.«

Finn schien nicht zu bemerken, dass er log. Gut. Und seine Aussage sollte wohl deutlich machen, dass Finn auch an anderen Männern, nicht nur an ihm interessiert war. Dass Finns Herz dabei noch immer wie ein Vorschlaghammer gegen Hendriks Brustkorb klopfte, passte nicht hundertprozentig ins Bild.

Finns Vorschlag, Sex mit ihm zu wiederholen, ließ sich überraschend gut umsetzen. Nach dem Spiel gegen die Faroer – bei dem Berthold ihn im Übrigen wie erwartet vollständig ignoriert hatte – war weder Hendrik noch Finn in der Stadt geblieben, doch bereits nach dem ersten gemeinsamen Training im Verein hatte Finn mal wieder einen spontanen Anfall von Mut gehabt und ihn zu sich nachhause auf ein Bier eingeladen. Es war wieder mehr als ein Bier geworden, außerdem verdammt guter Sex, und es hatte sich schnell eingependelt, dass Hendrik regelmäßig nach dem Training in Finns Bett landete.

Als die WhatsApp Nachricht ein paar Tage nach dem scheußlichen Spiel gegen Frankfurt auf seinem Handy eintrudelte, überlegte Hendrik erst einmal viel zu lang, woher er eigentlich seine Nummer hatte. Sie hatten nie

Nummern ausgetauscht, nie telefoniert, sich nie geschrieben. Aber es gab einen alten Gruppenchat aus Uruguay, in den jemand aus Spaß auch Stephan eingeladen hatte. Vermutlich hatte er seine Nummer dort gefunden.

»Schweden ist scheiße gelaufen. Ich war mit meinem Kopf nicht am richtigen Ort, bin zu weit gegangen. Es tut mir leid.«

Er hatte sie sicher schon hundertmal gelesen, konnte trotzdem nicht aufhören, konnte seinen Augen nicht recht trauen. Seit wann entschuldigte Stephan sich? Seit wann nahm er sich die Zeit, außerhalb von gemeinsamen Spielen oder Trainings oder den Nächten dazwischen an ihn zu denken?

Und antworten? Hendrik war völlig überfordert.

Er wollte am liebsten mit Finn darüber reden, aber während sie sich einerseits immer näher kamen, vor allem auf freundschaftlicher – und natürlich sexueller – Ebene, hatten sie sich andererseits auch wieder etwas voneinander entfernt. Schon seit sie in Hamburg Sex gehabt hatten, fiel es Hendrik schwer, mit Finn über Stephan zu sprechen. Es war so offensichtlich, dass Finn Interesse an ihm hatte, da brachte es Hendrik nicht mehr übers Herz, über einen anderen Mann mit ihm zu sprechen. Vermutlich war es auch nicht zwingend eine Glanzleistung, dass er trotzdem noch Sex mit Finn hatte, aber dazu gehörten immerhin zwei. Finn konnte ja auch nein sagen oder ihn nicht mehr nach jedem Training zu sich einladen.

Nun saß er da, las die Nachricht zum hundertfünfzigsten Mal. Es waren mittlerweile fast vierundzwanzig Stunden vergangen, er musste ihm antworten.

»Es braucht dir nicht leidtun«, tippte er in einem ersten Versuch, löschte den Text jedoch schnell wieder. Es war gut, dass es Stephan leidtat, es war nun mal ein Schritt zu weit gewesen und es war gut, dass Stephan das bemerkt hatte.

»Danke«, tippte er als Nächstes. Das war gut. Das passte. Aber was dann? Wenn er nur »Danke« schickte, dann war das Gespräch ja ziemlich sicher vorbei und er mochte es, Kontakt außerhalb des Teams zu Stephan zu haben.

»Warum bist du in Hamburg nicht gekommen?«, versuchte er es dann. Das war nicht schlecht. Er wollte es immerhin dringend wissen, auch wenn er bereits vermutete, dass es wohl mit seinem schlechten Gewissen wegen Schweden zu tun hatte.

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Hendrik überlegte noch einige Momente, fand jedoch keine bessere Antwort und entschied sich, abzuschicken. Dass er dafür nochmal etwa fünf Minuten und circa zwanzigmaliges Durchlesen brauchte, war sicher normal.

Er bereute die Nachricht natürlich sofort, hätte so viele andere Sachen schreiben sollen, aber zu spät war zu spät und er schien auf glühenden Kohlen zu sitzen, bis sein Handy eine dreiviertel Stunde später vibrierte.

»Es war nicht der richtige Moment. Willst du, dass ich in Zukunft noch zu dir komme?«

De Zeitspanne zwischen Nachricht und Antwort fiel diesmal peinlich kurz aus.

»Natürlich«, tippte er, schickte sie ab, ohne nochmal nachzudenken.

Das war gar keine Frage für ihn. Stephan mochte ein Arschloch zu ihm gewesen sein, aber sowas passierte in Arrangements wie ihrem, die Grenzen waren nicht immer so einfach zu ziehen und immerhin hatte er sich entschuldigt, wusste, dass er zu weit gegangen war.

Stephans Antwort darauf kam und kam nicht. Es war nur ein kleiner Trost, dass die kleinen Häkchen sich nicht blau färbten, Stephan die Nachricht also vermutlich noch nicht gelesen hatte. War er denn gar nicht

gespannt, was Hendrik antworten würde? War er nicht einmal ansatzweise so interessiert daran, ob sie sich... wiedersehen würden, wie er?

Hendrik konnte das nicht nachvollziehen.

Nachdem die beiden Häkchen sich dann doch blau gefärbt hatten, wurde es noch schlimmer. »Zul. online heute um 15:19 Uhr« prangerte oben am Bildschirm. Stephan hatte seine Nachricht gelesen, aber es nicht für notwendig befunden, ihm gleich zu antworten. Sicher hatte er keine Zeit. Aber wie lange brauchte es schon für eine Antwort? »Klingt gut« oder »Sehr gut« oder »Dann sehen wir uns« zu tippen und abzuschicken konnte doch wirklich nicht so lange dauern! Vielleicht würde er auch gar nicht mehr antworten. Vielleicht war es genug Antwort, wenn er ihn nach dem Spiel gegen Monaco in seinem Zimmer aufsuchte. Daran wollte Hendrik aber, ehrlich gesagt, nicht denken, denn es würde ihn wahnsinnig machen, nach diesen Nachrichten noch fast einen Monat zu warten.

Passenderweise kam die ersehnte Antwort dann doch, als er am Abend gerade in Finns Bett lag, während der Ältere ihnen ein Bier aus der Küche holte. Hendrik suchte sein Handy aus der Tasche seiner am Boden liegenden Hose heraus, schob hastig den Sperrbildschirm zur Seite.

»Es hat mir gefehlt. So ein Sieg ist kein richtiger Sieg, wenn ich dich danach nicht ficken kann«, las er, dann ein weiteres und ein weiteres Mal.

Er hatte Stephan gefehlt! Oder zumindest der Sex hatte ihm gefehlt. Seine Worte machten Hendrik schon wieder geil, obwohl es keine halbe Stunde her war, dass er mit Finn geschlafen hatte. Stephan konnte ihn immer anmachen, egal, ob zehn Minuten nach dem Sex oder um eins in der Nacht. Stephan machte ihn einfach an.

»Alles okay bei dir?«, riss Finn ihn dann aus seinen Gedanken und Hendrik drückte auf den Home Button seines Handys, ließ die Nachricht verschwinden.

»Klar, nur ein Gruppenchat.«



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Jedem Kerl sollte klar sein, dass man in der Realität beim Ficken Kondome benutzen muss, egal ob man nun PreP verwendet oder nicht. Nur in der Phantasie geht es auch mal ohne.
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